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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 153

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die Paradiesflüsse des Kurans
Date
1928-01-01
Page
Seite 153 (sequence 3)
Language
German
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153 a) ,,Und in der Mitte der Baum des Lebens an jenem Orte, an dem der Herr ruht, wenn er hineingeht in das Paradies. Und jener Baum ist unaussagbar durch Schönheit und Duft, und geschmückt mehr als alle Kreatur, die es gibt, und von allen Seiten an Gestalt aussehend wie Gold und purpurn und feurigen Aussehens, und er bedeckt das ganze Paradies. Er hat von allen Pflanzungen der Bäume und von allen Früchten; seine Wurzel ist im Paradies am Ausgang der Erde. Das Paradies aber ist zwischen der Verweslichkeit und Unverweslichkeit. Und es gehen hervor zwei Quellen, die eine läßt strömen Honig und Milch, [die andere] Oel und Wein, und sie teilen sich in vier Teile und umgehen mit stillem Lauf, sie gehen herab in das Paradies Edem zwischen der Verweslichkeit und Unverweslichkeit1.“ b) Gott errichtet für den Messias sieben Zelte aus Edelsteinen und Perlen, und aus jedem Zelte entspringen vier Flüsse, die Wein, Honig, Milch und reinen Balsam2 führen3. Muhammed vereinigte beide Sagen und pflanzte den Baum vor dem Zelt4. Nach der Agada aber entspringen alle Gewässer der Welt 1 Slav. Henoch, übs. von Bonwetsch VIII 3—5, Texte und Untersuehungen III. Reihe, Bd. XIV, 2. Abhandlung S. 7 f. 2 Balsam als Attribut des Paradieses häufig in der Agada. Den palästinisehen Amoräern R. Eleasar und R. Abahu zeigte man in einer Vision dreizehn Balsamflüsse als ihren Anteil in der künftigen Welt. T a a n i t h 25a; Jerusch. Ab. Sara 42a; Gen. r. LXII Anf.; Tan. בראשית § l; Tan. ed. Buber 7 § פקודי. Auch sonst ist im Paradies viel Balsam da. Gen. r. XXIII, 6; Lev. r. XXI, 10*, Gant. r. zu 4, 1. Vgl. Bacher, Ag. pal. Am. II 109. Dazu kommt: Balsamflüsse, Nwehschalom ed. Taußig S. 59, Beth-ha-Midrasch V S. 42; Seder r. d’bereschith in Bothe Midraschoth ed. Wertheimer II S. 25. Othioth R. Akiba ed. Wertheimer S. 35 ist von Balsamtau die Rede. — Die talmudischen Quellen kennen nur Balsamflüsse im Paradiese, andererseits haben wir gesehen, daß schon der slav. Henoch vier Flüsse kennt: Honig, Milch, Oel und Wein. Es scheint also, daß in älterer Zeit beide Vorstellungen nebeneinander geherrscht haben. Später wurden dann die beiden Vorstellungen zu der dritten vereinigt, daß es fünf Flüsse gibt: Milch, Balsam, Wein, Oel und Honig. Beth-ha-Midrasch V S.47. Dieser Vorstellung begegnen wir schon in der kürzeren Version des slav. Henoch. Es heißt dort: ,,Und vier Ströme vorüberfließend mit stillem Lauf, der ganze Garten jede gute Art erzeugend zur Nahrung; und der Baum des Lebens an jenem Ort, an dem der Herr ruht, wenn er hineingeht in das Paradies, und jener Baum ist unaussagbar an Schönheit des Wohlgeruches. Und der andere Baum daneben, ein Oelbaum, fließen lassend Oelimmerdar.“ (Bonwetsch S. 65.)־ Hier sind zwar die vier Flüsse nicht näher bezeichnet, sie sind aber gewiß dieselben wie in der längeren Version, so daß der Oelbaum, ״der immerdar Oel fließen läßt“, höchstwahrscheinlich die Balsamstaude ist. Zuweilen gesellt sich der Balsam zu seinen älteren vier Brüdern und verdrängt sogar das Oel wie z. B. in unserer Pesiktastelle. In eschatologischer Zeit wird Gott für die Gerechten fließen lassen: Ströme von Wein, Oel, Honig, Süßigkeiten und köstlichen Getränken und Ströme von reinem Balsam. Alle Berge werden tropfen Most und alle Hügel Honig und Milch. Alfa Betha des R. Akiba ed. Wertheimer S. 90. 3 Pes. r. XXXVII (163a). ■הקדוש ברוך הוא עושה לו למשיח שבע חופות של אבנים טובות ומרגליות וכל חופה וחופה מושכים מתוכה ארבע נהרות של יין ושל דבש ושל חלב. Höchstwahrscheinlich ist auch das Zelt in der muhammedanischen Tradition das Zelt Muhammeds. Vgl. Beth-ha-Midrasch V S. 47 in der vorhergehenden Anm. und Jalkut Gen. § 20 oben Anm. 1. 4 Vielleicht war dafür auch eine Ausführung bei Ephraem maßgebend (De paradiso III. Werke d. Kvv. Kempten Bd. 35 S. 326 f.): ״Der Baum war

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