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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die Paradiesflüsse des Kurans
Date
1928-01-01
Page
Seite 155 (sequence 5)
Language
German
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155 neigung gegen dieses edle Naß zeigte1 (Sure 2216). Ich halte daher folgende Vermutung für nicht unwahrscheinlich: Einer der Flüsse führt Balsam, das ist aramäisch und syrisch ,,afarsema“ (אפרפמא), die letzte Silbe ist das arabische Wort für. Wasser ,,män‘ (cU), daher machte Muhammed aus dem Balsam (Oel) Wasser. Das verkannte Buch ״Agadath Esther“. Von Chanoch Albeck. S. Buber gab im Jahre 1897 eine Sammlung von Agadot zum Buche Esther unter dem Namen אגדת אסתר heraus. Er wählte als Grundlage eine Handschrift aus Jemen und ließ sich aus einer andern, die ebenfalls aus Jemen stammt und jetzt in Oxford liegt2, die Varianten kollationieren. Die Handschriften selbst weisen keinen Namen auf. Die erste Handschrift hat am Anfänge einen Vermerk: ...אתחיל לכתוב אגדתה דמגלה und die zweite (Oxforder): אתחיל לכתוב מדרש מגלח. Der Name Agadath Esther wurde der Sammlung von Buber verliehen. Rein äußerlich unterscheidet sich diese Sammlung von anderen Sammlungen dieser Art (wie Jalkut und Jalkut Hamachiri) zunächst darin, daß der Sammler seine Quellen nicht angibt. Zu jedem Bibelverse führt er ununterbrochen eine Reihe von Agadot auf, die er aus Talmud — vornehmlich dem Babli —, den älteren und jüngeren Midraschim schöpfte, ohne aber seine Quellen zu nennen. Als eine besondere Eigenschaft des Sammlers ist es aber anzusehen, daß er auch Stücke aus Alfasi und Maimuni in seine Sammlung aufnahm und ihnen die Form einer älteren Quelle gab (vgl. die Einleitung Bubers, S. XI). Diese äußerlichen Merkmale legen die Vermutung nahe, daß wir es hier mit keinem anderen Buche als mit dem מדרש הגדול zu tun haben, der dieselben Eigenschäften aufweist3. Auch am Anfang des MH heißt es: . . . אתחיל לכתוב מדרש חמשת חומשי תורה. Diese Vermutung wird zur Gewißheit, sobald man den Inhalt beider Bücher miteinander vergleicht. In erster Reihe fällt die große Anzahl von Parallelen in beiden Sammlungen auf. Sobald eine Agada Elemente enthält, die sowohl für einen Bibelvers in Gen. oder Ex., zu dem wir MH besitzen, als auch für einen in Esther passen, so ist fast immer diese Agada in beiden Sammlungen, in MH und AE, anzutreffen. Hierbei ist noch ganz besonders in Betracht zu ziehen, daß MH ganz andere Les- 1 Vgl. Horovitz a. a. O. S. 10. 2 Vgl. jetzt Gatalogue, Neubauer-Cowley II, Nr. 2831. 3 Vgl. die Einleitung Schechters zu seiner Ausgabe des Midrasch Hagadol zu Genesis S. XIII. Im folgenden wird der Midr. Hag. mit MH, der zu Gen. mit MH I, der zu Exodus, soweit er von Hoffmann herausgegeben wurde, mit MH II bezeichnet. Die Agadath Esther wird mit AE angeführt.

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