Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 122

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 122 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829954-2834436--48110-2834484
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

122 Daß die- Leviten Moses, Aaron und Miriam in Aegypten waren, ist unbestreitbar (s. z. B. Hos 1214, Mi 64, I Sam 227). Damit sind wir über Levi, einen der Leastämme, unterrichtet. Die andern Leastamme sind Reuben, Simeon, J.uda, Isachar und Sebulon. Reuben spielt eine beherrschende Rolle in der J osephsgeschichte (Gen 3721 i, 29, 4222, 37), und ging schon nach der bloßen Erzählung ganz gewiß nach Aegypten. Ferner finden wir Reubeniten in der Wüste bei Mose (Nu 16, Deut 116), und der ganze Bericht von der Anweisung ihres Stammeswohnsitzes im Ost jordanland, zusammen mit der uribezweifelten geschichtlichen Tatsache, daß das wirklich ihr Wohnsitz war, stellt den Aufenthalt dieses Stammes in Aegypten außer Frage. Simeon und Juda fielen zusammen von Jericho her ein (Ri 1). Das war nur möglich, wenn sie von Osten nach Kanaan gekommen waren. Es macht die Theorie unmöglich, daß sie im Lande gewesen seien, während die Rachelstämme in Aegypten waren. Ferner spielen sowohl Simeon als auch Juda ihre Rolle in der Josefserzählung (Simeon Gen. 4224,36, 4323; Juda 3726, 433, 8, 4414, 16,18, 4628), und Achan vom Stamme Juda tritt zusammen mit Josua auf (Jos 7). Diese Stämme waren also auch in Aegypten. Sebulon wird Ri 130 in einer Weise erwähnt, die die Anschauung zeigt, daß sein Stamm sich zur Zeit des Einfalls ebenso wie die anderen Stämme an der Eroberung beteiligt habe. Dazu werden noch alle diese Stämme Deut 2712 f erwähnt. So finden wir, ohne Stellen zu berücksichtigen, die als dem vermeintlichen P zugehörig angesehen werden können, eine ganze Sammlung von Zeugnissen dafür, daß die Leastämme in Aegypten waren. Und beiläufig mag bemerkt werden, daß, wenn man alle Söhne Leas aus der Josefserzählung herausschneidet, die ganze Geschichte unmöglich wird. Sonderbar genug schreibt Procksch auf einer anderen Seite ,,als Mose das Volk Israel aus Lea und Rachel schuf“ (S. 203). Wann, wo und wie tat er das, wenn die Leastämme niemals nach Aegypten gingen und nicht am Auszug und den Wanderungen teilnahmen? Wo sollen wir also Beweise dafür finden, daß sie in Kanaan blieben? Nach Procksch' Meinung aus Gen 38. In diesem Kapitel lesen wir von der Geburt des Serach, des Vorfahren jenes selben Achan, den wir bei Josua finden, eine Tatsache, die seiner Hypothese sicher nicht günstig ist. Tamar ist, wie Procksch schreibt, ,,ein Weib aus Fleisch und Blut“. Das bedeutet, daß die anderen Personen dieses Kapitels gleichfalls Individuen sind. Ferner haben wir es deshalb mit einer wahren Geschichte zu tun, weil kein Volk der Welt eine Erzählung erfinden würde, die für seine Vorfahren so wenig schmeichelhaft ist. Man kommt also nicht über die Tatsache hinweg, daß ein Mann namens Juda sich in der hier angegebenen Weise verhielt. ,,Man kann sich auch hier den friedlichen Verkehr zwischen Juda und *Kanaan nur aus vormosaischer Zeit denken, so daß die Tamarsage eine höchst wertvolle Quelle der ältesten Geschichte Judas ist.“ (S. 214.) ,,Zudem scheint die Sage Judas Geschlecht in Kanaan eingewurzelt zu denken; denn Juda ist kein גר mehr, sondern Rechts-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.