Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neuere Literatur zur Geschichte der gaonäischen Zeit [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 9)
- Language
- German
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151 öffentlichstes Material aufgenommen und mit kurzen Erläuterungen versehen. S. 9—86 enthält 65 meist sehr gut erhaltene Responsen, deren Ursprung sicher beglaubigt ist, der zum Teil auf sonst wenig bekannte Autoren wie Aaron Kohen zurückgeht (S. 72 ff.). Einzelne Responsen sind nicht nur für den Halachisten, sondern auch für den Historiker von außerordentlichem Interesse, so z. B. Nr. 9, S. 39, wo wir mit einer bisher unbekannten Ausführlichkeit über die Hierarchie und den Geschäftsgang der Metibta unterrichtet werden, oder S. 77, wo wir neben wichtigen Mitteilungen über die Organisation der Wohltätigkeit in jener Zeit auch mancherlei über die Erhaltung der Gelehrten erfahren. S. 86—146 folgt dann ein erhaltenes Bruchstück aus dem ׳ הדיןD des Jehuda Albarceloni mit den bei ihm gewohnten zahlreichen Anführungen aus gaonäischen Quellen. Häufig wird Hai zitiert, mehrmals sein הדיניף 'D angeführt; am Schluß finden sich Formulare für Urkunden, die ebenfalls auf gaonäische Vorbilder zurückgehen. Wenn wir zum Ausgangspunkt wieder zurückkehren dürfen, so wären schließlich noch die jüngst erschienenen Aufsätze von Mann über die letzten babylonischen Exilarchen mit einem Stammbaum1 2 und sein Beitrag zur Biographie Scheriras3 zu erwähnen. Es fehlt eben noch immer nicht an ungehobenem Quellenmaterial, aber auch trotz aller Vervollkommnungen des Geschichtsbildes nicht an ungeklärten Einzelheiten, die zu weiterer Forschung anregen. Die Paradiesesflüsse des Kurans. Von V. Aptowitzer. ״Das Bild des Paradieses, das den Gottesfürchtigen verheißen ward: In ihm sind Bäche von Wasser, das nicht verdirbt, und Bäche von Milch, deren Geschmack sich nicht ändert, und Bäche von Wein, köstlich den Trinkenden, und Bäche von geklärtem Honig/* Mit diesen Sätzen beginnt Muhammed die Schilderung des Paradieses4. Auf die jüdischen und christlichen Parallelen ist schon früher aufmerksam gemacht worden5. Auch im jüdischen und Christ- 1 Assaf will דינים lesen. Ueber Hais hal. Schriften schrieb er in הצופה VII 277ff. In 149 11 מדעי היהדות ff. gibt J. N. Epstein ein Fragment der הלכות von Jehudais Schüler Raba. 2 ם׳ זכרו ן (vgl. Livre d’hommage S. 145 Anm. 1) S. 18 ff. 3 ,הצופד XI 147 zur Ergänzung von X 159. 4 Kuran 4716f. 5 Wolf, Muhammedanische Eschotologie S. 192, Anm. 383; Horovitz, Das koranische Paradies S. 9. [Scripta universitatis atque bibliothecae Hierosolomitanarum I, Abhandlung VI]. Für die rabbinischen Quellen verweisen sie auf Jalkut Genesis § 20. In den geläufigen Jalkutausgaben ist dafür keine Quellenangabe vorhanden; aber ed. pr. Saloniki gibt als Quelle an: פ[רק1 גיע. Aus dem Jalkut wurde der betreffende Text im Beth־ha־Midrasch II 52 f. abgedruckt, wo der Titel irrtümlich כדר ג״ע lautet. Zu den jüdischen Quellen vgl. noch Bethha־Midrasch II 47 und weiter unten im Texte S. 153 Anm. 2 f. Zu den christlichen Quellen Apokalypse Pauli ed. Tischendorf S. 52. ׳ Vier Flüsse umgeben sie führend Honig, Milch, Oel und Wasser. 7coxa^ot xe3aaps<; exuxXouv auxvjv, p£Qvxe<; xat ^aka. xai staaov xat olvov.