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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 222

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
Schriften zur Bibelwissenschaft [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 222 (sequence 3)
Language
German
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222 Isäie, NotivelleS‘ Recherches sur le Developp e m ent de ses Idees et .l1 U n i t e de son Li vre; Extrait de la Revue des £tudes Juives. Librairie Orientaliste; Paul Geuthner, Paris 1925). : Er will nicht mehr und nicht weniger als nach weisen, daß die Existenz des Deutero-Jesaia, so ziemlich das einzige seit Jahrhunderten •einhellig anerkannte Ergebnis bibelkritischer Forschung, ein bloßes Phantasiegebilde ist, von : der des Trito-Jesaia ganz zu schweigen. Seine Untersuchung über das Problem der Einheit des unter dem Namen Jesaia gehenden Buches ist von einer Gesamtauffassung über das biblische Schrifttum getragen, die die nachexilische Entstehung aller sich nicht ausdrücklich selbst in diese Zeit .einreihenden Schriften und Teile von Schriften verwirft. In der Begründung dieser Ueberzeugung bietet er unzweifelhaft vieles, was. zu einer Nachprüfung der herrschenden Ansichten über angeblichehebräische Schriftstellerei in der Alexander- und Makkabäer-Periode Anlaß geben könnte. Nehmen wir z. B. seine Untersuchung über die Kap. Jes 24—27, die wohl durchweg als ein sehr später Einschub in das ganze Werk betrachtet werden, womöglich (Duhm) aus der Makkabäerpericde! K. ist u. E. im Recht, wenn er im Anschluß an Felix Perles auf die große Schwierigkeit aufmerksam macht, daß in diesen Kapiteln von der hebräischen Sprachgestaltung, die den Jesus Sirach schon nahe an die Mischna heranrückt, gär nichts zu spüren ist, obwohl nach jenen Kritikern diese Kapitel doch noch reichlich jünger sein sollen als dieses Spruchbuch. Er dehnt diese Kritik natürlich auch auf die Meinung von der sehr spät nachexilischen Entstehung vieler Psalmen aus. Und man muß wirklich sagen, daß hier noch ein gänzlich ungelöstes Problem seiner Enträtselung harrt. Solche Ergebnisse der Wortstatistik und Stilvergleichung freilich umgekehrt als starke Stützen für die behauptete Authentizität des ganzen Buches zu verwenden, erscheint aber nichtsdestoweniger als unmöglich. Daß der Stil des zweiten dem des ersten in gewisser Hinsicht ähnelt, daß sie beide in ihrem prophetisch-universalistischen Pathos sich berühren, ist richtig und hat ja gerade dazu geführt, ihre Reden in einem Buche zu vereinen. Aber ist es wirklich statthaft, den klaren historischen Hinweis auf Gyrus aus dem Text herauszunehmen, ohne dem Zusammenhang Schaden zu-tun? Die Erwähnung dieses Namens ist doch schließlich das Einzige, was Uns für die Beurteilung dieser Reden den festen objektiven Halt gibt. Man kann zugeben: würde der Name dieses Königs, an den sich für Israel die Erinnerung an die Erlösung aus der babylonischen Gefangenschaft knüpft, fehlen, oder würde sich seine Einschiebung offenkundig als eine Glosse darstellen, so-ließe sich darüber reden, ob nicht die Kap. .40 ff. ebenso auf eschätologische Weissagungen des Jesaia ben Amoz gedeutet werden könnten wie die Verkündigung des Messias im Kap. 11, oder, wie man neuerdings geneigt ist, Amos 9n—14, diesem nicht mehr abzusprechen. Dann würden auch die Gründe ein anderes Gewicht bekommen, die K. für seine Einheitshypothese anfühxt: 1. Es sei kaum, möglich, daß der Name eines Dichters und Propheten von solchem Range aus dem Gedächtnis seines Volkes hätte vollkommen verschwinden können, noch dazu des Autors

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