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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 136 (sequence 21)
Language
German
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136 auf gestellt worden. Ich habe daher Pere H. Vincent O. P., die größte* jetzt lebende Autorität auf dem Gebiete der palästinischen Archäologie,, für die Zwecke dieser Rezension über den Gegenstand befragt. Wie er mir mitteilt, ist er zu der Meinung gekommen, daß das Datum in Sellins und Watzingers Jericho zu hoch gegriffen ist, und daß; die Ausgrabungen die Existenz Jerichos noch bis zum 12. Jahrhundert v. Chr. beweisen. Er hofft, dies bald in der Revue Biblique auf Grund, der Entdeckungen Sellins und Watzingers selbst nach weisen zu. können. Angesichts der zahlreichen Erörterungen, die gerade jetzt: über den Punkt im Gange sind, wird man gut tun hinzuzufügen,, daß diese Mitteilung vom 14. Oktober 1927 stammt. Schließlich erkennt man in bezug auf Hammurabi immer mehr an, daß die Gleichsetzung mit Amraphel unmöglich ist (s. F. M. Th. Böhl, Het Tijdperk der Aartsvaders 1925, 13 f.). Alles in allem wird also Jacks Theorie durch die einschlägigen. Tatsachen nicht gestützt. Das Ritual von Lev 16 (Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H., Berlin 1925) stellt den dritten Teil von Max Lökrs Untersuchungen zum Hexateuchproblem dar.. Es steht im wesentlichen auf einem Uebergangsstandpunkt, nämlich zwischen den extremen Anschauungen, die vor noch nicht so langer Zeit alle deutschen protestantischen Universitäten beherrschten,, und der neueren Entwicklung der letzten paar Jahre. So ist es durch die Meinung beeinflußt worden, daß das Stiftszelt nach einer Tradition außerhalb des Lagers stand, nach einer andern innerhalb. (Ich hoffe künftig Gelegenheit zu haben, zu zeigen, daß in Wirklichkeit Ex 337־u unmittelbar auf Ex 1322 folgen sollte, und daß nach Vornahme der notwendigen Textumstellung jene Ansicht unmöglich wird.) Demgemäß glaubt Lohr, daß אהל מועד und 26 ,23 ,167 מחנה Zeltheiligtum und Lager bedeuten und 16, 17, 27 Tempel und Tempelbezirk (12 f.). Meiner Meinung nach haben sie das ganze Kapitel hindurch die ersteren Bedeutungen, und es liegt kein Grund vor zu bezweifeln, daß das, Zelt innerhalb des Lagers lag. Andererseits betrachtet Löhr die Teile von Lev 16, die von dem Entsühnungsakt des Zeltes handeln, als sehr alt. ,,Wie hoch nun zeitlich dieser Ritus bzw. seine schriftliehe Fixierung, das Ritual, hinaufreicht, ist eine äußerst schwierige Frage. Der Asasel, das Zeltheiligtum, vor allem auch das ,Lager' Israels sind Zeichen, die auf die Zeit vor der Seßhaftwerdung in Kanaan, auf eine Existenz in der Hirtensteppe des südlichsten Palästina hinzudeuten scheinen. Eine schriftliche Aufzeichnung dieses alten Ritus in sehr alter Zeit anzunehmen, hindert nach dem, was. wir heute über den Gebrauch der Schrift im alten Orient wissen, nichts; einen strikten Beweis hierfür kann man allerdings nicht erbringen, ebensowenig wie für das Gegenteil" (11). Da wird nur einigermaßen die Tatsache übersehen, daß das Gesetz ausdrücklich Mose zugeschrieben wird und daß bis zum Aufkommen der modernen radikalen Schule die ganze Welt glaubte, daß es von ihm herrühre. Die Pflicht, den Beweis anzutreten, haben die, welche die allgemein angenommene Ueberlieferung in Zweifel ziehen, die auf den ausdrücklichen Aussagen des . Kapitels selbst beruht. Sie haben sie keineswegs erfüllt, und so bleibt diese Aussage bestehen.

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