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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
Das Testament Davids
Date
1927-01-01
Page
Seite 188 (sequence 1)
Language
German
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188 Das Testament Davids. Von Dr. G. Schwarz in Zagreb. Die Erzählung in I Kön 29-ג ist ihrem Inhalte nach das Testament Davids. Die Verfügungen dieses Testaments weisen ein ganz anderes Charakterbild vom großen Könige auf, als es dasjenige ist, das wir uns aus dem Samuelbüche bilden, in dem das Leben und die Taten Davids dargestellt sind. Die große Verschiedenheit der Auffassung im Samuelbuche und am Anfänge des Königsbuches über David muß zur Annahme führen, daß wir hier verschiedene Verfasser vor uns haben. Das Testament besteht aus vier Punkten: 1. aus einer allgemeinen Mahnung an Gott und an der Thora Moses festzuhalten, denn davon hängt der Bestand der Dynastie ab; 2. Vergeltung zu üben an J oab wegen Ermordung der beiden Heerführer A b n e r und Ama.sa, 3. das königliche Wohlwollen zuzuwenden den Kindern des Gileaditen Barsilai, der David auf seiner Flucht vor Absalon Gastfreundschaft böt und 4. Vergeltung zu üben anSchimei, der David geflucht hatte, als er vor Absalon floh1. Mit dieser unedlen Gebärde scheidet David aus dem Leben. Seine letzten Worte (al. 2 und 4) sind Rache und Vergeltung. Was er selber nicht tun konnte oder wollte, das überwälzt er auf seinen Nachfolger. Entspricht dieses Testament dem Bilde, das uns das Samuelbuch vom Charakter und Leben Davids entwirft? Im Buche Samuel ist David Held und Staatsmann. Mut, Offenheit und Ritterlichkeit sind die Hauptzüge seines Charakters. Kein Zug der Hinterlist ist an ihm. Was er plant, sagt er aufrichtig heraus, was seiner Geradheit und Ritterlichkeit widerspricht tadelt er rücksichtslos., Seine Generäle Abis c h a i und J oab verweist er wegen ihres, das Menschenleben nicht schonenden Draufgängertums2. Nichts ist an David Tyrannisches, Unedles, Tückisches, oder Gewalttätiges, jeder Zug an ihm Geradheit, Treue, Redlichkeit und Edelsinn. Seine Schwächen sind menschlich verzeihlich. Er hat eine Schwäche für das weibliche Geschlecht. Der Ehebruch mit Batseba, der indirekte Mord an Uria sind dunkle Flecken am glänzenden Schilde Davids, aber was er an Uria verbrochen, sühnte er mit dem Tode seines Kindes. Wie niedrig seine Handlungsweise war, so großartig und erhebend ist seine Reue und Buße während der Krankheit des Kindes. Wie tief er gefallen, umso höher erhebt er sich sittlich. Erscheint er zuerst als orientalischer Fürst, der sich seiner Begierde folgend das schöne Weib nimmt, so wird er am Ende, da er seinen Fehler einsieht, der Psalmendichter von tiefem Gemüt. Auch in seinen Schwächen zeigt David seine Größe3. 1 I Kön 2! 1. ,,Als David dem Sterben nahe war, befahl er seinem Sohne Sal.; 2. Ich gehe den. Weg aller Welt, so sei stark und sei (werde) ein Mann'‘; 3—4 Punkt 1; 5—6 Punkt 2; 7 Punkt 3; 8—9 Punkt 4; 10—12 abschließende Daten über die Regierungsdauer Davids. 2 I Sam 2681־;l; II Sam 169־n; 192223־. 3 11 Sam 121625־.

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