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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 296

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 296 (sequence 8)
Language
German
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296 verderbliche Lehre und sündhafte G ru n d s ä t z e im Gegensatz< zu 'תורת ד״ gemeint (vergl. 107u עצת synon. von אמרי אל und 7 324). Ebenso wird von G. wie von vielen anderen der Schlußsatz ודרך רשעים תאבד mißverstanden und (nach Cheyne) mit־'der Konjektur ״die Hoffnung“ der Frevler bestraft. Uebersehen wird, aaß es sich hier um die wohlbekannte dichterische Vertauschung grammatischer Wortformen handelt ■ (&1wikayy}), wie bei Cicero ״gladius vagina vacuus“ und wie Abulwalid für I Kön 1714 כד הקמח לא תכלת konstatiert1. Ebenso fließt in זבת תלב pK nicht das Land und steigt in עיכי יורדד. מים Klagel. 116 nicht das Auge herab. Auch hier ist der Sinn: ורשעים יאבדו דרף (verlieren den Halt) (wie 21a) und דרך wird nur wegen der eleganteren chiastischen Konstruktion vorangesetzt. Es handelt sich nicht um Strafe oder Fluch, sondern um Kennzeichnung der Folge. Erst der spätere temperamentvolle Jeremia benutzt den tatsächlich nur Gottvertrauen lehrenden Psalm im Hinblick auf bestimmte Zeitereignisse (von Delitzsch richtig erkannt) zu einer Gegenüberstellung von Segen und Fluch. In Ps 2 hält G. אספרה אל חק (obwohl durch LXX $7מסל£1ןף0.י to 1cpdorcqfp.Br bezeugt) mit Graetz für verderbt und vermutet (nach Torczyner) eine ״Aufnähme an Kindes Statt“ אספתיו אל חקי, übersetzt auch: ,,ich nehme dich auf meinen Schoß“, wobei er die unnötige und dem Gedanken nach verfehlte Konjektur durch die Form אספך verschlimmert (das Wort bedeutet: ״ich werde dich umbringen״, I Sam 156). Daß der Einfall verfehlt ist, ergibt sich aus folgender Erwägung: Auf den Schoß nimmt man wie Noemi (Ruth 416) oder wie der Erzieher im Bilde (Num 1112) ein neugeborenes, jedenfalls unbeholfenes Kind,, wofür die Verba שית und נשא gebraucht werden. Wenn aber ein ausgewachsener König vorgeführt wird, der Völker beherrschen, vielleicht gar ,,zerschmettern“ soll, so kann ihn der Dichter nicht im vorhinein bei eben diesen Völkern dadurch lächerlich und verächtlich machen, daß er ihn als winziges, unbeholfenes Kind darstellt. Daß der König als ein Sohn Gottes gerühmt wird, hat doch nicht den Sinn, daß er als kleines v e r - lassen es Wesen, sondern daß er groß und gewaltig erscheine, um so größer und gewaltiger, da der mächtige Weltenherrscher ihn als seinen Sohn erklärt. Der Test ist aber auch ganz unanfechtbar. Der Psalm gehört zu der verzweigten Dichtung, die Israels geistige Send u n g glorifiziert, wie Jes 49!7־ (aus welcher Rede, wie in meinem ,,Isaie“ gezeigt ist, Jer 14 das Motto zu seinem ganzen Buche entnommen hat), und wie. Ps 1051015־, wo ויעמידה ליעקב לחק und die Bezeichnung משיתי für die Kinder Jakobs, sowie pלך אתן את א dasselbe wie die entsprechenden Worte in unserem Psalm sagen. Der mas. Text hat daher auch V. 6 gegenüber dem Passivum der LXX (xocreaTdfbjv ßaaiXsuc;) die richtigere Punktation; der Sprecher ist Jakob und מלכי ist Gott, wie überall in den Psalmen. אספרה ist umso sicherer richtig, als 7328 לספר כל מלאכותך auf לברי לבב (v. 1) folgt und hier die Schlußfolgerung בשקו בר ist2. Als Beispiel für nicht sofort klare Stellen, die aber durch die Konjekturen wirklich erst verdorben werden, mögen ein paar Verse aus dem in der Tat Schwierigkeiten, aber keine unüberwindlichen, bietenden Ps 49 dienen. Mit der sonderbaren Uebersetzung V. 13—14 folgt G. wieder einmal übel beratenen Vorgängern: ״Doch der Mensch ist wie ein Rind (1*■ברך Ehrlich), bedenkt es nicht, er gleicht dem stummen Vieh. So ist das Geschick derer, die Silber (כשף) besitzen;deren Ausgang, die am Golde sich freuen. Sela“ (ואחריתם בכתם נ). Eine dem Dichter willkürlich zugemutete Plattheit. Schlimmer noch ist, daß G., statt in V. 13 einen am Schluß mit beabsichtigter Variante wiederkehrenden Refrain zu sehen, die Wiederholung zu einem Signum des Schwachsinns der Ordner des Textes sowie der unzähligen Leser und Abschreiber desselben im Altertum macht: der Satz sei, ״da der Abschreiber fälschlich ילין geschrieben hatte, mit dem richtigen יבין noch■ einmal an den Rand gesetzt worden und von da ans in V. 21 in den Text ge kommen“ 1 Vergl. Ed. König, Stilistik, 121. 2 Richtig erfaßt die Beziehung auf Israel Midrasch Tehillim z. St. .מסופרין הן בחוקה של חורה ♦ ♦ ♦ בני בכורי ישראל ♦ ♦ ♦ וכתיב ה׳ אמר אלי בבי אחה

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