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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte religiöser Bräuche
Date
1927-01-01
Page
Seite 168 (sequence 8)
Language
German
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'168 , Zidkija b.. Abraham,. daß manche auch ר in ',der, Nacht vor dem Öoschiaiiatage.;, nicht; sclilie'fen' und die Nacht‘; mit dein . Lesen ' von Stellen aus der Tora ' ausfüllteri1.! V Was einer religiösen Sitte Wert verleiht und sie; unserem Herzen nahebringt., das ist ihr Sinn, ihr Bedeutungsinhalt. Das Zerbrechen eines Gefäßes ist eine Zauberhändlung, wenn es auf die Vertreibung der bösen Geister gerichtet ist, aber es wird zu. einem wertvollen Symbol, wenn es, wie bei der jüdischen Hochzeit, die Freude der Fröhlichen mäßigen und an Jerusälem erinnern‘ soll. Die ,,Wachnacht'', die vor den Dämonen schützen soll, gehört in das Reich des Zaubers und Aberglaubens, aber sie ward zu einer religiösen Institution, wenn sich die Frommen in ihr durch Gebet undTorastudium. für den kommenden heiligen Tag vorbereiten. . IV. Der Stuhl und der Kelch des Elia. Bei allen Völkern wurden den bösen und guten, Geistern Opfergaben dargebracht: den bösen, um sie zu besänftigen, und den guten, um ihre Gunst zu gewinnen und zu erhalten. Das Erste und Letzte vom Ertrage des Ackers gaben die Heiden den Göttern oder Geistern der Fruchtbarkeit, die Kanaaniter trugen die Erstlinge des Ertrages vom Felde den Baalim hin2; die Tora dagegen gebot: ,,das Beste von den Erstlingen deines Ackers sollst du in das Haus des Ewigen, deines Gottes, bringen" Ex 32^. Die Heiden ließen die Ecken des Feldes ungemäht für die Geister des Feldes stehen, in Israel dagegen wurde die Ecke des Feldes den Armen und Dürftigen überlassen3. Wie das Erste und Letzte vom Ertrage des Feldes, so wurde bei vielen Völkern auch das Erste von Speise und Trank den Göttern und Geistern geopfert. Ein Forscher berichtet: ,,An einem Araberzelt wurden wir herzlich willkommen geheißen. Um den jungen Hausgenossen, der uns eine Erfrischung bereiten sollte, hatte sich alsbald ein Kreis von etwa fünfzehn Personen gesammelt, darunter drei Frauen. Als der junge Mann den Kaffee über dem Feuer geröstet, ihn mit Sorgfalt bereitet und dann die Tassen gereinigt hatte, füllte er eine und goß sie als Trankopfer für Schech Schädli ins Feuer"4. Aehnlich verfahren die muhamrnedanischen Frauen in Palästina mit dem Ersten vom Backtrog. ,,Ehe der Teig zu Laibchen geformt wird . . . ., nimmt die muslimische Frau ein Stückchen Teig und wirft dasselbe ins Feuer"5. ב Schibole ha-leket ed. Bub3r, Wilna 1886, 334. 2 Robertson Smith, Religion der Semiten, Freiburg i. B. 1899, 71. Bisfeldt, Erstlinge und Zehnten im Alten Testament, Leipzig 1917, 35. 3 MGWJ 55, 156 ff.- 4 Gurtiss, Ursemitische Religion, Leipzig 1903, 207. Gurtiss 233 f. berichtet: Die Juden, die noch in der Gegenwart das Ghidr-Heiligtum des Propheten Elia am Fuße des Karmel gleich den Mohammedanern aufsuchen und ein Opfer darbringen, ,,bekränzen die Hörner des Widders.“. Vgl. dazu M. Bikk 3 3: ועטרה של זית בראשי. Gurtiss 184 schildert nach Tischendorf, Reise in den Orient, Leipzig 1846, I 212, einen festlichen Umgang um das Denkmal des Propheten in Arabien: ,,Junge Burschen führten beim Zuge die Opferlämmer, denen noch oben auf dem Hügel ein paar Haare von der Stirne geschnitten wurden.“ Vgl. dazu M. Joma 64: שהיו מתלשין בשערו. Beide Beispiele beweisen, welch ein zähes Leben Riten im Kultus haben. G ZDPV 10, 161.

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