Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine unbekannte mystische Schrift des Mose de Leon
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 14)
- Language
- German
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122 Zuordnungen zueinander, er habe dort schon über ,,dieses Mysterium** gehandelt — und in der Tat ist ja der ganze Abschnitt 366—386 in unserer Hs. diesen Ausführungen gewidmet1. Außer an dieser Stelle wird das Werk dort noch drei Mal erwähnt: einmal S. 3, wo er es nur eben als sein erstes Buch nennt, sowie auf S. 10 und 83, wo aber beidemal auf Stellen Bezug genommen wird, die nach dem oben gesagten in unserer Hs, gar nicht mehr stehen können, da sie von der Symbolik der untersten Sephira (Rachel!) und der der שבעה רקמדם, die zur Sephira Tiph'ereth gehören, sprechen. Beide Kapitel aber standen in dem verlorenen Hauptteil des Buches, dem unser Text angehört. Vielleicht werden unter den ״zahlreichen** Zitaten aus dem Schuschan *eduth in dem mir noch unzugänglichen S. harimmon solche sein, durch die sich eine Identifikation mit Sicherheit bewerkstelligen läßt2. Auch Folgendes ist noch zu erwägen: Es existiert in dem Machzorkommentar הדרת קדש noch ein Zitat aus Schuschan *eduth, das, wie Stil und Inhalt zeigen, sicher echt ist, ein Beweis, daß das Buch, von dem bis jetzt keine Hs. bekannt war, in der Tat nicht ganz verloren war3. Dies Zitat behandelt die Ge- 1 Die Stelle dort lautet והעפר כמו כן בהתקרבו אצל המים ומתקשר בתוכו בצד דרום בתוקף רדום והמים, כי המים קרים ולחיים ודרום חם ויבש♦ והעפר בהתקרבו שמהם שהוא קד ויבש מוליד הטבע כסף, כי העפר מולידו בכה המים ובצד דרום. ועל כן תוכל לדעת בי העפר שהוא המקבל בהתקרבו אצל כל אחד ואחד מהיסודות האחרים, על כל פנים מוליד דוגמת כל אחד ואחר מהם► וכבר התעוררנו בסוד זה בספר שושן עדות. Das Einzige, was in der Hs. auf Bl. 386 a/b hiervon nicht erwähnt ist, ist der Name des Silbers. Die Verbindung der Elemente — wozu, ist vielleicht gleicht dahinter erklärt, das Stück bricht ja grade mitten in diesen Erläuterungen ab! — wird ausführlich besprochen und die Verbindung der טבעים (bei der ja eben die hier nicht ausdrücklich genannten Metalle , ,ge zeugt “werden) als das kosmische Urbild der .גורד. שוד, der zweiten hermeneutiscben Schlußform, erklärt! (Ein gewiß sonderbarer Gedanke, der weder im Scheqel ha-qodesch noch im Zohar II, 23b benutzt wird, wie über* haupt die; Verbindung dieser kos mologischen und hermeneutischen Spekulationen der תדוש unseres Textes zu sein scheint). Es ist im Uebrigen bei der nicht ganz bestimmten Form des Zitates nicht gewiß, ob er sagen will, im Schuschan ‘eduth habe er auch die Metallsymbolik behandelt, oder oh sich der Hinweis nur auf den Streit und die Verbindung der Elemente bezieht. In diesem Fall hätte der Schluß auf die Identität unseres Textes und des Schuschan 1eduth Gewißheit zu beanspruchen, während er sonst nur eine allerdings hohe Wahrscheinlichkeit für sich hat. 2 ,,The author frequently quotes his work שושן עדות“ sagt Mar* g 0 1 i 0 u t h im Katalog der Kabbala-Handschriften des British Museum p. 65. 8 Der הדרת קדש des Isak ben Jakob aus Herlesheim ist in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verfaßt. Er zitiert wörtlich — nur einmal unterbrechen einige Worte des Autors das Zitat — und bringt zuletzt die oben Anmerk. 49 angeführte Steile aus den פתרי תורה. Das gleiche Zitat, aber nur dem Inhalt nach, hat etwas früher schon der ebenfalls in Deutschland ca. 1530 schreibende Naphtali Treves in נפתלי אלדדם Ferrara 1556 f. 34b (§16, nicht 19 wie Benjacob s. v. שושן עדות angibt). Das Buch war also im 16. Jahrhundert in Italien (unsere Hs) und Deutschland zumindest noch in Teilen vorhanden. Tr e ves schreibt ausdrücklich מצאתי בספר שושן עדות, zitiert also nicht etwa aus zweiter Quelle. Das angebliche Zitat aus dem Schuschan ‘eduth in dem theurgischen Lexikon שרשי השמות des Mose Zakkuto, das inhaltlich bei S chwab: le Ms: Nr. 1380 du Fonds Hebreu p. 19 wiedergegeben ist, beruht auf einem Schreib- oder Jesefehler Schwabs. Statt שושן עדלת ist שושן סודות ZU lesen, wie auch in allen Handschriften, die ich in Jerusälem gesehen habe, steht, und in welches Werk das Zitat seinem Charakter nach auch paßt.