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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 154

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die Paradiesflüsse des Kurans
Date
1928-01-01
Page
Seite 154 (sequence 4)
Language
German
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154 der Wurzel des Lebensbaumes* 1 * * * *. Also die Paradiesesflüsse entspringen der Wurzel des Lebensbaumes, das kosmische Wasser entspringt der Wurzel des Lebensbaumes, folglich muß einer der Flüsse Wasser enthalten. So schloß Muhammed. Nun bleibt aber noch die Frage offen, warum gerade das Oel dem Wasser weichen mußte? Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, daß das Wasser an Stelle des Weines treten soll, da Muhammed auch schon vor dem ausdrücklichen Weinverbote eine starke Abdie Türe jenes mystischen Zeltes, die Früchte der Vorhang. ... Ein Bild des Paradieses gab Moses, indem er zwei Heiligtümer darin unterschied, indem er das eine schlechtwegs ״Heiligtum“, das andere ״das Allerheiligste“ nannte. In das erstere stand der Zutritt allezeit offen, in letzteres aber jährlich nur einmal; durch gleiche Fügung hat Gott das innere Paradies verschlossen, und nur das äußere geöffnet und dem Adam zum Genüsse überlassen.“ Also Baum Eingang des Zeltes wie in der muhammedanischen Tradition* In diesem Zusammenhang erwähnt Ephraim die Flüsse nicht, von denen er in der zehnten Ode spricht. 1 Der Umfang des Lebensbaumes entspricht einem Weg von fünfhundert Jahren und alle Gewässer der Schöpfung brechen unter ihm hervor. Beleg dafür:! ״Und er wird sein wie ein Baum gepflanzt an Wasserquellen“ (Ps 13). 'תני עץ החיים תיק שנה וכל פלגי מי בראשית מחפלגין מתחתיו, ומה טעם והיה כעץ שתול על פלגי מים. Aboth R. Nathan II Rez. Kap. 43, 60b; Jerusch. Ber. I 12b; Gen. r. XV 6; Mid. Ps. 1 § 15; Gant. r. 6, 9; Agadath Schir ha- Schirim ed. Schechter S. 13 '( Zuta ed. Buber S. 12) und Anm. S. 55 Mid. hagadol ed. Schechter S. 76; Targ. Gant. 4, 12; Beth-ha-Midrasch II SS. 28, 62. Apokalypse Pauli S. 64: Und aus seiner Wurzel gehen hervor alle wohlriechenden Gewässer und teilen sich in vier Ströme, xal ix Trjc, pifrq«; auxou s£spxET0 *icäv Eüa)Ma־caxov ö&ajp jxsp1£op.e70v eiq xsaaapa opuY^ax«. Ephraem de Paradiso II (Werke der Kvv. Kempten Bd. 35 S. 321 f.) sagt: .,,Nie versiegende Bäche schlängeln sich durchseine wonnigen Fluren, und haben von der Natur ihres Ortes einen sehr lieblichen Geruch und Geschmack, den;sie aber nicht behalten, sondern ändern, sobald sie unsere Erde berühren, denn sie nehmen die Eigenschaften unseres Bodens an, um zu unserem Gebrauche zu passen. Jener höchste Wille also, dem alles gehorcht, hat die Wasser, welche durch des Paradieses Auen flössen, in Flüsse gesammelt, durch überirdische Kanäle zu uns herabgeleitet und ihnen ihre Quellen angewiesen, ungefähr wie er auch jetzt noch selbe verdünnend ausdehnt, durch seinen Wink in eine Wolke sammelt und durch die Luft ergießt.“ Wahrscheinlich ist zu lesen ״unterirdische Kanäle“. Vgl. Ephraem Komm, zu Genesis II Hauptstück (ed. Kempten Bd. 27 S. 123). ״Aus jener Quelle also strömen sie herab, :senken sich um das Paradies herum in Kanäle und verbergen sich, fließen dann in ununterbrochenem Laufe wie aus einer hohen Quelle unten in das .Meer, durchströmen dessen Tiefe und kommen endlich in verschiedenen Quellen wiederhervor.“ Vgl.Henoch oben S. 153 Anm. 2. Deutlicher beim Bischof;Severian von Gabala, der aus Ephraem geschöpft hat: ״Es entspringt ein mächtiger Strom mit reichlichen Wassern und befruchtet das Paradies. Darauf ergießt er sich in einen Erdspalt und durchmißt in unterirdischem Laufe unermeßliche Strecken. Nur der Herr, der ihm gewiesen, kennt den Weg. Lange ist die Flut menschlichen Blicken entrückt, da bricht sie in Aethiopien, im Westen und im Osten zu neuen Quellen ans Licht.“ Vgl. ,Zellinger, Die Genesishomilien des Bischofs Severian von Gabala, S. 991—104. Verwandt mit Apokalypse Pauli und Ephraem ist der Text in Mid. Konen Beth-ha-Mi drasch II 28: ״Und er (der Lebensbaum) ist gepflanzt an einer Quelle lebenden Wassers wie es heißt: ,Und er wird sein wie ein Baum gepflanzt an Wasserquellen‘ (Ps 13), dort entspringt der Fluß Jubal, der in vier Flüsse zerfällt, wie es heißt: ,Und ein Fluß entspringt dem Eden... und teilt :sich in vier Arme6 (Gen 210), nämlich Gichon, Tigris, Pischon .und Euphrath und sie strömen hin und durchwandern die Welt.“

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