Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Theodor-Ahlbecks Bereschit Rabba [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 3)
- Language
- German
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468 Ueberwältigendes wird hier geboten. Sprachliches, Inhaltliches, Vergleichung. Für das Sprachliche wird Aruch, Levy, Dalman, Krauß-Löw (von Löw und Leopold Cohn auch briefliche Auskunft), — besonders aber Bachers Agadawerk ־verwertet. So erklärt Th., Jakob habe sich, als er die Seinigen wie das Seinige über den Jabbok setzte, als Fährmann betätigt; Th. nimmt mit Bacher ein a7ca$ Xs׳fdy.svov an ג$ר (S. 908). Mir dünkt, die bisherige Vorstellung, Jakob habe sich förmlich zur Brücke für die Seinen gemacht, wirke stärker. Einer selbständigen etymologischen Erklärung Th.s glaube ich bloß einmal begegnet zu sein: [אגימי wird ansprechend als o^e ^wohlan denn[ gedeutet. (S. 92’5.) Am einfachsten erklärt Th. derart, daß er die dunkeln (fast durchweg aramäischen) Stellen in klares Hebräisch überträgt (Schöne Beispiele S. 880, 924, 941—948). Doch dabei hat es nie sein Bewenden. Die Erklärung setzt sich gewöhnlich derart fort, daß von den zusammengestellten Textvarianten die aufschlußreicheren besprochen, besonders aber derart, daß die Parallelen d׳er מסורת המדרש wörtlich angeführt und eingehend verglichen werden. Z. B. die Deutung von רחל עקרה (,,Rachel war kinderlos“) Gen 2931 als רחל היתד״ עקר חבית in Rachel wurzelte Jakobs Haus, diese Deutung wird durch die Parallelen wirkungsvoll beleuchtet. (S. 828, 824.) Aehnlich die Legende von den Engeln, die Gott zu Jakobs Schutz gegen Esau entbietet: Esau wird von der ersten Engelschar angegriffen, er schreit: lasset ab von Abrahams Enkel, — es hilft ihm nichts, er wird gezüchtigt. Der zweiten Schar ruft er zu: lasset ab von Isaaks Sohn, — es verfängt nicht, er wird gezüchtigt. Vor der Dritten beruft er sich darauf, daß er Jakobs Bruder ist. ,,So, der Bruder Jakobs, unseres Freundes, nun, dann zieh in Frieden“ (S. 929, 930). Seine Vorgänger in der Erklärung des Ber. R. hat Th. gewissenhaft durchforscht und tüchtig verwertet, z. B. bei der Erörterung der aggadischen Frage, warum Jakob, trotzdem er Gott den Zehnten von Allem angeboten, dennoch von seinen 12 oder (mit Dina, Ephrajim, Menasche) 14 Kindern nur einen, Levi, Gott geweiht hat (S. 827). Bemerkenswert wird das Mißverständnis erhellt, wie die Erklärung, דודאים bedeute Jasmin, arabisch סעדא, eben dem Gaon Saadja zugeschrieben wurde (S. 837). Die Vergleichung führt Theodor ins Weite, ins Weiteste. Zu beachten die Uebereinstimmung des Targum Jeruschalmi mit dem Bereschit Rabba. Einige Beispiele: Jakob betet, Gott möge ihn vor Blutvergießen, Götzendienst und Unzucht bewahren (Gen 28a0, Theodor S. 801). Joseph hätte von Lea, Dina von Rachel geboren werden* sollen; Leas Gebet tauschte die Kinder im Mutterleibe aus (Gen 3022j Theodor S. 845). Targum Jeruschalmi folgt auch darin der halachischen Aggada, daß er den Engel die rechte Hüfte Jakobs verletzen läßt (Gen 3 23s, Theodor S. 923, 924). Zur Vergleichung wird auch die apokryphe Literatur reichlich herangezogen. Die Aggada über den sündigen Priester יקים איש צדורות wird durch Alkimos aus dem Makkabäerbuch und durch Josephus erhellt (Gen 2727 GR. 68, Th. 741, 742). Für die apokryphe Erzählung von Bel und dem Drachen findet Theodor (S. 790) Entsprechendes in der Aggada. Sirachs Weisheit muß ja schon darum besprochen werden, weil Gen. R. (73 Ende) aus dieser den Satz anführt לב אדם ישנה פניו (Th. 857). Theodor folgt den Spuren des Bereschit Rabba auch bei den Kirchen- Vätern. Auch Ephrem Syrus erklärt, der Duft׳, der dem blinden Isaak von Jakob entg'egenströirit, sei der Duft des Paradieses ((Theodor S. 741.) Uebereinstimmend mit Ber. R. lehren auch mehrere Kirchenväter, Rachel habe die Teraphim Labans nur darum entwendet, um ihren Vater vom Götzendienste abzubaiten. (Gen R. 74, Theodor S. 863.) Die Parallelen aus ändern Midraschim werden in überwältigender Fülle herangezogen. Wie ich von Immanuel Löw erfahre, hat er schon seit jeher auf die Einschränkung dieser Fülle gedrängt. Albeck gibt jetzt dem Drängen nach, trifft von der 68. Parascba (S. 769) an eine Auswahl in Theodors Stoff- Sammlung und. möchte Wiederholungen meiden. Theodor durchforscht auch die spätem Midraschim, welche aus Bereschit Rabba geflossen sind. Auch in den Piutim folgt er dieser aggadischen Einwirkung (Z. B. S. 847). Wie in Bereschit Rabba allgemein, wird auch in dem jetzt herausgegebenen Paraschot 65—80 VieLes, Bedeutendes geboten. Auch Zeitgeschichtliebes. Germanen und afrikanische Völker werden als Zügel für R,oms Macht-