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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Der jüdische Grabstein in der Burg zu Graz
Date
1928-01-01
Page
Seite 164 (sequence 8)
Language
German
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164 Chrel1, gelegn ze Weinczürl2 vnd waz'darzu gehört und sunderleich vmb den waingarten genant der Plikch, gelegn pey der chirchen dacz sand Veyt3, der vormaln in den hof nicht gehört hat, vnd denselben hof und waingarten, mit aller zugehorung, wir von dem obgenannten Erhärten dem Ghrel für die geltschuld so er vns schuldig gewesn ist, erlangt, behabt, vnd mit recht in vnser gewalt pracht habn, nach sag vnsr(er) schermprief. Vnd denselbn egen hof vnd waingarten mit aller zugehorung, nichts ausgeczogn, hat der erwirdig herr Abt Dauitt datz sand Lamprecht4 ym vnd demselbn seinem Gotzhaus5 auz vnser gewalt geledigt, vnd gelost vmb zway hundert phunt wienn(er) phenig, der wir von in ge wert sei. Wir setzen auch den obgn Abt Dauiten vnd sein Gotzhaus, der vorigen güt(er) mit allr irr zugehorung nutz und gewer mit dem prief, vnd antwürten in darzu die schermprief, die wir darvber gehabt habn mit alln den rechten, als wir die mit recht in vnser gewalt pracht habn. Wir verczeichn vns auch derselben obgenannten güt(er) vnd auch aller der rechten, die wir von Erhards dez Chrel wegn von Spiegelfeld6 daran gehabt habn mit dem prief, also, daz wir fürbaz hincz dem egen Abt Dauiten zu sand Lamprecht vnd hincz demselben seinem Gotzhaus, hincz dem ganczen convent noch hincz allen irn nachkomen, nach dem egen hof vnd waingarten vnd was darzu gehört, dheinerlay ansprach recht noch vordrung weder mit prief, hoch an prief mit recht noch an recht vnd auch von dez obgen Erharts dez Chrel wegn von Spiegelfeld hincz in darnach nicht mehr habn sullen. Vnd sew mugen furbaz allen irn vnd dez Gotzhaus frum wol damit geschaffen, wie in daz am pessten fuegt an all vnser irrung. Wir sagen auch dem obgenannten Abt Dauiten vnd seinem Gotzhaus den obgen hof vnd den waingarten, vnd waz darzu gehört 1 Ghrel Kralle, vgl. oben Anm. 8. Das Steiermark. Landesarchiv zu Graz besitzt 2 Originalurkunden mit dem Wappen der Ghrels, Nr. 3120 vom 28. Oktober 1371 und 3144 vom 20. Juli 1372. Es ist ein nach aufwärts gerichteter, skelettierter Adlersfuß mit plastisch hervortretenden Krallen. Dieses Wappen jedoch verschwindet dann später und wird durch ein anderes ersetzt, in welchem nur geringe Spuren an das erste erinnern. Dieses spätere Wappen der Spiegelfelds besteht darin, daß aus der Krone des rechten Helmes ein goldener Greif wächst, der mit seinen beiden Vorderpranken einen vierseitigen, goldgefaßten Spiegel festhält. Vgl. Wurzbach C., Biogr. Lexikon des Kaisertums Oesterreich, Wien 1877, 35. Teil, S. 150, s. v. Spiegelfeld und auch die Mappe der Wappenabbildungen des steiermärk. Landesarchivs, Blatt 56. 2 Heute Weinzettl, auch Weinzöttel, Weinzödl und Weinzierl, ist ein Dorf nächst Graz am linken Murufer, zur Gemeinde Schattleiten Bez. Umg. Graz gehörend. Es liegt im Süden der Gemeinde und ist eingepfarrt nach St. Veit am Aigen. Vgl. Zahn Josef, Ortsnamenbuch der Steiermark im Mittelalter, Wien 1893, S. 488, s. V. Weinczürl und Janisch Josef And., Topog. — stat. Lexikon von Steiermark usw., Graz 1885, III. s. 1272 s. v. Weinzettl. 3 Ueber St. Veit am Aigen, früher Gabriach, Dorf in der Nähe von Graz, vgl. Zahn a. a. O., S. 175, wo auch ״der Weingarten haizzet der P.likch gelegen bey der chirchen dacz s. Veit“ in einer Urkunde aus dem Jahre 1380 genannt wird. Vgl. auch Janisch a. a. O. 1, 268 s. v. Gabriach. 4 St. Lambrecht, Bez. Murau, Steiermark. 5 Gotzhaus Gotteshaus. 6 Benannt nach dem Schlosse Spiegelfeld, nordöstlich von Kapfenberg bei St. Lorenzen im Mürztale, Bez. Umg. Bruck a. M. Vgl. Zahn a. a. O., S. 414b und Janisch a. a. 0., 111, 934. Der ursprüngliche Name war also Erhärt Ghrel von Spiegeifeld und trug er in seinem Wappen eine Kralle.

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