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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 302

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 302 (sequence 14)
Language
German
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302 den ״Scripta Pontificii Instituti Biblia“ in Rom erschienen ist: Dr. Alois Hudal (Graz), ״D ie religiösen und sittlichen Ideen des Spruchbuclies“ (261 S.). Auf Grund einer sehr sorgfältigen Untersuchung (der Literaturnhachweis allein umfaßt 18 Seiten) behandelt der Verf. die Gottesidee in den Sprüchen, den subjektiven und den objektiven ״Chochma"-Begriff, die individuelle soziale Ethik, sowie die eschatologischen Vorstellungen des Buches. Er kommt zu dem Schlüsse (der, wie oben dargelegt, inzwischen durch die ägyptischen Forschungen vollkommen bestätigt wurde), daß die Spruchsammlung vor exilisch ist. Die katholische Bibelforschung hat immer diese Anschauung vertreten, aber zum ersten Male wird sie hier durch eine ausführliche Analyse der Ideen des Buches gestützt. Es wird gezeigt, wie dessen Weisheitsbegriff sich von der hellenistischen ao<pia unterscheidet, und wie der kulturgeschichtliche Hintergrund das Bild einer national selbständigen Gemeinde ist, in der Wohlstand und Glück zu Hause sind. Ganz richtig ist die Bemerkung (S. 252), daß die angeblichen ,,Aramaismen“ und ״späthebräischen Wörter“ erst auf Grund aprioristischer Annahmen zu solchen gemacht werden. Zu einzelnen schwer zu interpretierenden Sätzen lehnt H. neuere Auffassungen nicht ab, auch wo sie von den alten ,Versionen ab weichen. Er hält es z. B. für ausgemacht, daß 30! .לאיתיאל ואוכל ״Abgemüht hab* ich mich, o Gott. Ich habe mich abgemüht, o Gott, und schwand dahin“ bedeutet (trotz Vulg.: ״cum guo estDeus et qui Deo secum morante confortatus, ait,“ Targ. גברא לאית״אל) und 164 ״ ל&ענהוzu einem bestimmten Zwecke“ gegen Vulg. ״propter semetipsum“ und Theodoret: dt 'kaurhv (was mit der Auffassung der Boraita Joma 38a übereinstimmt). In 2027 sieht er die Seele als inteile ktuelles Prinzip, wie Hiob 264 und als ״Leuchte“ in einer innigen Beziehung zu Gott, die an Gen 27 erinnert (die Konjektur Steuernagels bei Kautzsch 2412 נוצל. ist jedenfalls unangebracht, abgesehen davon, daß נר in MT durch cp&q, Targ. שרגא und die Schule R. Ismaels im 2. Jahrt., b. Pesachim 7 b, bezeugt wird.) ,,Das Buch Hiob, neu übersetzt und aufgefaßt von L i c. Dr. Martin Thilo“ (Bonn, 1925), versucht das schwierige Werk, auf Grund des masoretischen Textes zu einem vollen Verständnis des Gedankenganges zu gelangen. Der Verf. ist sich dessen bewußt, daß die auf den masorischen Text sich stützende Darstellung nur bedingt richtig sein kann, aber er bemerkt mit Recht, daß es ״bei einem mit Konjekturen durchsetzten Text nicht anders sei“ .— nein, wir können sagen: viel schlimmer. Wir stimmen ihm bei, wenn er von Torczyner sagt, er habe in seiner Textkritik seiner Phantasie die Zügel zu weit schießen lassen. Die große Aufgabe ist, bei ■lieber-־ Windung der einzelnen. stilistischen Schwierigkeiten (sie sind nicht so zahlreich, wie die Textverbesserer glauben), den logischen Zusammenhang der Reden zu finden. Die Unsicherheit der Auffassung der Gedanken wird jedoch häufig nicht so sehr durch eine Unverlässlichkeit des Textes, wie durch verschiedene Möglichkeiten der syntaktischen Beziehungen und der Interpretation der Sätze herbeigeführt.

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