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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 142

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 142 (sequence 27)
Language
German
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142 Ungenauigkeit der Methode bei kaum einem andern Gegenstand geduldet werden. Wir haben sie bei Dingen von verschiedenster Bedeutung festgestellt von der Frage an, welche Personen bei einem unwesentlichen Ereignis anwesend waren, bis zu der nach dem Wesen des Gottes der Bibel und seiner Religion. Es ist undenkbar, daß eine vernünftige juristische, medizinische oder naturwissenschaftliche Fakultät in einem Kulturland ihr Imprimatur unter ein Buch über einen Gegenstand ihres Faches setzen würde, wenn es keine bessere Methode aufwiese, als dieses. Und sicher müßten im täglichen Leben solche Methoden zum Ruin des Kaufmanns, des Industriellen, des Arztes, des Rechtsanwalts oder des Beamten führen, der sie befolgte. The Hebrew Union College Annual Bd. IV (Cincinnati 1927) enthält einen langen Aufsatz über The Oldest Document of the Hexateuch von Julian Morgenstern. Er ist vom Standpunkt der Urkundentheorie aus geschrieben und sucht nur, die Existenz einer weiteren (kenitischen) Urkunde zu erweisen. Noch im Jahre 1926 schrieb dieser selbe Morgenstern: ״Jedem aufmerksamem Forscher muß es von selbst klar sein, daß das wissenschaftliche Studium der literarischen Ursprünge und der Geschichte des Hexateuch auf der Schwelle einer neuen Aera steht. Die Zahl der fähigen und autoritativen Gelehrten, die die Unzulänglichkeit und die mangelnde Beweiskraft der sogenannten ,Urkundentheorie‘ und ihre Unfähigkeit, all die vielen Probleme zu beantworten, die sie aufgeworfen hat, empfinden, wächst ständig. Das ist ein gutes und willkommenes Zeichen, denn es bedeutet, daß die nächste Generation sicher Zeuge eines stetigen und die Mühe lohnenden Fortschritts der Bibelwissenschaft in all ihren weiten Verzweigungen sein wird/‘ (Journal of the American Oriental Society. Bd. 46, 1926, 82 f.) 1927 hat Morgenstern die Tatsachen, mit denen er im vorangegangenen Jahr vertraut war, augenscheinlich ganz vergessen. Man, mag es ihm überlassen, den Unterschied zwischen seinen verschiedenen Aeußerungen zu erklären, so gut er kann: aber da die Leser dieser Rezension mehr von der neuen Richtung der Kritik wissen als der Morgenstern von 1926 und erst recht mehr als der von 1927, erscheint es unnötig, sie mit einer ins Einzelne gehenden Besprechung der Arbeit zu behelligen. Ich beschränke mich daher auf eine oder zwei Bemerkungen: Seine Bezugnahme auf den deuteronomischen Kodex (S. 3) scheint ohne jede Bekanntschaft mit den neuen Arbeiten von Hölscher, Welch, Oestreicher, Staerk, Löhr, Sanda und vielen anderen gemacht zu sein. Weiter oben habe ich davon gesprochen, daß Ex 337-n an falscher Stelle steht, und habe darauf hingewiesen, wie undenkbar es ist, daß das Deuteronomium eine Niederlage Israels bei dem Versuch, nach Kanaan zu kommen, erfunden haben solle. Hätte Morgenstern diese Punkte richtig erfaßt, so hätte er unmöglich so, wie er es getan hat, über das Stiftszelt (passim) und die Niederlage bei Hormah (49 f.) schreiben können. Für die Art, wie er gesetzliche Dinge behandelt, genügen zwei Proben. S. 70 lesen wir: ״Aber Ex 2219 verbietet die Verehrung jeder andern Gottheit nicht direkt und schlechthin, so wie es 3414a tut;

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