Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neuere Literatur zur Geschichte der gaonäischen Zeit [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 3)
- Language
- German
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145 handelte Zeitraum erstreckt sich vom Beginn der Regierung der Fatimiden (969) bis zum Tode von Moses Maimonides (1204), seine Darstellung ist in fünf Kapitel gegliedert: I. Von der Eroberung Aegyptens durch Jauhar (969) bis zum Ende der Regierung al Hakims (1021) Bd. I, 13—74, Bd. II, 11—74; II. das Zeitalter Salomon ben Jehudas (—1051) Bd. I, 75—105, Bd. II, 75—116; III. mit demselben Titel, Bd. I, 106—152, Bd. II, 117—174; IV. Verhältnisse in Palästina und in Syrien. Nesiim und Geonim, Bd. I, 153—201, Bd. II, 75—238; V. Ereignisse in Aegypten von etwa 1050—1200, Bd. I, 202 bis 250, Bd. II, 239—340. Band I hat als Ergänzung eine zusammenfassende Darstellung der jüdischen Gemeinde- Organisation S. 251—280, Bd. II neugefundene Quellen und Ergänzungen S. 341—374 und 375383—י, eine Uebersicht über die benutzten Handschriften 384—388, ein allgemeines Register 389—412, ein hebräisches Register und Glossar 413 bis 427 und endlich ein Verzeichnis der Druckfehler 428—430. Diese Aufzählung der Ueberschriften gibt indes keine richtige Vorstellung von dem wirklichen Inhalt, der, durch das Quellenmaterial bedingt, weit reicher und bunter ist, als man erwartet. So behandelt z. B. das erste Kapitel, das an das Schicksal des Menasse ben Ibrahim al Kzaz, des Sekretärs des Kalifen al-Aziz (975—96) für Syrien, anknüpft und den aus 18 Gliedern bestehenden Divan eines gleichzeitigen Dichters bekannt gibt, weiterhin eine Juden- Verfolgung in Fustat vom Jahre 1012, gibt ganz nebenbei ein Sendschreiben des babylonischen Exilarchen aus dem Jahre 835 über den Kalender — das älteste Dokument des Werkes (II, 41 f.) —, Studien über Massoreten (das. 43 ff.) und über Joseph ibn Abitur (das. 59 1). Der Hauptteil dieses Kapitels aber (I, S. 41 ff.) gehört der Besprechung des Palästinischen Gaonats. Dieses durch zahlreiche Quellenpublikationen A. Marmorsteins angeregte und besonders durch S. Poznanski s. A.1 häufig behandelte Problem dürfte allmählich abschließend gelöst sein. Moses, der Großvater des durch seinen Streit mit Saadja (921/22) bekannten Ben Meir, der also etwa um 875 gewirkt hat, ist der erste uns bekannte Würdenträger dieser Familie, die im übrigen Anspruch darauf erhob, in direkter Linie von Hillel abzustammen und ihr Amt ererbt zu haben. Mann hat sich durch Ermittelung des Stammbaums dieser und der sie ablösenden Geonim-Familien (II, 49—59, 61 ff.) ein großes Verdienst erworben, seine Listen der palästinischen Würdenträger I, 71 und 197 werden in Zukunft die Uebersicht über diese Zeit außerordentlich erleichtern2. Er lehrt uns auch die Einflußsphäre der palästinischen Hochschulen und ihrer Leiter weit gründlicher erkennen, indem er zahlreiche Stücke aus ihrer Korrespondenz vorführt. Sind doch die zwei folgenden Kapitel um die Person des tatkräftigen palästini- 1 Vgl. jetzt die Bibliographie in Livre d’hommage a la memoire du Dr. Samuel Poznanski, S. XXXII ff. 2 Nachträge dazu gibt J. Mann in Hebrew Union College Annual III 265 ff. Monatsschrift, 72. Jahrgang. 10