Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Schriften zur Bibelwissenschaft [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 2)
- Language
- German
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221 Praetorius׳ frühere Arbeiter! auf demselben Gebiet. Und in der Tat, sollte es überhaupt möglich sein, die Forschungen über Metrik auf einem festen Boden anzusiedeln, was freilich auch nach diesen Schriften mehr ein Desiderium als eine Wirklichkeit bleibt, so wird man sich hüten müssen, der metrischen Forderung zuliebe erhebliche Eingriffe in den Text zu machen. Denn die Zahl der absolut eindeutig in eine rhythmische Gliederung zu bringenden Verse scheint gerade nach der Darstellung des Verfassers, die beide Prophetenschritten in der ihm vorschwebenden rhythmischen Form transkribiert bringt, nicht gerade groß zu sein. Greifen wir z. B. die ersten beiden Verse aus dem 2. Kap. Hosea heraus, deren gebundene Form wohl keinem Leser aufs erste Hören gewiß sein wird. Pr. skandiert sie als drei Doppelvierer, denen je eine Dipodie angehängt ist. Aber wie verschiedenwertig sind diese drei Dipodien: wel6 yissaför, benö el häi, ki gadol yöm yizr‘ äl! Dann soll in v. 3 ein ver- ׳einzelter Doppeldreier folgen, der angeblich mit den vorhergehenden beiden massoretischen Versen ursprünglich nichts zu schaffen hat. Aber er paßt doch seinem Inhalt nach vortrefflich; und sein Metrum darf ihn nicht in Vereinsamung weisen, auch wenn er in die Gesellschaft der Donpelvierer nicht recht hineingehören sollte. Im Uebrigen ist Pr. geneigt, relativ größere poetische Einheiten in Hosea anzuerkennen, eine Einteilung > bei welcher ihn offenkundig und mit Recht allein der Inhalt leitet. Er kommt so zu dem Ergebnis, daß es nur wenige längere Strophen oder gar ganze Gedichte gibt, die im gleichen Metrum gefügt sind. Das wird richtig sein, erschwert aber eben wieder eine klare Feststellung, wie weit und mit welchem Recht wir überhaupt von Strophen reden dürfen. Er zählt im Buche Hosea etwa hundert Doppeldreier und sonstige Sechsfüßer, etwa 65 Siebenfüßer, 58 Fünffüßer und 35 Doppelvierer. Sind aber, wie er es hinsichtlich des Siebenfiißers ausdrücklich zugibt, oftmals verschiedenfüßige Zeilen — ohne ersichtlichen Grund — in die Menge anderer Verse eingestreut, so wird die rhythmische Gestalt des Ganzen häufig doch sehr undurchsichtig. Dazu kommt, daß neben den normalen die dreisilbigen Senkungen in erheblichem Umfang anerkannt werden, was wiederum eine starke Quelle subjektiver Gliederungen ergibt. Wird außerdem noch beachtet, daß viele Silben des Rhythmus׳ wegen unterdrückt werden., wie das i in der 1. p. s. perf. (Amos S. 43), was freilich mit dem eben über die Möglichkeit dreisilbiger Senkungen Gesagten sich nicht recht vereinbaren läßt, ferner das auslautende ä in der 3. p. f. pl. imperf., die Akkusativpartikel, ja sogar der Auslaut der 1. Person und die Partikeln zusammen u. a. m., dann gelingt natürlich fast überall eine metrische Gliederung; aber es liegt doch gerade nach diesen Versuchen von Pr. auf der Hand, wie schwankend noch das Fundament ist, auf dem diese Metrik und Strophik aufgebaut sind. Viel weiter als zur Aufzeigung loser Zusammenfügungen von Versfüßen, in denen bei Amos Siebener und Doppeldreier vorzuwalten scheinen, ist diese Forschung noch nicht gedrangen. Um ganz hohen Preis ringt Arm and K aminka in seinen neuen Untersuchungen über die Entwicklung der Ideen des Propheten Jesaias und die Einheit seines Buches (Le Prophete