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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 134 (sequence 19)
Language
German
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134 ist es zum mindestens wahrscheinlich, daß diese Leute, die als die Besitzer der Zitadelle Beth-schean zur Zeit Setis I. erwähnt werden, zu den israelitischen Stämmen gehörten, die zur Zeit Abdi-Hibas nach Kanaan kamen, und daß die späteren in Aegypten Kriegsgefangene aus den späteren Feldzügen oder ihre Nachkommen waren. Nichts spricht gegen diese Ansicht, viel jedoch dafür“ (240). Wir beginnen mit dem letzten Punkt. Jack hat den Bericht von Ri 127 übersehen, nach dem den Israeliten die Einnahme von Bethschean nicht gelang. Angesichts dessen ist die Hypothese, daß sie die Zitadelle in Besitz hatten, unhaltbar. Offensichtlich waren jene ‘Aperu keine Israeliten. Eine andere Bibelstelle widerlegt vollständig die Theorie eines erfolgreichen Einfalles von Kadesch-Barnea aus. Deut 143—2U berichtet in der nachdrücklichsten Sprache, daß der ursprüngliche Plan, durch das Negeb einzuziehen, durch eine so vernichtende Niederlage ein Ende fand, daß die Israeliten 38 Jahre lang in der Wüste wandern mußten, ehe sie eine weitere Angriffsbewegung versuchen konnten. Dann wurde der Einfall von einer anderen Stelle aus unternommen. Das ist schlagend, denn kein Volk erfindet je Berichte über Niederlagen, die es nicht erlitten hat. Im Gegenteil, das Bestreben eines Volkes geht immer darauf, seine Großtaten aus Vergangenheit und Gegenwart zu verherrlichen, nicht aber Siege zu Niederlagen zu machen und erfolgreiches Vorrücken zu melancholischen Wüsten Wanderungen. Man kann sich der Gewalt dieses Arguments auch nicht dadurch entziehen, daß man das Deuteronomium auf eine späte Zeit ansetzt. Denn kein religiöser Führer könnte dadurch ein Volk zur Annahme, seiner Lehre überreden, daß er ihm von einer Niederlage erzählte, die seinen Einfall vereitelt hätte, wenn es doch historische Tatsache wäre, daß es das Land mit Erfolg erobert und seitdem immer im Besitz behalten hätte. Nicht besser steht es, wenn wir das Zeugnis der Bibel mit der Hypothese vergleichen, daß die Israeliten von Seir gekommen seien. Der einzige Einbruch in das Land, der Erfolg hatte, wurde von Transjordanien gegenüber Jericho aus unternommen. Die Frage, wer die Habiru wirklich waren, ist zur Zeit noch nicht zu lösen. Es gibt hierfür neues, bisher noch unveröffentlichtes Material. ״Im Frühjahr 1925 wurden Ausgrabungen auf einem kleinen Feld in der Nachbarschaft von Viran Shehr etwa 10 Meilen südwestlich von Kerkuk angestellt. Die freigelegte Fläche erwies sich als Teil einer größeren alten Stadt, die als Nuzi bekannt ist1.“ Sie lieferte mehr als tausend Keilschrifttäfelchen. ״Wir finden häufig Männer mit charakteristisch semitischen Namen, die ausdrücklich als von Assur kommend bezeichnet werden, und die sich einem der Magnaten von Nuzi in die Sklaverei verkaufen. Besonders interessant ist es, daß in solchen Fällen die Leute aus Assur Habiru genannt werden, interessant einmal darum, weil hier zum ersten Mal die Bezeichnung Habiru zusammen mit rein semitischen Namen 1 A New Factor in the History of the Ancient East, von Edward Chiera und Ephraim A. Speiser. Annual of the American Schools of Oriental Research, Bd. VI (für 1924/25, 1926). Meine Zitate stammen von S. 75, 84 und 90.

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