Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine unbekannte mystische Schrift des Mose de Leon
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 8)
- Language
- German
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116 4 Buchstaben des Tetragrammatons als den 4 Elementen der geistigen Welt* 1, die Lichtmystik des Gegensatzes von intelligiblem und sensiblem Licht2 durchziehen beide Werke. Daß ein großes Stück in M, d. L.s mischkan ha-eduth in gewissen Motiven mit unserer Hs. übereinstimmt, wenn auch im übrigen beide Stücke inhaltlich ganz verschieden sind, wird nun leicht begreiflich. Auch überall, wo hier neue Gedanken ausgeführt , werden, - geschieht es ganz im Geist der andern Schriften. Der Reichtum an mystischen Motiven in dem Stück ist sehr bedeutend, und wenn man sich von den natürliehen Hemmungen befreit, die die skurrile Schreibart des Autors bedingt, so wird man ihm bei mehr als einer Stelle echte Tiefe nicht absprechen können. Wäre M. d. L. wirklich der Autor des Zohar und verdankte nicht, was freilich immer wahrscheinlicher wird, umgekehrt seine gnostische Weisheit ihm, so lassen Bücher wie scheqel ha-qodesch und dies Fragment ihn jedenfalls einer solchen Autorschaft fähig scheinen. Für die Zoharkritik ist die Schrift auch materiell von Bedeutung, wie unten gezeigt werden soll. Einige Einzelheiten seien hervorgehoben. Die Mystiker heißen gewöhnlich משכילים, wie auch in den andern Schriften. Einmal findet sich 365 b החכמים י הצומדימ בסודו soviel wie ״die in Sein Geheimnis eingeweiht sind“ die Initiierten. 343 חסידי עליון הראשונים a findet sich in demselben Sinne auch mehrfach in mischkan ha-eduth3. Der Terminus ״Kabbala“, den er auch sonst sehr-selten verwendet, begegnet nur einmal, bi. 361: כי סוד אות ט׳ היא דוגמת אכסדרה סתומה זולתי כקבלה, ebenso 343 על דרך האמת b. Er kennt auch Zahlenmystiker 363 בעלי סוד החשבון und 3714 und Buchstabenmystiker Cf. hiermit die fast wörtlich übereinstimmenden, aber ungleich deutlicheren Ausführungen im S. ha-mischqal Bogeii F 3, col d, vor allem aber die ־wichtige Auseinandersetzung über diesen Punkt im Scheqel ha-qodesch p. 13—14, Dort wird, um die umgekehrte Ordnung von נצח und הוד zu stützen, ein ״Midrasch“ zitiert (zum Verse Gen 372«) der sich sogleich durch seinen Stil als zoharitisch ankündigt. In unserem Zohartext ist er freilich nur verstümmelt erhalten (1,21b), wohl aberlag er da noch dem JehudaGhajjat (ca.1500) vor, der (zu מערכת Ed. Mantua 1558 f. 87a/bt diese Zoharstelle in extenso zitiert und sich sehr den Kopf über sie zerbricht. Dieselbe oder eine ähnliche Zoharstelle hat um 1325 auch der Verfasser des LibJinath Jia-Sappir im Zohar gelesen, wie aus seinen Erklärungen zu Gen 372ft (Ed.• Jerusalem; 48d) hervörgeht. Wie alt dieses zuerst also bei Mose de Leon auf tauchende und seine Anschauung über den fraglichen Punkt bestimmende Zoharstück sei, wage ich nicht zu entscheiden. Immerhin erwähnt schon Ascher ben David (ca. 1220) die Lokalisierung dieser beiden Sphären als strittigen dem ihm sicher gehörenden Fragment Cod. Mon. 209 f 29b (auch in einer Hs. der Jerusalemer Bibliothek vorhanden), Daß in vereinzelten Zeichnungen des Sephirabaumes die ungewöhnliche Reihenfolge von נצח und הוד noch später auf trat, ist bezeugt sowohl von J. Chajjat, der in Reggio in Italien, wie auch von Simon ibn Labi, der (ca. 1540—1550) in Fez in Marokko solche Zeichnungen sah, cf. מנחת יחודח a. a. O. und S. ihn Labis Soharkommentar tö כתם Livorno 1795 f. 128b. 1 370 ארבעה יסודית עליוניםb, in beiden Schriften auch mit alchemistischer Symbolik verbunden. 2 א1ר חמרשכל und אור המודגש, in Cod. 47 besonders auch in dem unten60 mitge teilten Stück 375b. 8 Uebrigens auch im Zohar I, 37b sowie I, 94b nach der (älteren und richtigeren) Lesart des S. Libhnath ha-8appir ( Jerusalem 1914) 20d. * Von ihnen bat er offenbar den Terminus 373 מלוי; Im selben Sinne — Zahlen wert aus der Quersumme der Buchstabennamen anstatt der Buch- Staben selbst — braucht er 364 השלמה. Der Terminus מלוי stammt von den