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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 292

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
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m als die der Propheten, zum Teil höher als das Zeitalter Davids hinauf״ reicht, wird aber nicht nach der Richtung gezogen, daß grundsätzlich einmal die Mehrzahl der Psalmen wenigstens in die frühe Königszeit verlegt werde, wohin sie durch Stil und Ideenverwandschaft mit der orientalischen Umwelt gehören — unter mutiger Ablehnung aller gegenteiligen Hypothesen und auf die Gefahr hin, mit der Ueberlieferung übereinzustimmen und, horribile dictu, hier und da die vielgeschmähten masoretischen Ueberschriften vollkommen zu rechtfertigen. Das geschieht nicht. Mit G r e s s m a n n (dessen im vorigen Jahre in England gehaltenen Vortrag über die Psalmenforschung wir noch würdigen werden) rückt Gunkel allerdings deutlich ab von der wissenschaftlich so ganz unhaltbaren, auch der Geschichte des Kanons undderhebr. Sprachentwicklung widersprechenden Annahme ״makkabäischer“ Bestandteile des Psalters. Das verdient hohe Anerkennung. Ganz richtig bemerkt er schon zu Ps 1, gegen Olshausen und Duhm, daß es unerlaubt sei, den Gegensatz der ,,Gerechten“ und ,,Frevler“, der ,,das ganze Judentum“ durchziehe (warum nicht: die ganze Menschheit? Was ist in ״Reschaim“ und ״Zaddikim“ exklusiv jüdisch?) insbesondere auf die Parteistellung zur Zeit der Makkabäer zu beziehen. Das sollte mit größerem Nachdruck, allgemeiner und ohne Schwanken festgehalten werden, nicht wie der Verf. immer wieder (wie z. B. bei Ps 68, S. 287, wo übrigens zur Beziehung auf Elephantine mein Art. in REJ. 1908, LV, 146—148 zu vergleichen ist) auf die makkabäisierenden Erklärungen von Wellhausen bis Duhm ohne Widerspruch hin weist. Ernste Alttestamentler sollten in unserer Zeit endlich einmal auf hören, sich blind zu stellen gegenüber der Tatsache, daß die Reihe der hl. Schriften mit Einschluß des Psalmenbuches zur Zeit; Sirachs, also spätestens um 200 v. Ch., längst abgeschlossen war und auch die griech. Uebersetzung um diese Zeit bereits vorlag (was von den Septuaginta-Forschern ohne weiteres vorausgesetzt wird), sodaß eine wesentliche Einschaltung in den hebt. Text sich seitdem nicht mehr verbreiten konnte. Aber die Folge dieses aus negativen wie aus positiven Gründen (der zeitgenössischen Entlehnungen) unvermeidlich gewordenen Hinaufrückens der Entstehungszeit ist bei Gunkel nur ein unsicheres Tasten und eine verschwommene Datierung. Ps 85: Zeitalter — ,,Judentum“; Ps 92: ״aus verhältnismäßig später Zeit“ (was soll man sich dabei denken? — Starke Argumente dafür, daß dieses Lied bereits von J e s a j a in Kap. 5 durch Diktion und Gedanken vorausgesetzt wird, sind von uns in ״Le Prophete Isaie“, 1925, p. 28—29=REJ, LXXX, 138—139 vorgebracht1). Auch bei Ps 119 wird zugegeben, daß er nicht in die frühe hellenistische oder makkabäische Zeit gesetzt werden kann; ״von einem Gegensatz gegen ein fremdes Volk... ist nicht die Rede“ (S. 516). Es kann hinzugefügt werden, daß auch von Sabbath, Beschneidung, Speisegesetzen, von all den Dingen, für welche die Frommen in der hellenistischen Zeit in den Tod gegangen sind, in ihm keine Spur 1 Ps 9214 hält der Verf. iür eine ״Anspielung auf die heiligen Bäume, die in den Vorhöfen des Tempels von Jerusalem stehen“. Solche hat, es nicht gegeben. Deut 1621; Talmud b. Tamid 28 b.

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