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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 189

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
Das Testament Davids
Date
1927-01-01
Page
Seite 189 (sequence 2)
Language
German
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189 Die im Testamente Davids hervorstechenden Züge von Rachsucht und Tücke sind nirgends im Leben Davids zu finden, sie widersprechen geradezu dem Charakter Davids. Worin bestand die Schuld Joabs und Schimeis? J o a b war ein Verwandter Davids1, dem er sich als einer der ersten anschloß mit seinen Brüdern. Während der ganzen Regierungszeit Davids war er sein erster Heerführer. Er führt die Kriege mit den Nachbarvölkern und vergrößert Davids Macht. Ein treuer Diener seines Herrn, ist er bar jeder Eitelkeit. So lädt er David ein das Kommando am Ende des ammonitischen Krieges zu übernehmen, damit der Ruhm des Sieges dem Könige zufalle2. Ein schöner Zug der Anhänglichkeit und Treue. Er ist ein Haudegen ohne Sentimentalität und hat kein Erbarmen mit dem Empörer Absalon, obzwar er vordem für ihn als Gönner und Für- Sprecher bei David eintritt3. Joab war die Stütze des Thrones, und diesen Mann, der Jahrzehnte hindurch von beider Jugend auf mit ihm und für ihn gekämpft hat4. Diesen treuen Diener empfiehlt David am Sterbebette seinem Sohne: ,,Laß sein Greisenhaupt nicht in Frieden ins Grab steigen!“ Warum? Weil Joab die beiden Heerführer Abner und Amasa, in denen er (und zwar mit Recht) Rivalen sah, die ihn von seinem Führerposten verdrängen könnten, meuchlings ermordete5. Gewiß war David darüber aufgebracht6, aber er hat Joab weder bestraft noch abgesetzt, sondern vor dem Tode übergibt er das Amt des Vergelters seinem Nachfolger! Noch geringer ist die Schuld Schimeis. Ein Anhänger der früheren Dynastie der Sauliden, flucht er David, als dieser vor Absalon aus Jerusalem flieht. Resigniert sagt David zu Abischai, der mit dem Lästerer kurz abrechnen will, abwehrend: ״Was drängt ihr Zeruja Söhne (gemeint sind Joab und Abischai) euch in meine Angelegenheiten! Mein eigener Sohn trachtet mir nach dem Leben, warum nicht dieser Benjaminite; lasset ihn fluchen, (vielleicht) denn Gott hat es ihm gesagt/' Die Empörung wird niedergeschlagen und Schimei erscheint unter den Ersten, um David zu huldigen. Reumütig, gesteht er seine Schuld und bittet kniefällig um Verzeihung. 1 Nach I Chron ,26ב war Joabs Mutter Ze ru j a die Schwester Davids, ebenso Amasas Mutter Abigail וישי הוליד את בבורו ♦ . . דוד השביעי־ ואחיותיהם צרויה ואביגיל. In 11 Sam 1725 wird die Verwandtschaft mit David nicht erwähnt אביגיל בת נחש אחות צרויה אם יואב nur die zwischen Joab und Amasa, dagegen heißt der Vater der beiden Frauen Nahasch nicht J i s ch ah Die Angabe in Chron, daß Joab Davids Neffe war, ist wohl möglich, aber in diesem Falle muß die Schwester Zeruja (und auch Abigail) um vieles älter gewesen sein als David, denn Joab dürfte gleich dem Bruder Abischai zu David schon in die Höhle von Adulam gekommen sein, war 40 Jahre sein Waffengenosse,* hat ihn überlebt, war also zumindest im gleichen Alter mit ihm. 2 II Sam 122631־. 3 Ebd. K. 14. . 4 Nach I Chron 116 hat er den Sturm zur Einnahme Jerusalems geleitet, ist als erster in die Festung eingedrungen und wurde deshalb zum Oberbefehlshaber ernannt. In der Parallelstelle II Sam 58 fehlt diese Angabe. 5 Abner auch aus Blutrache ,,Joab und sein Bruder Abischai ermordeten הרגו Abner, weil er getötet hatte המית (die Verschiedenheit der Ausdrücke!) ihren Bruder Asael im Kampfe bei Gibeon“ (II Sam 330). 6 Seine Entrüstung in V. 28—29, und 35—37, sein Klagelied V. 34.

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