Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 24)
- Language
- German
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139 Grundgesetz, 1923, 201; M. Kegel, NKZ 35, 1924, 246 f.; D. Hoffmann, Die wichtigsten Instanzen gegen die Graf-Wellhausensche Hypothese, Heft 1 (Berlin, •Itzkowsky 1904) S. 9—16. Um Möller Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, soll das Folgende aus seiner Fußnote zitiert sein: ,,Wenn diese Tatsachen neuerdings mit vollem Recht von Wiener und Oestreicher betont sind, so sind sie schon 1899 von mir in meinem ,Bedenken‘ S. 111 geltend gemacht.“ Hält man sich dies alles vor Augen, so muß man sich wundern, warum in Heidelberg und Leipzig ein Gelehrter Dinge nicht zu wissen braucht, die in Königsberg und Bethel, Templin und Rackith wohlbekannt sind. Wegen der andern in dem Zitat von S. 89 berührten Punkte muß ich auf meine Monographie ״The Altars of the Old Testament“ verweisen. In bezug auf die Altäre ebenso wie auf vieles andere sind Wendeis Vorstellungen wirr und ungenau, aber der Raummangel verbietet es, sich mit ihnen oder mit den andern in den zitierten Stellen angeregten Fragen im einzelnen zu beschäftigen. Zwei weitere peinliche Züge schaden dem Buche wenn möglich noch mehr als die Einseitigkeit seiner Auffassung: chronische Ungenauigkeit und der eingewurzelte Hang, unbewiesene Vermutungen über Unwißbares vorzubringen. S. 98 ff. lesen wir unter Berufung auf 2 Sam 617 ff.: ,,Bei der feierlichen Ueberführuhg der Lade tanzt der König David im linnenen Ephod als Priester vor ihr her. Als die Lade dann niedergesetzt war, brachte er Brandopfer und Friedensopfer. Auch teilte er allem Volke Brotkuchen, Rosinenkuchen und אשפל aus. Vielleicht wurden die Kuchen irgendwie mitgeweiht durch das Opfer, in der Art der Brote, die bei der Eucharistie in der orthodoxen Kirche auf dem Altar mitgeweiht werden. (Die Eulogien.) Bei einem ägyptischen Fest erhält der Gott: gutes Brot, Fleisch, Kuchen, Kringeln. Die einfachen Besucher erhalten Brote als Nahrung. Bei dem israelitischen Einweihungsfest ist der König also Priester (pontifex maximus) und Gastgeber.“ In Wirklichkeit war David, weder Priester noch vollzieht er in der Samuelstelle eine priesterliche Handlung. Er war nicht als Priester gekleidet, und seine Gattin hätte ihn für sein Verhalten nicht tadeln können, wenn er so hochangesehene Funktionen ausgeübt hätte, wie es die des Priesters im alten Israel waren. Die israelitischen Priester pflegten nicht vor der Lade zu tanzen, weder in einem linnenen Ephod noch in anderer Kleidung. Brand- und Friedensopfer wurden bei vielen Gelegenheiten von Laien dargebracht, und die Gesetzgebung erkennt den Gebrauch ausdrücklich an (Ex 202426־)• Weder die Stelle in Samuel noch ein anderer Text berechtigt zu der Vermutung, daß ,,die Kuchen durch das Opfer irgendwie mitgeweiht“ wurden. Sie findet nirgends in der Bibel auch nur den Schatten einer Stütze, und die Darstellung ägyptischer Festbräuche beweist nur, daß dort der Brauch anders war als alles, was wir von israelitisehen Opfern kennen. S. 103: ,,Bei Hannas Opfer waren wohl nur Mutter, Kind und Priester zusammen.“ Das bezieht sich wohl auf 1 Sam 125. Wendel sagt nicht, welchem Text er folgt. Das Hebräische hat: ,,Und sie