Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 10)
- Language
- German
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125 geschrieben. Der Chronist weist bekanntlich demselben König und nicht Mose die Organisation des Tempeldienstes zu. Die ganze Gesetzgebung Ezechiels wird ohne jede Erwähnung Mosis gegeben, und dasselbe gilt für alles, was auf die Propheten zurückging. Ahas regelt den Öpferdienst neu (2 K 165נ), aber ohne eine Andeutung mosaischer Autorität. Diese Beispiele ließen sich leicht vermehren. Tatsache ist, daß nichts Mose zu geschrieben wird, als wovon man glaubt, daß es von ihm stammt. Wenn Meinhold in der Lage ist, irgendwelche ernsthafte Argumente beizubringen, die die Autorschaft Mosis für die pentateuchische Gesetzgebung in Frage stellen, so steht ihm frei, es zu tun; aber durch Behauptungen dieser Art, die jeden Leser des Alten Testaments in Erstaunen setzen müssen, wird er seiner Sache nicht nützen. Ferner schreibt er: ״Wenn daneben Mose bei Qadesch (J‘, Ex 1525), Josua bei Gilgal (J‘, Jos 2425) dem Volke Satzungen und Rechte in größerem Umfange vorlegen/' (9), und gibt sich keine Rechenschaft darüber, daß als die Szene des in dem ersten Vers geschilderten Ereignisses Marah und nicht Qadesch angegeben ist und als die des zweiten Sichern und nicht Gilgal. Vielleicht ist Meinhold der Ansicht, daß jene Vorgänge nach Qadesch bezw. Gilgal zu verlegen sind, aber dann hat er nicht das Recht, seine Ideen ohne ein Wort der Erklärung einfach als Tatsachen hinzustellen. Vielleicht hat er aber. auch wirklich die wahren Tatsachen vergessen oder übersehen, als er seine Broschüre schrieb. An einer anderen Stelle (S. 25) erzählt er uns, daß die LXX Ex 2024 tazkir habe. Ich persönlich glaube, daß dies die richtige Lesart ist, aber es ist nicht die Lesart der LXX, die vielmehr I7rovojidaco hat. Von den bei Brooke und McLean angeführten Quellen hat nur pa2 hzovofida^ und f hat iTuovofxdoyze. Die einzige andere wichtige Variante ist sTzovofidacoai die ej und der Bohäre bieten. Jeder Grundlage entbehrt auch die Behauptung auf S. 26 in betreff Ex 33: ״So soll Mose ein mit dem von den Israeliten gelieferten Goldschmuck verziertes Zelt außerhalb des Lagers herstellen.“ Durch kein Wort des Kapitels wird die Annahme gerechtfertigt, daß das Zelt von Ex 337-u mit dem von den Israeliten gelieferten Goldschmuck verziert werden sollte. Das ist reine Erfindung. Tatsache ist, daß hier gewichtige Gründe, auf die ich jetzt nicht eingehen kann, für die Ansicht sprechen, daß Ex 33?-n eine falsch eingeordnete Stelle ist, die ursprünglich nach 1322 stand und mit ihrem gegenwärtigen Kontext nichts zu tun hat. Wenn Meinhold in Bezug auf Tatsachen unzuverlässig ist, so steht es nicht besser um ihn, wenn es sich um die Bekanntschaft mit der einschlägigen Literatur handelt. Vergebens suchen wir nach Spuren des Einflusses, den die Arbeiten von Dahse, Löhr, Etaerk, Sanda, Kegel, Oestreicher, Welch und mir ausgeübt haben könnten. Dennoch hätte ein gründliches Studium unserer hierher gehörigen Arbeiten ihn vor vielen seiner Fehler bewahrt. Ein dritter Grund für die Geringwertigkeit von Meinholds Arbeit ist in seinem Mangel an Sympathie für den hebräischen Geist zu suchen, der ihm das Verständnis von Ausdrücken verschließt, die