Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neuere Literatur zur Geschichte der gaonäischen Zeit [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829951-2829954-2834437--48140-2834512- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
150 Narbonne und ein nach Lucena adressiertes Schriftstück in die Genisa von Kairo gekommen sein sollen. Es folgen einige Responsen; die Unterschriften fehlen und sind nur aus Parallelen zu erschließen. Die Numerierung zeigt, daß sie größeren Sammlungen von Responsen entnommen sind, der Sammler oder Abschreiber aber hat die Formalien leider völlig weggelassen. Ins liturgische Gebiet gehört eine Introduktion zum Targum über Ezechiel 1 (S. 34 ff.), vor allem aber die sehr interessante Litanei zu עשה למען mit Namen aus der Bibel (S. 46) und der Mischna (S. 45)1 und endlich Jozer-Kompositionen zu den Paraschen der Genesis von einem noch nicht zu identifizierenden Dichter 2שמואל החבר. Auch in B. Lewins Ginze Kedem3 findet man Ergänzungen zu Manns Veröffentlichungen. So druckt dort B. Chapira-Paris ein Schreiben des Gaons Zemach Zedek b. Jizchak, des Vorgängers von Samuel b. Chofni an Elchanan b. Schemarja in Fustat ab (S. 8 bis 13), aus dem wir die Beziehungen der alten Schule von Sura zu dem tatkräftigen ägyptischen Gelehrten kennen lernen4. Völlig neu ist die Verbindung der Geonim mit den arabischen Landschaften Yemen und Jemama, über die wir durch ein von Lewin mitgeteiltes Schreiben erfahren (S. 18—23 mit Faksimile). Außerdem bringt auch dieser Band wie seine Vorgänger einzelne Responsen5, ferner Fragmente von halachischeii Schriften der letzten Geonim sowie von den Talmud- Kommentaren des Gaons Hai und des R. Chananel. Für die Kenntnis der Liturgie ist Davidsons Hinweis auf eine alte Litanei innerhalb der Fastengebete (S. 47—49) bemerkenswert. Lewin selbst druckt unter dem vielleicht anfechtbaren Titel ,,Alte Ueberreste aus dem Machsor der Hochschule in Pumbedita“ das Fragment neu ab, das durch Marmorstein in der Monatsschrift LXVIII, 1924, S. 159 f.. mitgeteilt ist; es enthält nach Anführung der Stichworte der Haphtaras für ausgezeichnete Tage einen der nach haggadischen Vorträgen üblichen Hymnen, der ins Kaddisch übergeht und durch Erwähnung der Exilarchen und Geonim — die Namen weisen in die Zeit um 875—880 — bemerkenswert ist. Unter den Autoren, denen wir in den letzten Jahren viele Bereicherungen unserer Kenntnisse der gaonäischen Literatur verdanken, ist auch S. Assaf zu nennen. Die von ihm herausgegebene Sammlung von Responsen ist zwar nicht als besonderes Buch erschienen6, verdient aber doch wegen ihrer Bedeutung hier Erwähnung. Sie ist aus einer ganzen Reihe von Manuskripten zusammengestellt, hat aber nur unveröffentlichtes oder bisher sehr fragmentarisch ver- 1 In gewissem Sinne Ergänzungen dazu in קרית ספר II 258 ff., vgl. auch das. II 145 ff. Ein Tefilla-Fragment mit den Namen von Helden der Vergangenheit s. auch in הגרן X 85 ff. 2 Daß er יזכה geheißen hat, wie Weiß schreibt, ist nicht zu beweisen. 3 96 גנזי קדם ספד שלישי ערוך ע״י ד״ד בנימין מנשה לוין S., Haifa 1925. 4 Auch Mann druckt dieses Fragment in Hebr. Union Coli. Jubilee Volume 235 ff., aber nur 48 Zeilen (statt 108 bei Chapira) und in schlechterem Text. 5 Die von Marx Jos. Gaon zugeschriebenen Responsen stammen von Josef ihn Abitur, vgl. Assaf in קריה ספר II 143. 6 מדעי היהדות (Schriften der Universität Jerusalem) II S. 9—146; einiges daraus erschien bereits vorher in verschiedenen Zeitschriften.