Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine unbekannte mystische Schrift des Mose de Leon
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 10)
- Language
- German
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118 der schriftlichen und mündlichen Thora aufzeigen soll. Von M. d. L. wird antikaräische Polemik auch sonst bezeugt1. Von der Vier- Welten-Theorie weiß er auch hier noch nichts, er kennt (wie die meisten alten Kabbalisten und der Hauptteil des Zohar) nur drei Welten, die obere (wesentlich Kether), mittlere (Tiph’ereth) und untere (Malkhuth), die in der Gestalt des א symbolisiert sind und das Männliche, Weibliche und ihre Vereinigung (in der Mitte) darstellen. חכמה wird 363 genau so wie inScheqelha-qodesckp. 26als חכה מה ,,warte, was danach kommt“ erklärt —: eine Etymologie, die bei den Autoren, die חכמה für die erste Emanation halten (cf. Anmerkung 26), ebenso verbreitet ist, wie die genau entsprechende von כתר aus כתר לי זעיר (Hiob 362) bei denen, welche Kether als erste Emanation aus dem En Soph ansehen. Die andere Etymologie der ao<pta\ חכמה 364 ,כה מה als die Kraftausstrahlung des göttlichen Wesens (0ח מהות העומד להראות) gedeutet, wobei ganz in der Weise der Tiqqune Zohar der Zahlenwert von מה als ״Entfaltung“ —מלוי ־ cf. Anmerkung 31 ־— des Gottesnamens eine große Rolle spielt, ist bei Gikatilia sehr gewohnlich. 366 beginnt ein langes, bis ans Ende des Fragments sich hinziehendes Stück, in dem die 4 Elemente in ihren Beziehungen zu den 4 Himmelsrichtungen, den 4 Grundqualitäten, den 4 ״Fahnen“ und מחנות השכינה in der Lagerordnung von Num., den 4 Erzengeln, den 4 Hauptvokalen (hier sonderbarerweise Qames, Chireq, Pathach, Schwa!) und schließlich den 4 Urelementen, den Buchstaben des Namens יהוה dargestellt werden, alles, um die Einheit des geistigen und des, ihm entsprechenden, materiellen Kosmos2 in ihren geheimen Relationen und als Symbol der Einheit Gottes zu erweisen. Dieses Stück, das sich in der Tat liest wie ein gnostischer Traktat3, hat eine sehr wichtige Parallele im S. scheqel ha-qodesch p. 118 ff. (in einem eigenen Kapitel), wo die alchenüstische Richtung dieser Symbolik durch Zunahme der 4 Hauptmetalle (Gold, Silber, Kupfer, Eisen) und ihrer Konstitution durch die 4 Qualitäten noch deutlicher hervortritt. Vielleicht war dies auch in unserem Text noch behandelt4? Jedenfalls ist die Ausführung hier viel umfassender angelegt als im Scheqel ha-qodesch und scheint dort benutzt zu sein (vergleiche weiter unten). Im Lauf dieser Digression wird sehr eindrucksvoll das Aufleuchten der Bina in der mystischen Meditation (התבוננות) beschrieben, das flüchtig wie das Spiel der Sonne auf einer Wasserschale sei5 6. Dasselbe Gleichnis benutzt auch der Scheqel ha-qodesch 1 cf. J. Loeb in R. E. J. XVIII, 62. 2 Das Prinzip der Entsprechung liegt natürlich auch hier allem zu Grunde. 360 heißt es: העולם העליון למעלה כאשר תמצא בדוגמא זו למטה. 3 Bei Dornsei ff, das Alphabet in Mystik und Magie (1922) und Li p p m an n, Entstehung und Ausbreitung der Alchemie (1919) findet sich reichliches Material zum Verständnis solcher Symboliken, die sich in die klassische Kabbala vor allem aus der niederen Gnosis herübergerettet haben oder aber aus ähnlichen. Bedingungen dort reproduziert worden sind. Gerade die Vokal- und Metallsymbolik ist zweifellos altes Gut. 4 Zu dem alchemistischen Stück vergl. Monatsschrift 1925 p. 21. Auch die Stelle Bl. 386 in Cod. 47 hat überaus charakteristische Wendungen über den Streit der Elemente mit dem Zohar gemeinsam. 6 Ich gebe die Stelle •380 a, aus deren letzten. Worten auch die Absicht in der Wahl der Bilder ersichtlich wird, hier in extenso: אין המחשבה יתעה וננלית בי אם מהתבוננות מעט בלא תובן ןז1] זולתי התבוננות בדקות רוח ואותו ההתבוננות