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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 140

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 140 (sequence 25)
Language
German
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140 schlachteten den Stier und sie brachten den Knaben zu Eli.“ Wer? Offensichtlich nicht der Knabe, noch Eli oder Hanna. Wie rechtfertigt das Wendeis Bemerkung? Der Text von LXX B ist ganz anders und läßt den Vater das Opfertier schlachten. Das hilft Wendel auch nicht weiter. Tiefer unten auf derselben Seite lesen wir von dem Opfer 1 Sam 9: ,,Ein Privatmann wird aus irgend einem Grunde dieses Mahl veranstaltet haben, vielleicht in Erfüllung eines Gelübdes.“ Für keine dieser Annahmen besteht auch nur der geringste Anhaltspunkt. Es sind einfach Vermutungen über Dinge, die zu wissen unmöglich ist. Gesagt wird uns nur, daß ״das V o 1 k“ ein Opfer hatte (V. 12). S. 161: ״Jakob will ein Gotteshaus in Bethel errichten, wenn er wohlbehalten zurückkehrt.“ Als Beleg für diese Behauptung wird Gen 2822 angegeben. Ein Blick auf den Vers zeigt, daß Jakob nichts von der Errichtung eines Hauses sagt; er erklärt im Gegenteil, daß der Stein ein Gotteshaus sein soll, wenn wir auch mit einigen alten Gewährsmännern wahrscheinlich besser ein לי einschalten sollten. Der nächste Satz bringt eine neue Ungenauigkeit: ,,Der Elohist erzählt dann auch, wie Jakob diesen Altar in Bethel errichtete“ (mit Verweis auf Gen 352, Druckfehler statt 7). Die vorige Stelle hatte besagt, daß die מצבה das Haus sein würde. In der Vorstellung Wendeis wird diese מצבה, die bereits bestand, identisch mit einem Altar, der erst gebaut werden soll. Solche Ungenauigkeiten sind weit ernster als sie auf den ersten Blick scheinen. Man erinnere sich, daß viele Anhänger dieser Schule die Altäre von Ex 2024-26 wiederholt Heiligtümer genannt und dann mit Häusern verwechselt haben, indem sie das Ohr des Sklaven Ex 212-6 an die Türen oder Türpfosten solcher Häuser gebohrt werden ließen! S. 175 f. wiederum finden wir eine Erörterung über den Zehnten, die nicht nur die beiden ganz klar voneinander unterschiedenen Einrichtungen des Tier- und des Pflanzenzehnten durcheinanderbringt, sondern noch dazu die bemerkenswerte Auslegung von Arnos 44 bietet: ״Wenn die Pilger hier ankommen, schlachten sie gleich am Abend ihre ובחים“, (S. 176.) Der Prophet spricht ausdrücklich vom Morgen לבקר: in Wendeis Vorstellung wird daraus ohne ersichtlichen Grund der Abend. Man kann natürlich nicht das ganze Buch in dieser Art durchgehen; aber zwei Punkten müssen wir unsere Aufmerksamkeit noch zuwenden. Wendel ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß bei den Israeliten die Sitte herrschte, den Erstgeborenen der Menschen zu opfern. Dies ist, wie er sagt, ,,nur aus dem Wesen des grausigen,, blutdürstigen Sinai- und Wüstengottes“, ״des Dämons“, zu erklären, der der Gott des A. T. ist. Doch ist er selber nicht ganz damit zufrieden. ״Trotz aller dieser Erwägungen bleibt mir bis zu einem gewissen Grade das Erstgeburtsopfer, als etwas Gewohntes, dessen Darbringung keines besonderen Anlasses bedurfte, unverständlich, besonders auch, wenn man die Schätzung des Erstgeborenen bei den Israeliten erwägt.“ (S. 156.) Und er versteht sogar, daß ״die Menschenopfer, soweit sie nicht Erstgeburt sind,“ diesem Gott ״fremd bleiben“. (S. 155.) ״Das wissen die Träger der alten Tradition, die Propheten, sehr wohl,“ fügt er unter Hinweis auf Jer 733

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