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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die Medizin im Sohar
Date
1928-01-01
Page
Seite 176 (sequence 10)
Language
German
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176 vergl. III 235b; über Rauch der Galle, der zu Kopfe steigt, s. R. M. III 222 a. Der Dunst der Eingeweide, der ins Herz und von da ins Gehirn gelangt, wird in Verbindung gebracht mit dem Rauch der Opfer, der bis zum obersten Gehirn dringt, 111 224 a R. M., über den Atem des Fastenden, der sein eigenes Fett opfert s. II 20 b. Die gelbe Galle wird der Leber von der Gallenblase zugeführt. Letztere ist Sinnbild des Mordes, die Quelle der Hitze, des Fiebers, das Schwert des Todesengels, die Hölle des Körpers, und hat gleich dieser zwei Pforten, d. h. zwei Ausführungsgänge1, nämlich einen zur Leber und einen zum Darme (Tik 102 b, 243 a, nach Prov 54). Die Gedärme gehören nur zur Hinausbeförderung der Schlacken, wobei die flüssigen in die Harnblase2 geleitet werden. Das Gehirn nährt sich nur vom Allerfeinsten des Herzblutes, macht Sperma draus, welches sich hernach im ganzen Körper verbreitet, bis es hinab zu den Nieren gelangt, wo es weiß gekocht wird, 111 235 b (R. M.). Ohne Nieren kein männlicher Rat; eine andere Bestimmung haben sie nicht, und so ist es denn auch rituell belanglos, wenn beim Tiere auch alle beide iehlen. Drei Mächte gibt es oben, in denen Gott sich zu erkennen gibt: Gehirn, Herz, Leber (חכמה תפארת מלכות); nur geht es da oben umgekehrt zu ואינון בהפוכה דהאי עלמא; zuerst empfängt das Gehirn ':(des ]זעיר אגפי den weltbefruchtenden himmlischen Tau vom אריך אנפין), dann gibt es dem Herzen, und das Herz empfängt und gibt *der Leber, zuletzt gibt und verteilt die Leber allen unteren; .jedem das Gebührende, II 153 a. Avicenna schreibt: הכבד נותן ללב ולמות. Das Herz Jakob, Israel, תם, wird zuerst geschaffen und stirbt zuletzt; also möge niemand auf den Untergang des Herzens rechnen. Es hat 2 Ohren und 2 Häuser3. Ist König des Organismus und sein heiliges Heer sind die Schlagadern4, mittels welchen es .־•allen Organen immerfort den Lebensgeist spendet. Steht dem Gehirn am nächsten. Ist unansehnlich, weich, schwach, bleibt aber dennoch gesund und widerstandsfähig, weil es sich aller ungünstigen Einflüsse seiner Umwelt zu erwehren weiß und nicht alles annimmt, was man ihm anbieten möchte, vielmehr mit wenigem, aber dem feinsten sich begnügt, III 221 a b (R. M.). Das Herz in der Mitte, verbunden mit dem Gehirn, bietet geistige Nahrung allen Teilen des Körpers, ״gleichwie das in der Mitte gelegene Heiligtum und Jerusalem, verbunden mit dem obersten Gehirn, allen Völkern der Erde, III 161a, b5. So ist es einigen der חברים auf einer visionären Himmelswanderung erklärt worden. Emden aber meint, es sei dem Kusari des Juda Halevi entnommen. Die Leber Esau אדמוני ,שעיר ,אדום, der unersättliche Jäger, der wahllos alles auf nimmt, was sich ihm eben darbietet, ist Sinnbild 1 Galenis che Lehre. 2 Dadurch erklärt sich die Ansicht der T 0 s a f 0 t (Chul 48 a oben), daß die Harnblase zu den Gedärmen zähle und deshalb Perforation derselben trepha mache. 3 Vergl. aber Schulch. aruch j. d. 40!. 4 עורק bedeutet im Sohar sowohl Schlagader als auch Venen, desgl. :ורידין; vergl. III 224 b, Tik 202 a, III 170 a, Tik 191 a. 5 Das Stück gehört nicht dem Hauptteil des Sohar an, sondern einem, -dem R. M. nahestehenden Stück. Sch.

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