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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Der jüdische Grabstein in der Burg zu Graz
Date
1928-01-01
Page
Seite 166 (sequence 10)
Language
German
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166 Uebersetzung des hebräischen Textes-, Wir Negel und Nissim und Schebel und Gütl und Chenndl bekennen mit dieser Schrift allen denen, die da sehen und hören seine Lesung betreffs der Güter und des Weingartens, der oben in geistlicher Sprache erwähnten Besitztümer, die früher dem Erhärt dem Chrel gehörten und clie der Abt David aus St. Lambrecht aus unserer Hand ausgelöst hat, daß wir auf die bereits obenerwähnten Güter keine wie immer geartete Forderung mehr haben. Zu diesem Behufe übergeben wir ihm diese Schrift mit anhangendem Siegel* 1 2, damit sie ihm wie oben erwähnt als Eigentumsurkunde, als Beweis und Bestätigung diene. Mittwoch, den 12. Elul 5146 9. August 1386. Schabsi, Sohn des Schabsi, das Andenken des Frommen, gereiche zum Segen; Mosche, der Sohn Aharons, das Andenken des Frommen gereiche zum Segen; Nissim, der Sohn Aharons, das Andenken des Frommen gereiche zum Segen; Guetl, Witwe nach dem Herrn Jesaia aus Graz, sein Andenken zum künftigen Leben; Chenndl, Witwe nach dem Herrn Josua, sein Andenken zum künftigen Leben. C.2 Ich Niclas der Schenkch von Osterwitz, Haubtman in Steyr, vergich mit dem offenn brief vmb die Losung, die getan hat der Erwirtig Herr Her Dauid Abt des Gotzhavs zu sand Lamprecht an dem hoff zu Weinzürel vnd an den weingartn, der pei demselbn hoff gelegen ist, vnd haizzet der Plikh, das die taiding vor mein ze Grecz in solher mazz vergangn vnd gehanndelt habnt, das der vorgenant Abt Dauid gebn hat zwayhundert phunt phennig Näglein dem judn .'von Prukk vnd Nissim'seinem prud(er), Scheblein dem judn Barochs ayden ze Grecz, Gütlein, der judinn Yschlems witibn daselbs, vnd Chandlein, der judinn Hobschlems witibn ze Grecz. Das gelt habnt die egenanten judn bereyts emphanngn für alles das gelt vnd züsprüch, das sew von Erharts wegen des Chräl vnd seiner erbn auf dem vorgenanten hoff vnd weingartn gehabt habnt, also das sew poch all ir erbn chain ansprach darnach nymmermer habn sullen 17. März 1396 mit zwei Siegeln versehen worden sind. Hingegen Schuldbriefe wurden bis zu dem Tage, an welchem Herzog Wilhelm über Vorstellungen der Bürger auch für diese Briefe die Besiegelung vom Stadt- und Marktrichter und vom Judenrichter angeordnet hat, gewöhnlich nur mit einem Siegel versehen, vgl. Polsterer, a. a. O., S. 22, s. a. 1396 Scherer, die Rechtsverhältnisse der Juden usw., Lpz. 1901, S. 474 und Rosenberg, a. a. 0., S. 23. 1 Kann auch heißen: mit angeführter Unterschrift. 2 Diese ansonst nicht gebräuchliche (27x14 cm große, ebenfalle auf Pergament geschriebene) Gerichts urkunde trägt die Nr. 473 (früher 952) des Stiftes St. Lambrecht und hat auf der Rückseite folgenden natürlich von späterer Hand eingezeichneten Vermerk: Littera p(ro) curia in Weinczürl vna cum vinea que di(citur) Plikcli redempta a Judeis per dominum Dauid abbatem. 1386, 24. Juli.

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