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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 299 (sequence 11)
Language
German
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299 etwa 1400 v. Ch. (auch von Kittel in den Beilagen zu seinem Komrnentar angeführt) an mehreren Stellen so frappante Aehnlichkeit mit Ps 104, wie z. B. Gehst du unter am westlichen Horizont, ist die Erde so finster wie das Grab, sie ruhen in ihren Gemächern- Jeder Löwe kommt aus seiner Höhle — wie zahlreich ist, was du gemacht hast — Du machtest, wessen sie bedürfen, jeder hat seine Nahrung, gehst du auf, so leben sie; gehst ■du unter — sie sterben — and viele andere Verse, daß es zum Greifen nahe ist, wie diese Natur- Schilderung über Phönizien, das damals ägypt. Provinz war, zu den hebr. Dichtern kam und wohl schon in der davidi sehen Zeit in einen rein monotheistischen Hymnus eingefügt wurde1. Theodore H. Robinson behandelt das Thema ״Gott in den Psalmen“ und die Eschatologie. Er stellt fest, daß besonders im 4. und 5. Buche (Ps 86g; 896; 953; 964; 1356) häufig Gott anderen Gottheit e 11 gegenüber gestellt wird, ein Standpunkt der hinter Jes 40—45 zurück zu liegen scheint (nach unserer Auffassung vom. höheren Alter der Psalmen ist dies kein Wunder). Zu Unrecht meint er, daß dem alten Israel Verständnis für feste Gesetze in der Natur gefehlt habe. (cf. Ps 1486; Jer 3325; Gen 822!) Zutreffend ist, daß den! Begriff ״chessed", dessen Pflege im menschlichen Herzen die höchste prophet. Forderung ist und der im Ps 136 als Refrain benutzt wird, kein Wort im Englischen entspricht — auch im Deutschen keines. H. Wheeler Robinson spricht von ״inneren Leben" und von den ״sozialen Verhältnissen", die der Psalter voraussetzt. Der Psalmist schaue zu Gott durch vier konzentrische Kreise menschlicher Erfahrung: 1. Der Tempel und sein Kultus, der ihn magnetisch anzieht (bei dieser Voranstellung scheint R. durch die Auffassung von der allgemeinen späteren Entstehungszeit der Psalmen beeinflußt zu sein, denn er bringt mit dieser ״passionate devotion" für den Tempel Sirachs begeisterte Schilderung des Kultus in Verbindung, statt anzunehmen, daß gerade imnachexi 1. Judentum in 'dieser Beziehung, etwa bis Hillel, eine Verengerung des Gesichtskreises stattgefunden habe), 2. die jüdische Gemeinde, 3. der weitere Kreis der zeitgenössischen menschlichen Gesellschaft, 4. die gesamte Natur. (Man muß wohl unterscheiden zwischen dem Gesichtskreis einzelner Psalmisten und dem der Sammler und Ordner des'Buches; für diese ist der Mensch in seinem Verhältnis zu Gott das Wichtigste). —Zur Beurteilung des sozialen Hintergrundes zieht der Verf. zugleich die Sprüche Salomos heran. Er meint, daß beide Bücher als literarische Erzeugnisse in der Perserzeit entstanden seien. Aber ein so klassisches Hebräisch ist sicher nicht nach Nehemia geschrieben worden, und das Fehlen jeglicher Beziehung auf das damals bereits so wichtige Ritualgesetz oder auf 1 Nebenbei kommt da auch der Satz vor: ״Die Schiffe fahren — die Fische im Strome springenähnlich Ps 10426, so daß man staunen muß, *daß Gunkel trotzdem (S. 456) meint, man müsse ״Schrecknisse“ אימלת korrjgieren, da die Schiffe ja nicht zu den von Gott geschaffenen Wesen gehören I

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