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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Neuere Literatur zur Geschichte der gaonäischen Zeit [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 148 (sequence 6)
Language
German
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148 Dem viel geehrten Mann fehlt es aber auch nicht an Widersachern; selbst innerhalb seiner eigenen Gemeinde wird ihm zeitweise ein anderer Richter gegenübergestellt. Weit ernster gestaltet sich der Konflikt1 mit einem zwar von den palästinischen Hochschulen diplomierten Würdenträger, der aber in Fustat zur ״babylonischen“ Gemeinde übergegangen ist und für deren Interessen wirbt. Gegen diesen Mann, der gewissermaßen als Verräter betrachtet wird, hat Ephraim mehrere Jahre einen ihm viel Verdruß bereitenden Kampf zu führen. Die Treue, mit der Salomo b. Jehuda zu ihm steht, ist sein einziger Trost. Aber auch der Einfluß dieses Oberhauptes bewahrt ihn nicht vor bitterstem Aerger, vielleicht hat er sogar vorübergehend das Gefängnis aufsuchen müssen, Den steten Mahnungen des Gaon zum Frieden war zuletzt der Erfolg beschieden, etwa 1034 kam es zu einem Ausgleich, über dessen Zustandekommen wir wohl eine Aufzeichnung besitzen, der aber, wie in diesen Schriftstücken so häufig, einzelne greifbare Angaben nicht zu entnehmen sind (I, 133 1). Ein Problem, über das bisher wenig Klarheit herrschte, ist das des Vorhandenseins von Patriarchen (Nesiim) außerhalb Babyloniens und nach dem Aussterben der babylonischen Exilarchen. Mann hat auch hier die von Poznanski durch neues Genisa-Material. erwartete Lösung um ein gut Stück näher gebracht. Der von ihm entdeckte Divan (II, S. 14 ff.) enthält zwei um 980 entstandene Gedichte auf einen Nasi (II, 17 h), aus denen über dessen Personlichkeit2, Wohnort und wirkliche Stellung freilich wenig zu entnehmen ist. Vor 1048 erwähnt dann Salomo b. Jehuda einen aus Palästina nach Aegypten reisenden Nasi, dessen Name leider nicht zu lesen ist; in einem Schreiben aus Jerusalem an den Nasi David, den Sohn jenes Hiskija, den Abraham ibn Daud3 den letzten baby- Ionischen Exilarchen nennt, wird dessen Abreise beklagt, so daß Mann die beiden Persönlichkeiten gleichsetzt (I, 112). Daniel b. Asaria und seine Söhne sind oben bereits erwähnt, Material über sie ist II, 215—220 mitgeteilt. Zum ersten Mal lernen wir einen Pseudonasi, namens Schemtob, kennen, der auf Grund eines gefälschten Stammbaums zwei Jahre lang volle Anerkennung fand und ein sehr drückendes Regiment führte, ehe er entlarvt wurde. Später war man vorsichtiger und prüfte die Stammbäume solcher Prätendenten genau. Sehr instruktiv ist das II, 208 ff. zusammengestellte Material über jüngere ״Nesiim“ in Damaskus, in Mosul und in Mizrajim, sowie über die besondere Linie der karäischen Nesiim II, 210—215. Ebenso erfahren wir mancherlei von den Anfängen der ägyptischen Negidim (I, 254 f.), deren Familienzusammenhänge bis an den Beginn des ägyptischen Kaliphats zurück verfolgt werden (II, 249 fl), sowie von der Abstammung des durch Jehuda Halevi 1 Wenn das Datum Montag 25 Sivan (I 12ל) als Anfang des Konflikts richtig ist und der Friedensschluß 1033 stattgefunden hat, muß der Streit 1029 ausgebrochen sein. 2 Daß er צמח geheißen hat (I 24), ergibt sich bei dem Stil jener Zeit durchaus nicht zwingend. 3 ם׳ הקבלה, ed. Neubauer, S. 67.

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