Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 11)
- Language
- German
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- Isaiah 3× ep/1005097
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126 in Wirklichkeit ganz einfach sind. So schreibt er, der Gott Israels wolle ,,nach der Propheten Aussage (Jesaja 110 ff., Hos 213 ff.) von Sabbat und Neumondfeier ebenso wenig etwas wissen wie von den anderen kultischen Verrichtungen und Festen/' (S. 14.) Es ist natürlich unvorstellbar, daß ein Prophet wie Jesaia, der in seiner Berufungsvision durch die Berührung einer Kohle, die ein Seraph vom Altar genommen hatte, zu seinem Dienst geweiht wurde, den Gebrauch dieses Altars verurteilt haben solle. Aber wenn Meinhold das für die Meinung des Propheten hält, — warum sagt er dann nicht auch, daß er das Gebet verwarf? Die eine Behauptung ist ebenso richtig und so unrichtig wie die andere, denn an der nämlichen Stelle fährt Jesaja fort: ,,Wenn ihr euere Hände ausbreitet, will ich meine Augen von euch abwenden; auch wenn ihr Gebete häuft, höre ich nicht" (116). In Wirklichkeit verwirft natürlich der Prophet weder das Gebet noch andere Formen des Gottesdienstes, sondern die Vorstellung, als ob solcher Dienst die schwersten Verbrechen sühnen könnte; denn am Ende desselben Verses fügt er hinzu: ,,eure Hände sind voller Blut", und in V. 16f.legt er Gottes Forderungen für Wiedergutmachung nieder. Man kann nicht ernsthaft annehmen, daß Jesaja dem Gebet, dem Sabbat oder dem Neumond feindlich gesinnt war; selbst Meinhold dürfte kaum zu behaupten wagen, daß er das erstere mißbilligt. Ganz ebenso verhält es sich mit der Stelle aus Hosea. Der Prophet schleudert seinen Bannfluch gegen Israels Abtrünnigkeit mit den Baalim. Er droht dem Volke mit dem Verlust aller Güter des Lebens — des Kornes, des Weines, der Wolle, des Flachses, der Freudenzeiten, der Weinstöcke und Feigenbäume (2uff.). Es wäre ebenso sinnvoll — weder mehr noch weniger — wenn man sagte, Hosea wolle von Korn, Wein usw. ,,ebensowenig etwas wissen wie von den kultischen Verrichtungen," wie jene Behauptung über Sabbat und Neumond aufzustellen. Ich kann hier nur noch einen Faktor erwähnen: Meinholds unzureichende Kenntnis der Tatsachen, die Palästina und die Bibel betreffen. So behandelte er Ackerbaugesetze als Zeichen nachmosaischen Datums. Hierzu mag Löhr angeführt sein: ,,Das ,Israel' in Gosen hat, wie es nach der Ueberlieferung, Num 115, 1614, 205, den Anschein hat, keineswegs ausschließlich von der Viehzucht und ihren Erträgnissen gelebt, sondern hat auch Garten- und Ackerbau sowie Fischerei betrieben. Es sehnt sich jedenfalls zurück nach den Fischgerichten Aegyptens, nach Gurken, Melonen, Zwiebeln und Lauch; es vermißt in der Steppe die Saatfelder, die Feigenbäume, Weinstocke und Granatapfelbäume. Man geht allerdings heute an diesen Aussagen der Ueberlieferung glatt vorbei, obgleich sie nichts enthalten, was aus dem ägyptischen Milieu irgendwie ,herausfällt." (Das Deuteronomium, 1925, S. 194.) Wirklich lesen wir, daß Isaak im Südlande säte und hundertfache Ernte erzielte. (Gen 26la). Durch die Sitten, die sich bis heute in Palästina erhalten haben, wird diese Stelle eigenartig illustriert. Im Bezirk um Berseba kann man Beduinen in ihren kleinen primitiven Zelten auf dem Lande lagern und Ackerbauarbeit verrichten sehen. Der Regenfall ist sehr spärlich und sehr unsicher, so daß die Ernte