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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 172

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die Medizin im Sohar
Date
1928-01-01
Page
Seite 172 (sequence 6)
Language
German
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172 dann eine harte und die dem Kern anliegende weiche, II140 b״ Letztere ist am leichtesten abzuziehen, solange der Kern noch jung^ und frisch. Also mögen die Schalen (das Böse) schon in der Jugend abgestreift werden, מפני• שיבה תקום Lev 1932 man soll noch vor dem Alter sich zur sittlichen Höhe emporheben, denn sonst: ׳הקושיא במקומה עו&דת III 227 a, b (eine typische R. M.-Derascha!). Es gereicht dem Talmud nur zur höchsten Ehre, daß er von. den 4 Elementen nichts weiß bzw. nichts wissen will1. Aber schon im 8. Jahrhundert waren sie bei unseren orientalischen Brüdern zum naturwissenschaftlichen Dogma geworden, dann gab ihnen Maimonides die religiöse Weihe, indem er sie seiner Schöpfungsgeschichte zugrunde legte, und schließlich machte der Sohar gar Mystik daraus2. Das Buch der Schöpfung gibt sich nur mit den Elementen der oberen Welt: Wasser, Luft, Feuer, ab, und auch im Sohar wird zumeist nur diese Dreiheit erwähnt und mit allen mög~ liehen anderweitigen Dreiheiten in Verbindung gebracht. Diese 3 Elemente אמש sind eng miteinander verkettet und bilden den mystischen Ring, bzw. durch Permutation des 6 אמש Ringe. Auch entsteht eines aus dem anderen, I 31 a: aus Luft Wasser (wenn man einen blanken Gegenstand anhaucht), aus Wasser Feuer (Schusterkugel als Brennlinse) und aus beiden Erde (Kessel-, Wein-, Blasen-, Nierenstein) (D o n n o 1 o). Ihr Wesen und Wirken offenbart sich aber erst in ihrer Verbindung mit der Erde, I 5 b; da wird die wesenlose Dreiheit zur materiellen Vierheit und gleichfalls mit allen nur denkbaren anderweitigen Vierheiten verknüpft. Zunächst mit den 4 Erzengeln, dann mit den 4 Himmelsrichtungen, Säften, Tempera- -menten, Metallen, Farben (weiß, gelb, rot, schwarz) usw. Was in der oberen Welt existiert, hat sein Aehnliches in der unteren und was auf dieser, ist auch im Meere, II 20 a, 48 b. Es gibt kein Ding auf Erden, das oben nichts ähnliches hätte, und umgekehrt, II 186 b. Demgemäß hat hienieden alles, besonders aber die Organe des nach dem Ebenbilde Gottes erschaffenen Menschen, eine vom Materiellen völlig losgelöste, höhere ideelle Bedeutung (mystische Medizin). ,,Wehe den Menschensöhnen, die da, verstopften Herzens und verschlossenen Auges, gar nicht wissen, zu was die Organe ihres Körpers geschaffen sind", 111 235 b, so ruft der Autor des Raja Mehemna wiederholt aus. Was aber hinterher folgt, ist nichts anderes, als Mystik der arabischen bzw. Galenischen Medizin, von der nicht um Haaresbreite abgewichen wird und — darin ist der Raja Mehemna, in dem allein Stellen dieser Art stehen, durchaus originell und hat weder Vorläufer noch Nachfolger — medizinische Exegese, da jede anatomische und physiologische Einzelheit (natürlich auch falsche) aus Bibelsätzen herausgelesen wird. Die Bibel hat schon zu allen Zeiten sehr vieles ertragen müssen, aber Feinheiten der Anatomie, Blut- und PneumaVersorgung, des Pulses, 1Emden S. 18b hat gegen die 4 Elemente des Sohar garnichts einzuwenden, meint vielmehr, die Griechen hätten sie seinerzeit aus unserem Weisheitsschatze gestohlen. 2 Der Kaiser von China Hwang־te 2000 v. Ch. unterschied 5 Elemente: Wasser, Feuer, Holz, Metall, Erde, entsprechend den 5 Tugenden; ferner ein männliches, tätiges und ein weibliches, leidendes Prinzip, P a g e 1 S. 28.

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