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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 290

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 290 (sequence 2)
Language
German
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290 am meisten von irgend einer Schablone entfernt, sie sind einmalige, für sich zu beurteilende dichterische Produkte. Beispiele. Der Verl legt den Ps. 4 als einen ,,von den Klageliedern herkommenden Vetrauenspsalm" fest und stellt dem Dichter (S. 16) das sonderbare Zeugnis aus, daß er ״nicht wie die meistenPsalmisten in erster Linie äußere Güter begehrt“ (eine Widerlegung dieses erstaunlichen Fehlurteils über die Psalmisten ist wohl überflüssig). Der Dichter rede von sich mit ״hohem Selbstbewußtsein“; ,,ehren sollt ihr mich als einen erprobten Beter!“ Die Opfer V. 6 seien die in großen Volksbedrängnissen dar gebrachten, ״vgl. Einleitung § 4, 2“. Als Situation wird hinzugedacht : ״Es ist eine schwere Zeit über die Gemeinde gekommen: Aecker und Weinberge haben schon lange nicht mehr genügend getragen. Da haben sich die führenden Klassen (״die Mannen“) wider ״Jhvf< ״gewandt“. (Merkwürdig: in Zeiten der Mißernte haben doch die ärmsten Klassen am meisten gelitten^ während die führenden Klassen, wie wir aus Arnos wissen, sich durch die allgemeine Not bereicherten.) Der Psalmist wird beschimpft, weiter sich ihrem Unglauben entgegenstellt. — Nun ist in diesem Psalme glücklicherweise eine ganze Gruppe von Ausdrücken־ enthalten, welche auf seinen wahren Sinn führen. Der Schlüssel des Ganzen, das Motto, dessen Gedanken der Dichter frei bearbeitet, ist wahrscheinlieh das ihm wohlbekannte Wort im uralten Segen Moses, Deut 3328 וישכן ישראל בטח בדד... אל ארץ דגן ותירוש (Nicht nur ,דגנם ותירושם לבדד לבטח stammen daher, sondern auch זבחו ובחי צדק ist aus Deut 3319). Es ist daher kein Einzelbeter in einer Zeit der Mißernte vor uns, sondern eine Darstellung der Ideale Israels mitten unter den nichtigen Be streb ungen der Menschen. Danach ist die Absonderung des Gottergebenen (V. 4) die Berufung Israels (wenn man es nicht vorzieht, הפלא wie Jes■ 2914 ״L eiden verhänge n“ zu übersetzen, vgl. Deut 2859, ebenso — das Verbum allein — Ps 13914: ״ich danke dir dafür, daß ich furchtbar gelitten 118a; dasselbe könnte der Sinn von Joel ^26 sein). Gegenüber denen, welche nur nach Lebensgütern streben (das ist יראנו טוב vgl. 3414; zu מי vgb Ps 55?; II Sam 2315 Hohel. 8X) — wende uns das Licht deines Angesichtes zu (vgl. Num 628 und Ex 33lß wo auch das charakteristische Wort ׳(! ונפלינו V. 8 ist wie 636 zu verstehen. Die ״Opfer des Heils“ sind wie Deut. 3319 ein Gegensatz zu den Götzenopfern. — Ebenso willkürlich und verfehlt ist die Grundauffassung zu Ps 5 (S. 18): ״Im Vorhof des Heiligtums ....ne b e n seine m O p f e r in: der heiligen Morgenstunde hinge streckt, späht der Psalmist... “ Wann hat je ein Privatmann ein Morgenopfer im Heiligtum dargebracht? Der Zutritt war bei Todesstrafe verboten. Das Mißverständnis ist durch V. 4אעדך entstanden, aber, außer den Hiobstellen, wo es für Darlegen von Argumenten vorkommt, ist die Bedeutung: ,,vortragen“ durch Jes 447 belegt (auch Hiob 3214). Daß es sich in V. 2—7 nicht um; Ausschluß der Gottlosen von dem Kult o r t e (noch weniger, wie Kittel meint, um den P a r t e i k a m p f im spaterren Israel!) sondern um eine poetische.Schilderu.ng der Reinheit der Morgenstunde handelt, in der das. Verbrechergesindel der Nacht weggefegt erscheint (Hiob

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