Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 20)
- Language
- German
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135 auftritt, und sodann, weil die Bedeutung dieser Zeugnisse für das Habiruproblem im allgemeinen kaum überschätzt werden kann/‘ ״Das neue Material wird uns helfen, die große Lücke in unserer Kenntnis hinsichtlich der Hälfte des zweiten Jahrtausends, die die Amarnaperiode von der Zeit der ersten Dynastie trennt, zu überbrücken.“ Abgesehen hiervon — und auch hieraus ergibt sich, soweit man auf Grund dieser nüchternen Aussagen urteilen kann, nichts für die Gleichsetzung der Habiru mit den biblischen Hebräern — berechtigen die uns zur Verfügung stehenden Kenntnisse keineswegs zu der Theorie, daß sie gleichbedeutend sind. Weder eine Episode noch eine Person kann ohne Vergewaltigung als beiden gemeinsam betrachtet werden. Das wird durch Jacks Versuche, das Gegenteil zu beweisen (160 ff.) klarer als je, und das wird jeder erkennen, der offenen Sinnes an die Dinge herangeht und liest, wie er sich zu zeigen bemüht, daß Adoni-Zedek Abdi-Hiba una Japihi von Gezer Japhia von Lachisch sei. Der letztere erscheint in aer Bibel erst nach dem Fall von Jericho, von dem weiter unten die Rede sein wird. Aber dann heißt es, daß die Philologie beweise, Habiru und Hebräer seien ״praktisch dasselbe“ (130). Tut sie das wirklich? Um zu diesem Ergebnis zu kommen, werden zunächst die Vokale gestrichen. ״Vokale, besonders kurze, variieren in alten Sprachen beträchtlich, und es ist kein großer Verlaß auf sie“ (131). So behalten wir aber noch drei Konsonanten übrig. Vor einigen Jahren hat F. M. Th. Böhl, selbst ein Anhänger dieser Theorie, die Sache sorgfältig vom philologischen Standpunkt aus untersucht. Er fand: ״Somit stehen für Habiri — selbst wenn wir von der Möglichkeit der Umschreibung des anlautenden h durch א oder ה ganz absehen — noch immer nicht weniger als vier verschiedene Möglichkeiten einer Wiedergabe mit hebräischen Buchstaben zur Wahl“ (Kanaanäer und Hebräer, 1911, S. 84). Wenn wir die Möglichkeiten mit א und ה einschließen, sind es acht — ohne Berücksichtigung der verschiedenen Vokalkombinationen, die möglich sind. Auf rein konsonantischer Grundlage ist also die Wahrscheinlichkeit sieben gegen eins gegen die Gleichbedeutung der beiden Wörter, und die Wahrscheinlichkeit wird noch ins U n - gemessene vermehrt, wenn die verschiedenen Möglichkeiten der Vokale mit in Rechnung gezogen werden. Das ist die ganze Grundlage, auf der die ständigen Behauptungen über die Gleichbedeutung der beiden Wörter beruhen. Die Gleichsetzung von Amenhotep II. mit dem Pharao des Exodus ist vor kurzem von Dr. H. R. Hall als eine Ansicht charakterisiert worden, ״die kein Aegyptologe annehmen kann, ... da für uns dies die einzige Zeit ist, in der ein solches Ereignis gerade nicht möglich war, weil das genau die Zeit war, in der die ägyptische Herrschaft in Palästina am wenigsten angefochten wurde, als in der Tat eine pax Aegyptia über der ganzen Welt des nahen Ostens herrschte“ (Journal of Egyptian Archaeology XIII (1927, 5.) Was die archäologischen Zeugnisse für den Fall von Jericho betrifft, so sind in neuester Zeit viele einander widersprechende Behauptungen