Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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143 anstatt dessen faßt es eine solche als ganz möglich und wahrscheinlich ins Auge und schreibt nur die geeignete Strafe für dieses Vergehen vor, etwas, was 3414a nicht einmal andeutet/' Und S. 85: ,,Und da wir die Daten der K-Urkunde und des Bundes-Buchs auf 899 bezw. 842 v. Chr. werden festsetzen müssen, können wir nicht der Folgerung ausweichen, daß keiner der beiden Gesetzeskodizes die Opferung erst״ geborener Kinder verbot. Statt dessen sanktionieren beide, wie wir gesehen haben, die Einrichtung als etwas zu ihrer Zeit Regelmäßiges und für die Verehrung des Gottes Israels Wesentliches/‘ Dagegen genügt wohl, was S. 141 gegen die gleiche Anschauung Wendeis angeführt wurde. Gibt es in der Vereinigung amerikanisch-jüdischer Gemeinden keinen Rechtsanwalt, der sie über die wahre Beschaffenheit einer derartigen Veröffentlichung und über die Vorbedingungen, die zur Behandlung gesetzeskundlicher Gegenstände erforderlich sind, aufklären kann? Der Artikel berührt viele Punkte, zu denen sich Interessantes hätte beitragen lassen, wenn Morgenstern nur etwas von wissenschaftlicher Textkritik und von den neuen höchst wichtigen Erörterungen der involvierten Fragen gewußt hätte. So wie die Dinge liegen, hat er nur eine Fülle unwahrscheinlicher und einseitiger, Spekulationen zustande gebracht, die zu unserer Kenntnis und zu unserem Verständnis der Thora nichts hinzufügen. Zwei Schriften: Oskar Goldberg, Die Wirklichkeit der Hebräer, Einleitung in das System des Pentateuch (Verlag David, Berlin 1925) und Erich Unger, Das Problem der mythischen Realität, eine Einleitung in die Goldbergsche Schrift: Die Wirklichkeit der Hebräer (Verlag David, Berlin 1926) befassen sich mit einem neuen philosophischen System des Pentateuch. Viel Geschicklichkeit und gründliche Bibelkenntnis sind für seine Errichtung aufgewendet worden, aber es ist nicht als gelungen anzusehen. Es findet sich darin viel Zweifelhaftes an Rechtskundlichem, Philologischem und Exegetischem, und das Ergebnis muß für phantastisch erklärt werden. Goldberg und Unger konnten ihr System aus dem Pentateuch herauslesen, weil sie es vorher hineingelesen hatten, und keiner würde mehr überrascht sein von dem, was sie daraus gemacht haben, als die Verfasser, deren Werk das Buch bewahrt. Neuere Literatur zur Geschichte der gaonäischenZeit. Von I. Elbogen*. Als ich um die Jahrhundertwende Abraham Epstein kennen lernte, war er mit Studien über die Geonim stark beschäftigt, sein Artikel ,,Gaon“ für die Jewish Encyclopedia, Bd. V, und sein Aufsatz über die Quellen zur Geschichte der gaonäischen Zeit für die Harkavy- * Die folgenden Aufsätze der Herren Elbogen, Aptowitze r und Albeck sind anläßlich der 10. Wiederkehr des Todestages Abraham Epsteins (1. April 1928) zu dessen Ehrung geschrieben. Wir veröffentlichen sie um so lieber, da auch die MGWJ dem hochverdienten Forscher für manchen wertvollen Beitrag zu dauerndem Danke verpflichtet ist.