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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 120

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zur neuesten Pentateuchliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 120 (sequence 5)
Language
German
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120 Zweck haben? Sind nicht Jakob, Isaak und Beerseba im Deutschen und in allen anderen europäischen Sprachen als ganz wohlbekannte und vertraute Worte fest eingebürgert? Weiß ein Europäer unter zehnen, wie S auszusprechen ist, selbst wenn es durch das Zeichen ‘ wiedergegeben wird? Und selbst wenn er es weiß, so ist doch der Endkonsonant von Jakobs Namen durch das deutsche b nicht korrekt ausgedrückt, so daß er auch bei dieser Schreibweise die wirkliche Form des Namens nicht erhielte. Und wenn die Annahme solcher Transkriptionen wirklich einen Sinn hat, warum werden daneben Formen wie Israel und Pharao unverändert beibehalten? Würde man diese Methoden auch anwenden, wenn man es mit so vertrauten Namen wie London, Paris oder New York zu tun hätte? Solche Ausstellungen lassen sich leicht vervielfachen. Die Wahrheit ist, daß die Praxis der Philologen hier der Verbreitung der Kenntnis der Bibel und der Liebe zu ihr hinderlich ist. Ein anderer Punkt, wo die Philologie dem Bibelstudium schädlieh ist, liegt darin, daß sie die Bedeutung gewöhnlicher, wohlbekannter Worte verdunkelt. So lesen wir zu Gen 24 (S. 20): ,,עשה, machen' ist wohl gleich ar. 'asija, den Abend verbringen', scheint also gegenüber der Tageslast des עמל die leichtere abendliche Hausarbeit zu sein." Bemerkungen dieser Art vermindern sicher das Verständnis des Lesers für seinen Text eher als daß sie es vergrößern. Im Hebräischen hätte עמל nicht für die Erschaffung der Erde gebraucht werden können; ebensowenig besteht die Möglichkeit, eine Bedeutung wie ,,leichtere Hausarbeit" aus dem Text herauszuholen. Procksch hat leider den unvorteilhaften Weg eingeschlagen, das Material nach den vermeintlichen Quellen J, E und P zu ordnen. Er betrachtet sie als ,,erwiesen", eine Anschauung, die ich nicht teilen kann; aber selbst wenn sie es wären, so würde die praktische Unbequemlichkeit der Anordnung alle andern Ueberlegungen aufwiegen. Wer sehen will, was Procksch zu Kap. 25 zu sagen hat, muß wegen r6 S. 141 ff. nachsehen, wegen 711״a S. 525 ff., wegen nb S. 155 ff, wegen 12 ff. S. 533 ff, wegen 18 S. 112 ff., wegen 19f S. 536 ff., wegen 21 ff.* S. 163 ff. und S. 328 ff., wegen 24 ff.* S. 536 ff. Das Sternchen ist nicht erklärt, scheint aber zu bedeuten, daß nur Bruchstücke der Stellen auf den angegebenen Seiten zu finden sind. Um zu zeigen, was dabei herauskommt, umschreibe ich seine Uebersetzung von 2525-27 (S. 163): ,,. . . [Der ältere war] rötlich, [und er nannte seinen Namen 'Esau].[und er nannte seinen Namen Ja'kob]. Und als die Knaben aufwuchsen, ward ‘Esau ein Mann, der Jagd kundig, [Ja'kob aber] ein Zeitbewohner." Das scheint mir die bestmögliche Kritik sowohl der Methode als auch der Behauptung im Vorwort: ,,Doch die Quellen der Genesis dürfen nach 170 Jahren für erwiesen gelten, ihre gegenseitige Selbständigkeit und ihr literarischer Sondergehalt aber können nicht besser veranschaulicht werden als durch getrennte Uebersetzung mit zugehörigem Kommentar. So erst kann die Eigenart der drei Quellen überall herausspringen." Die Wirkung wird erhöht durch die Anmerkung:: ,,So ist die Quellenscheidung c. 2521 ff. zum Teil mehr ein

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