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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
Aus den Jugendjahren der jüdischen Gemeinde Karlsruhe
Date
1927-01-01
Page
Seite 211 (sequence 5)
Language
German
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211 9 י:Ein: ganz Fremder, der hier Schutz ־and Wohnrecht erhält, hat3 :sich wegen Mitbenützung der־ Gemeindeeinrichtungeil zuvor mit der Gemeinde nach deren Gutdünken abzüfindeti. . 10. Bei Hochzeiten soll der Tanz im Gemeindehaus abgehalten Werden, ־wofür 2 fl. zu entrichten sind. V \ . . Alles dies wurde in Gegenwart der Gemeinde zu;deren Wohl beschlossen, vorbehaltlich der Rechte und. der Gutheißung der gnädigen Herrschaft.; .;־Als Rabbiner der badischen Markgrafschaften wirkte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der als Verfasser des talmudisehen Werkes קרבן נתנאל heute noch bekannte R. N a t a n a e I W.e i l. Diesen in Stühlingen bei Waldshut .1687 geborenen Gelehrten, der größtenteils in Prag seine Studien genossen hatte, berief die Karlsruher Judengemeinde, die damals schon mehr als 80 Familien zählte, 1750 zu ihrem Führer. Da sein Leben und das seines Sohnes und Nachfolgers Tia von Bezirksrabbiner Dr. L. Löwenstein in Mosbach s. A. — einem Abkömmling der beiden — in der bereits *angeführten Monographie behandelt wurde, versagen wir uns, hier auf;<Jie beiden berühmten Gelehrten näher einzugehen,, die es verstanden, der badischen Judenschaft, besonders der in Karlsruhe, den Stempel ihres Geistes und ihrer religiösen Auffassung aufzuprägen. Es mögen hier nur kurz einige Urkunden gestreift werden, die von Löwenstein, dem wohl ihre Existenz unbekannt war, nicht berücksichtigt wurden. . Am 7. Mai 1769 war Natanael in Rastatt, wo er an einer Ver- Sammlung der baden-badischen Judenschaft teilnehmen sollte, gestorben. Die Juden der beiden Markgrafschaften wandten sich bald nach dem Tode ihres Führers an seinen damals in. Prag lebenden ältesten Sohn Tia (ידידיה) und boten ihm die Nachfolge an. Die bei den• Akten befindliche Urschrift dieser Berufung verdient als Probe damaligen seriösen Briefstils volle Beachtung. Reich an biblischen, talmudischen u. a. Anklängen gewährt dieses Schreiben dem Empfänger eine schmeichelhafte Genugtuung für sein bisheriges entbehrungsreiches Leben, das nur mit Studium ausgefüllt war. Die badische Judenschaft würde sich hochgeehrt fühlen, wenn . Tia ihrem Rufe folgen und den Sitz seines berühmten Vaters bald ein-, nehmen wollte. Sie, ganz besonders die Karlsruher Gemeinde, erklärte sich bereit, ihm die Rechte und die Einkünfte seines sei. Vaters zu übertragen und die Bezüge, falls sie nicht genügen und die Verhältnisse dies gestatten, zu erhöhen. ■ Für die Uebersiedlungskosten Von Prag nach Karlsruhe werden Tia 100 Rtlr, un$ als Einstand (für die.Einrichtung) 50Rtlr. bewilligt. Der auch in kalligraphischer Hinsicht interessante Brief ist außer von Salomon Wesel (Mayer), Seinern Sohne Model u. a, Karlsruher Bürgern auch noch von Hirsch*־ Pforzheim, Jische-Rastatt,׳Löb-Ettlingen und Simson ben Elchäman- Diedelsheim unterzeichnet: •,/.;t j; . ׳■ ■: Tia %ar gern bereit, dem ehrenhaften .Rufe zu folgen.’ Fr hätte ztvär ';hoch einige Bedenken, die Salomon Mayer in ei nena l S ehr eiben vom i0., Eluf;5629; (1769) zu zerstreuen, sucht. Dieser Brief, läutet in deutscher Uebersetzung: * ' ־ ד’ ־ 14*

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