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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 304

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 304 (sequence 16)
Language
German
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304 Gautier), wenn eine solche polemische Absicht zur Abfassung geführt hätte, so hätte doch mindestens der ״goelf bei der Befragung durch Boas, ob er Ruth heimführen wolle, die Antwort gegeben, daß es eine ungebührliche Zumutung sei, eine Moabiterin zur Frau zu nehmen. Auch die sonderbare mythologische Deutung der Idylle durch Winckler und die gekünstelte Zurückführung der so einfachen und gemütvollen Erzählung auf die Nachahmung eines Märchens von Osiris und Horus (Gunkels Einfall) werden zurückgewiesen; die Historicität derselben wird verteidigt. Der französ. Uebersetzung schließt sich ein gründlieher philologischer Kommentar an, der besonders die grammatischen Formen behandelt und die alten Versionen berücksichtigt. Die Arbeit gereicht — ebenso wie die oben besprochene von Hudal .— durch ihre wissenschaftliche Akribie dem päpstlichen Bibel-Institut zur Ehre. — Zu IV, 1 פלוני אלמוני, LXX: xp6(p1By ist jetzt Schwabens Aufsatz in 1 מדעי היהדות (Jerusalem, 1926), 128—132 (Zurückführung auf קרובי) und dazu die gut begründete Ablehnung durch Zifroni in ״Haschiloach“ Bd. 46 (1927), 494 zu vergleichen. Zum Buche Koheleth bietet Gottfried Kuhn, bei einer etwas eigenartigen Gesamtauffassung, manche interessante Einzelbemerkungen (,,Erklärung des Buches Koheleth<f, Gießen 1926, 56 S., Töpelmann). Er ist der Meinung, daß der Verfasser des Buches das HoheLied, und zwar nicht bloß als Liebeslied, sondern bereits als allegorische Dichtung von der göttlichen Liebe als bekannt voraussetzt; der Name ,,Koheleth“ sei als Bezeichnung für die Weisheit in der Volks- Versammlung im Gegensatz zu ״Schulamnit h“ gewählt worden, welcher im Hohen Lied auf den Friedensbund der ausgewählten Gemeinde mit Gott hinweise. Der Verf. (Pfarrer in Maur, Kt. Zürich) ist etwas einseitig von neutestamentlichen Gedanken erfüllt, die ex auch in Koheleth sucht, Von diesen geleitet, hat er wohl nur gelegentlich Stellen des A. T. zum Vergleich herangezogen, sonst könnte er nicht schreiben (S. 7): Die Bedeutung des Buches Koheleth, das die falschen Glücksvorstellungen zerstöre, sei ״zu vergleichen der des alttestamentiichen Gesetzes überhaupt, dessen Zweck bekanntlich (!) vorwiegendnegativist, indem es nicht dazu da ist, de nMen sehend Lrektzur Gemeinschaft mit Gott, sondern nur, ihn zur Erkenntnis seines Elends zu bringen, als Zuchtmeister auf Christum hin.“ Der Verf. weiß also weder von Deut 3019-20, noch vom Zweck der Gebote nach Num 1539-40, noch von der Freude als Folge der Erfüllung der Gebote, Deut 1614-153 Jes 5814; noch von der Gemeinschaft mit Gott und dem Jubel über Gottes'Gnade, von dem die Psalmen erfüllt sind. Wir wundern uns daher auch nicht, daß er (S. 11) aus I Kor 1523 einen jesajanischen Satz (2213) zitiert. Daß Jakob Gen 479 sagt: ,,wenig und böse ist die ganze Zeit meines Lebens“ sei ״Koheleth in nuce in der Thora“; aber derselbe Jakob spricht ja 48L516־ dankbaren Herzens von Gott, der ihn wie ein treuer Hirte sein ganzes Leben geführt und von allem Uebel erlöst hat! So findet der Verf., daß auf dem Prediger und Hiob die ,,Vorahnung des Kreuzes“ ruhe, und daß die Frage des ewigen Lebens ״auf dem Standpunkte: des A. T., wo sich Koheleth befand, in keiner Weise

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