Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 10)
- Language
- German
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298 Ps 8512 für אמת מארק■ תצמח ebenfalls dXtözia ix ן7ך% avsterXs haben1. Auch Targ. ist keine Stütze für die verfehlte Konjektur, denn in דנח לנ?&מר liegt gerade die Auffassung: in der •Erde (wie die Saat) verborgen ist das Licht, Es hat sein Gutes, daß die sich ergießende Hochflut der ״Text- Verbesserungen“ gerade wegen ihrer unübersehbar gewordenen Menge und meist erkennbaren Willkürlichkeit wirkungslos bleibt. Im Anschluß an den besprochenen Kommentar sei hier auf das in der Reihe der ,,Einzelwörterbücher zum AT", herausgegebene v. Friedrich Baumgärtl, erschienene für Anfänger sehr brauchbare ״Hebr. Wörterbuch zu den Psalmen״ von Joh. Herrmann (Gießen, 1924, Töpelmann) hingewiesen. 2. Auf Einladung des Oxforder Universitäts - Professors für Bibelwissenschaft D. C. Simpson, Canonicus von Rochester, haben im Wintersemester 1925/26 mehrere Gelehrte, darunter Hugo Gressmann aus Berlin, in Oxford öffentliche Vorträge über die wissenschaftliche Psalmenforschung gehalten. Diese sind in einem Bande mit einer Einleitung des Herausgebers erschienen. (״The Psalmists, Essays on their religious experience and teaching.... with an Introduction by D. C. Simpson, D. D., Oriel Professor of the Interpretation of Holy Scripture in the Univ. of Oxford, 1926). Der Herausgeber vertritt den in unseren Tagen wissenschaftlich keinesfalls haltbaren Standpunkt, daß das Judentum eine Vorhalle des Christentums sei, und ist der Meinung, daß die höhere altt. Kritik zu diesem Ergebnisse führe, weshalb er auch die jüd. Religionsgemeinschaft einlädt, Saulus von Tarsus •zu folgen. Diese sicherlich gut gemeinte aber irrige Schlußfolgerung aus der neueren Bibelforschung hindert nicht, daß wir die Vorträge selbst als sehr wertvoll bezeichnen. Der unserer Wissenschaft leider so frühzeitig entrissene Prof. Greßmann gibt einen Ueberblick über die Entwicklung der Psalmendichtung. Man kann es als Wendepunkt in der neueren Kritik ansehen, daß er (wie bereits oben erwähnt) nach dem gegenwärtigen Stand der Altt. Wissenschaft es nunmehr für ausgeschlossen hält, daß auch nur einzelne Stücke des Psalters aus der makk abäischen Zeit wären. Die Königspsalmen können nur vorexi lis ch sein (Unrecht hat dabei der Verfasser, daß er Ps 18 wegen V. 51 ״David und seinem Stamm" nicht für davidisch hält; gerade diese Ausdrucksweise bestätigt — wie vieles andere im Gedicht — die Echtheit, denn in späterer Zeit hätte man statt לדוד ולורש eher לורע לוד gesagt). Parallelen zu den Redewendungen lassen sich aus dem ägypt. und babyl. Kulturkreis, nicht aus dem hellenistischen anführen. In der Tat hat z. B. der Sonnenhymnus Pharao Echnatons, 1 In demnächst zu veröffentlichenden ״Septuaginta-Studien“ weise ich auf noch andere Beispiele hin und erkläre diese Eigentümlichkeit damit, daß die Juden in Alexandrien, Handwerker, Kaufleute und Gelehrte, nur Städtebewohner waren, dem Landleben fern, so daß ihnen beim Entziffern der bebr. Texte die bi bl. Ackerbau-Metaphern entweder unverständlich waren, oder, als aus dem Falachen-Leben genommen, der großen Ideen unwürdig erschienen.