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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 7 · p. Seite 467

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 7
Article
Theodor-Ahlbecks Bereschit Rabba [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 467 (sequence 2)
Language
German
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467 Gleichsam von einem Zauberbann erlöst atmet man auf, wenn man die prächtigen Hefte des Bereschit Rabba so flott aufeinander folgen sieht. Denn wie ein Zauberbann schien es auf der Herausgabe oder Neuherausgabe der großen Midraschwerke zu lasten. Als ob nach Bubers und Friedmanns Tod kein derartiges Unternehmen zu Ende geführt werden könnte! Da haben wir mtn gleich die Veröffentlichungen der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Noch im Jahre 1917 hat sie uns das Siphre zu Numeri in der mustergültigen Bearbeitung von H. S. Horovitz geboten. Zum Deuteronomium entbehren wir sie bis heute. Friedmanns Sifra (Brbslau 1915) bricht inmitten der ersten Sidra bei Lev 39 ab. Die längst angekündigte Mecbilta ist noch nicht erschienen1. Schon 1902 hatte Schechter den Midrasch haggadol zur Genesis prachtvoll herausgegeben. Die Fortsetzung übernahmen die מקיצי נרדמים, doch veröffentlichten sie bloß ein Heft zum Exodus (1913), welches seit anderthalb Jahrzehnten keine Fortsetzung findet. Nur durch die Zitate Gasters aus den weiteren Büchern wird man zuweilen erinnert, welcher Schacht hier noch auszübeuten bleibt. Bei solchen Erfahrungen durfte man auch über clas Schicksal des Bere- ^chit Rabba von Theodor •besorgt sein. Nach tief angelegten Vorarbeiten war im Jahre 1903 das erste Heft erschienen, 1912 der erste Band fertig. Einige weitere Lieferungen folgten baldigst. Doch dann ließ Kriegesnot und Nachkriegsweh das Unternehmen ins Stocken geraten. Uns minder Eingeweihten klang es als willkommene Botschaft, wie H. L. Strack in seiner Einleitung in Talmud und Midrasch (München 1921, S. 211, 212) erklärte, ,,die baldige Vollendung der wichtigen Arbeit ist gesichert.“ Doch als im Jahre 1923 der hochverdiente Theodor stirbt, und von 1921—1926 kein weiteres Heft erscheint, erneuert sich die bange Frage, soll das große Werk ein unfertiger Block bleiben? Das soll es nicht. Die Akademie für die Wissenschaft des Judentums sichert sich einen Ruhmestitel dadurch, daß sie Theodors Unternehmen durch Ch. Albeck fortsetzen und, nehmen wir es nur vorweg, würdig fortsetzen läßt. In den uns vorliegenden drei Lieferungen (S. 723—960, Par. 65—80) haben wir es zum großen Teil noch mit Theodors Arbeit zu tun, der bis zur 86. Paraseha die Textvarianten zusämmengesteilt und seinen Kommentar מנחת יהודה fertiggestellt hatte. Albeck hatte hier keineswegs Leichtes zu leisten, immerhin aber Leichteres, als ihm künftighin bevorsteht. Bei dieser Wendung des Unternehmens erwächst der Besprechung die Pflicht, dem Begründer wie dem Fortsetzer gerecht zu werden und etwaige Wünsche für die Ausführung vorzubringen. Theodors Bereschit Rabba. Einmal (S. 841) klagt Theodor ״ והסופרים לא דקדקו; בחסידות־ וביתרותdie ^Abschreiber achten nicht auf gekürzte oder vollständige Schreibung.“ Ihm seihst läßt sich dieser Vorwurf nicht machen, er achtet selbst auf Gering״ fügiges. Jahrelange Forschung führte ihn zu der Entdeckung, daß die Hand״ schrift im British Museum Add. 27, 169, wenn auch nicht den Archetypus des Ber. R., so doch die zweckmäßigste Grundlage für eine Ausgabe bietet. In dieser unterscheidet er den Grundtex't, Glossen sowie mit verblaßter Tinte hinzugefügte Zusätze. Zur Ueberprüfung und Verbesserung dienen ihm 2. eine Pariser, 3. eine vatikanische, 4.—5. zwei O'xforder, 6. eine Stuttgarter, 7. eine Münchener, 8. eine verstümmelte Londoner, 9. eine (späte) jemenitische Handschrift und 10. einige Blätter aus der Kairoer Geniza. Diese Geniza- Blätter werden eben in der vorliegenden 11. Lieferung (S. 811, 813, 815, 838, 868) verwertet. Nebstdem werden die bedeutendsten Drucke befragt und aus der Wilnaer Ausgabe die Einteilung der Paraschöt in Unterabschnitte übernommen. Erst ־wird in großen schönen Lettern das Schriftwort gegeben, dem sich fortlaufend die Deutung des Midrascb anschließt. Darauf folgt in Nonpareil״ druck die ימםורת המדרש die Zusammenstellung der Parallelen. Dann werden sehr übersichtlich die חלופי נוסחאות, die Textvarianten, zusammengestellt. Das ganze wird durch den überreichen Kommentar .מנחת יהודד abgeschlossen und gekrönt. 1 Die ersten Lieferungen werden nunmehr ausgegeben. *30 ־

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