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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 6 · p. Seite 358

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 6
Article
Einige wesentliche Irrtümer der Wellhausenschen Anschauung
Date
1927-01-01
Page
Seite 358 (sequence 6)
Language
German
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358 Altäre mit Hörnern (s. z. B. I Kön 50 f.) Es liegt auf der Hand, daß niemand einem Stein Hörner geben konnte, ohne dabei Werk״ zeuge zu gebrauchen. Dies aber ist es gerade, was Ex 20 verbietet. Es wird zweckmäßig sein, die beiden Typen von Altären ״Hörneraltäre“ bezw. ״Steinhaufenaltäre"1 zu nennen. Wir können zunächst ein Beispiel für den Gebrauch eines Steinhaufenaltars betrachten. Nach Gen 22913־ baut Abraham einen Altar. Offenbar konnte dieser keine Hörner haben. Er legt Holz darauf, bringt das Opfer und legt es auf das Holz. Hätte das Opfer seinen natürlichen Verlauf genommen, so würde er seinen Sohn tatsächlich auf dem Altar getötet haben. Lev 1 andererseits wird das Opfer zum Schlachten nicht auf den Altar, sondern daneben gelegt, der Altar ist mit Hörnern versehen, und es kann ständig ein Feuer auf ihm gebrannt haben. Die beiden Typen bestanden nebeneinander, wie wir aus den Beweisstellen in den geschichtlichen Büchern und den Propheten sehen können. Für Steinhaufenaltäre läßt sich verweisen auf Stellen wie Dt 2757־, I Kön 1831f, II Kön 57, für Hörneraltäre auf I Kön l50f, 228, Arnos 314. Beide waren normal und gesetzlich, jeder in seiner eigenen Sphäre. Ich kann Wellhausen in diesem Punkt nicht anführen, weil er und seine ganze Schule niemals weit genug in das einschlägige Material eingedrungen sind, um zu wissen, daß es eine Periode gab, in der zwei ganz verschiedene Typen von Altären gleichzeitig gesetzlich in Gebrauch waren. So spricht Budde in seinem Angriff gegen mich verächtlich von den ״Versuchen der Klassifizierung der Kultstätten, wesentlich im Anschluß an Wiener", macht aber von meiner Untersuchung über diesen Punkt keinen Gebrauch. Nur König hat die Unterscheidung bemerkt. Mehr als einmal hat er darauf hingewiesen, daß ein Altar aus Erde oder unbehauenem Stein keine Hörner haben kann, aber ohne jeden Versuch, die Schwierigkeit zu beheben2. Ueber die andern in Kap. VI meiner ״Essays in Pentateuchal Criticism" aufgezeigten Schwierigkeiten sagt er nichts. Entweder kennt er meine Arbeit nicht oder er kann keine Erwiderung darauf finden. 1 Englisch ״cairn altars“. Der Ausdruck bedeutet Altäre, welche aus Haufen von Erde oder Steinen bestanden. Ganz genau ist er zwar nicht, denn ein Altar dieser Art konnte bei den Israeliten auch aus einem einzigen Stein oder einem Fels bestehen (Vgl. H. M. Wiener, The Altars of the Old Testament, 1927, I, A, 2). Aber es ließ sich kein besserer Terminus auf Englisch finden. ,,Steinhaufenaltäre66 ist eine unzureichende Uebersetzung. Da es aber keine genauere gibt, wird dieses Wort hier als umfassende Bezeichnung für Altäre der genannten Gattung gebraucht, ohne Rücksicht darauf, ob sie in der Tat aus mehreren Steinen oder einem einzigen Stein oder einem Felsblock oder Erde bestanden. 2 Die moderne Pentateuchkritik und ihre neueste Bekämpfung 1914, 97 f., Anm. Das Deuteronomium 1917, 14. Auf das erstgenannte Buch habe ich ausführlich geantwortet in den Artikeln ,,The Historical Criticism of the Pentateuch, A reply to Dr. König“, Bibliotheca Sacra 1914, 593—664, 1915, 83—153, und auf das Zweitgenannte in ,,The Main Problem of Deuteronomy“ (deutsch: ״Das Hauptproblem des Deuteronomiums“, Gütersloh, Bertelsmann). In keinem der beiden Fälle hat König, so weit ich weiß, irgendeine Erwiderung geschrieben. Z. A. W. 1924, 340 übersieht er den Punkt vollständig.

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