Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der Piut des R. Sahlal Gaon und das Jahr seiner Abfassung
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 431 (sequence 6)
- Language
- German
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- Simlai 3× ep/1007159
- Job 1× ep/1005326
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431 Zur 3. Zeile bemerkt D. (n. 62): Der Sinn dieses Verses ist dunkel. — In den vorangehenden Versen wirft der Dichter die Frage auf: Warum weint das Kind, wenn es zur Welt kommt? Es sollte sich doch freuen (והיה לו בדי לגיל בשו־ים gibt keinen guten Sinn; es ist wohl בגידים zu lesen), dem engen Kerker entronnen zu sein (ואיך היה בלחץ רב ויצא ist korrekt, und man braucht nicht mit D. ואיך durch ואם zu ersetzen), und das neuerblickte Licht mit einem Jubellaut begrüßen. Die Antwort findet er, wie D. richtig erkannt hat (n. 61), in dem Worte des R. Simlai (Nidda 30b Mitte), es strahle über dem Haupte des Kindes im Mutterschoße ein Licht (בחילת in Z. 1 ist wohl nur ein Druckfehler; es muß nach Ijob 293 בהלת lauten), in dessen Scheine es die Welt von einem Ende zum andern schaue. Diesen Ausspruch deutet Sahlal dahin, daß des Kindes noch schlum־־ niernde Seele in traumhafter Vision dessen ganze irdische Zukunft an sich vorüberziehen sieht. Und dieses bange Wissen um sein bitteres Los erfüllt sein Herz mit solcher Trauer, daß es seinen Eintritt ins Dasein nur mit einem Schmerzenslaut zu begrüßen vermag. Diese pessimistische Auslegung findet übrigens ihre Bestätigung in den anschließenden Worten des R. Simlai, nach denen die Tage, die der werdende Mensch im Mutterschoß geborgen ruht, die glücklichste Zeit seines ganzen Erdenlebens sind. Allerdings deutet der Dichter kaum an, was das Kind im Mutterschoße beweint, es fehlt das Objekt zu מבכה. Vermutlich ist hier zwischen den zwei Vershälften der dritten Zeile ein Vers ausgefallen. Das Gedicht sollte laut der Einleitung aus 248 Versen bestehen; R. Tarn zählte aber deren nur 247 (s. weiter unten meine Bemerkung zu V. 179—184 g. Ende). Vielleicht ist der von ihm vermißte Vers an dieser Stelle abhanden gekommen. Ob das Suffix in ומלותיו R. Simlai oder das Kind meint, bleibe dahingestellt. Den Grund ersann ein weiser Mann, Er deutet ihn im Lichte an, Das dämmert um des Kindes Stirn, Schläft noch im Mutterschoß sein Hirn. Viel Deutungen erfuhr sein Spruch; Hier mein bescheidener Versuch: Das Kind beweint im Mutterschoß Sein unabwendbar künftig Los. Des alten Rabbi tiefes Wort, In weisen Herzen lebt es fort. Berührt es doch gar ernste Fragen, Und bleibt da manches noch zu sagen; Wer wollte sich jedoch vermessen, Mit erdgebundenen Gedanken Zu dringen ins Geheimnis dessen, Dem wir Vernunft und Einsicht danken. v. 114: רביעית היא להבי אור ומנה משרתי האלהים הגברים י׳ T * Dazu n. 65: Ms. liest להב, von Luzzato dem Metrum zulieb emendiert. — Wenn man schon verbessert, soll man wenigstens nicht verschlimmern. Man darf, um das Versmaß zu retten, die Sprach-