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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Der jüdische Grabstein in der Burg zu Graz
Date
1928-01-01
Page
Seite 162 (sequence 6)
Language
German
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162 kann, ist erstens aus der Nichtgleichzeitigkeit mit der auf dem Grabsteine verzeichneten Zeit, dann aber auch daraus ersichtlich, daß ,,Niclas der Schenkch von Osterwitz‘* nicht über das Jahr 1387 (längstens 1389)* 1, ,,Chunrat (Konrad) der Friczensdorffer“2 nicht über das Jahr 1386 und auch ״Erhärt der Chrel“ nicht über das Jahr 1386 in steierischen Urkunden erwähnt werden3. Wir besitzen also jetzt nicht allein den Grabstein unseres Nissim Sohn Aharons,. sondern kennen jetzt auch seine allerdings orthographisch nicht richtige und auch nicht sehr gefällige Unterschrift. Wir gewinnen dadurch aber auch eine gesicherte Kunde über eine im XIV. bis XV. Jahrhundert in der Steiermark lebende Familie, deren Stammbäum sich vorläufig also darstellen läßt: אהרון (Aharon) נימים Nissim (Graz), st. 27. Juni 1387 משה Negel (Bruck a. M.) יהושע Tröstlein (Graz) יאיר (Nun! 324^) Jaer (Graz) ניפים Nissim (Graz)4; אברהם Fränczl (Graz) Walthasarn Welczer mit iren briefen vbergeben habent nach lautt der brief so er darumb von in hat. Daz wir darumb desselben Welczer vnd seiner erben genediger herr vnd schermer sein wellen zum rechten vor allem gewalt vnd vnrechten angeuerd. Vnd sind das die guter vnd stukch von ersten die güter halbe in der Rachaw (jetzt Rachau) darüber n. der Liebenprunner ambtman ist. Item 28 pfenning gelts die Kuncz vnder dem Perg dient. Item die ekcher vnd holczer die der Rarenpacher imhat. Bemerken möchte ich hier nur noch, denn über den Inhalt dieser Urkunde werde ich anderweitig noch ausführlicher berichten, daß es oben in dem Satze des Geri chts brief es: Jaer und Nyssim Juden Tröstleins sun zweifelhaft ist, ob das‘Wort Juden der Genetiv Singularis oder aber der Plural ist. Ich vermute mit Rücksicht auf die folgenden Singulare bei den einzelnen Namen, daß sowohl Jaer, als auch Nissim Söhne Tröstleins waren, doch möchte ich trotzdem bei Jaer vorläufig noch ein Fragezeichen setzen. Vgl. übrigens auch Rosenberg a. a. O., S. 130, Anm. 8. — J a e r יאיר• wird nur genannt in dem hier abgedruckten Gerichtsbriefe; Nissim , der Sohn Tröstleins ebenfalls in diesem Gerichtsbriefe und in der hs. Urkunde Nr. 5489a, v. 26. Februar 1436 des Steiermark. Landesarchivs: Nissim, dem Juden Tröstieins sun zu Grecz; Fränczl אברהם in den hss. Urkunden des steiermärk. Landesarchivs Nr. 533ל vom 5. Mai 1432; 5344, v. 29. Juni 1432; 5345, v. 3. Juli 1432 und 5363, v. 3. Dezember 1432. Da er nun in diesen Urkunden Fränczl, der Jud, Tröstleins sun ze Grecz genannt wird und in der letztgenannten Urkunde er sich אברהם בר יהושע דל unterfertigt, so ersehen wir daraus, daß sein hebräischer Name אברהם, der seines Vaters Tröstlein יהושע war, und daß Nissim nur den einen Sohn יהושע Tröstlein hatte. Jetzt verstehen wir auch die Singulare אבא מורי. 1 Vgl. Krones Franz, Landesfürst, Behörden und Stände des Herzogtums Steier, 1283—1411, Graz 1900, S. 157. 2 Ueber Chunrat (Konrad) Friczensdorffer als Verweser und Richter vgl. Zwiedinek H., Das gräfl. Lamberg’sche Familienarchiv usw., Graz 1897, S. 134 und Rosenberg a. ä. O., S. 122, Anm. 5. 3 Aus dem handschriftlichen Urkundenbezw. Namensverzeichnisse• des steiermärk. Landesarchivs ist ersichtlich, daß Erhärt Chrel v. Spiegelfeld ungefähr von 1361—1386, denn aus diesen Jahren sind Urkunden über ihn vorhanden, gewirkt hat. Er und seine Brüder versahen sehr oft das Richteramt im Mürztale. Vgl. namentlich die Urkunden des steiermärk. Landesarchivs Nr. 2775, 2965, 3010 b, 3022, 3026, 3027, 3061a, 3067, 3069, 3136 und 3568 b. 4 Dieser dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach ein Enkel unseres Nissim gewesen sein, was ich aus dem alten Brauche schließe, die Kinder nach den

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