Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 149

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Neuere Literatur zur Geschichte der gaonäischen Zeit [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 149 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829954-2834437--48139-2834511
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

149 besungenen Samuel b. Hananja (II, 281 ff.)1. Auch über den Kreis der durch Moses Maimonides bekannten Persönlichkeiten wira Neues mitgeteilt (I, 243 ff., II, 310 ff.). Nicht minder bedeutend ist, was so nebenbei abfällt, so z. B. die ungeheure Erweiterung unserer Kenntnis jüdischer Namen, Genealogien und Dokumente. Die Literaturgeschichte erfährt Bereicherung durch die zahlreichen bisher unbekannten Gedichte oder durch neu entdeckte Verzeichnisse von Dichtungen, wie z. B. die Liste von 62 liturgischen Liedern des bisher fast völlig unbekannten Sahlan b. Abraham (II, 104). Die Poesie ist die Stärke jener Zeit, mehr noch vielleicht die gereimte Prosa. Wenn oben betont wurde, daß wir aus dieser Epoche und dieser Umgebung keine Literaturwerke besitzen, so muß auf der anderen Seite das Verdienst anerkannt werden, welches sie sich durch die Ausbildung der hebräischen Sprache erworben haben. Der Stil all jener Autoren bezeichnet einen bedeutenden Fortschritt über den der alten Paitanim und der babylonischen Geonim, er bildet den Uebergang zur klassischen Ausdrucksweise der Dichter Spaniens. Das sehr reichhaltige Material ist von Mann in ausgezeichneter Verarbeitung vorgelegt worden. Man mag mitunter ein Wort anders lesen oder eine Lücke anders ergänzen wollen, wie er getan — leider sind nirgends Photographien der Originale beigegeben — man mag einen Satz oder einen Zusammenhang anders interpretieren — derartige Ausstellungen ändern nichts daran, daß wir hier einer ausgezeichneten Leistung gegenüberstehen, für die wir nur dankbar sein können2. Der Verfasser ist auch ständig weiter bemüht, seine Forschungen zu vervollständigen; so hat er im Hebrew Union College . Annual III, 257 ff. auf Grund inzwischen gefundener Quellen eine Reihe von Punkten neu besprochen oder Texte nach neuen Vorlagen wiederholt ediert3. Neben dem Werke von Jacob Mann treten die hier sonst zu nennenden Arbeiten an Umfang und Wert zurück, aber, wie es in der Natur dieser Quellen liegt, ergänzen die Mitteilungen aus verschiedenen Bibliotheken einander oft in der glücklichsten Weise. So geht es mit M. Weiss' Geniza-Fragmente I, die während des Weltkriegs in ungarischer Sprache erschienen waren und dann hebräisch herausgegeben wurden4; Mann hat im Nachtrag II 382 noch auf die darin enthaltenen Schreiben des ägyptischen Gaons Mazliach (eins ist 1132 datiert, ein anderes ihm zu Ehren abgefaßt), hinweisen können, die dort veröffentlicht sind (S. 6 ff.). Völlig abwegig sind Weiß' Vermutungen über die nächsten zwei Schriftstücke (S. 15 ff.). Weder hat je ein babylonischer Gaon — .Saadja eingeschlossen — einen solchen Stil geschrieben, noch ist Isaak ibn Gajjat של genannt worden; auch ist nicht einzusehen, auf welchem Wege ein nach 1 Nachträge dazu HUG Annual III 303 ff. 2 Es ist daher auch an dieser Stelle davon abgesehen worden, einzelne Ausstellungen vorzubringen. 3 Auf diese Nachträge ist oben in den Anmerkungen hingewiesen worden. 4 שרידים מהגניזה ♦ ♦ ♦ מסודרים ♦ ♦ ע״י־ פדצ ודיים, Budapest 1924, 98 S., vorher in הצופה V, VI, VIII erschienen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.