Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine unbekannte mystische Schrift des Mose de Leon
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 7)
- Language
- German
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115 359b wird auf eine 374b befindliche Stelle als zum ,,zehnten Kapitel“ gehörig verwiesen. Unser Fragment hat vier Mal1 solche Ueber- Schriften, es würden also sechs Kapitel am Anfang fehlen. Dies stimmt auch mit dem Inhalt des vorliegenden Stückes überein, das, die Abschweifungen ungerechnet, wesentlich die obersten vier Sephiroth der Reihe nach behandelt. Vom Ende scheint dagegen nur relativ wenig zu fehlen. Das Bl. 365 beginnende Kapitel ist offenbar das Letzte, ein Verweis auf das ״letzte“ Kapitel findet sich hier erfüllt2. Auch die übrigen Hinweise auf Späteres führen über das Erhaltene nicht hinaus. In einer breit angelegten mystischen Deutung der 13 hermeneutischen Regeln (die übrigens mit der im Buch PelVa 14d ff. ausgeschriebenen nichts Gemeinsames hat) bricht die Hs. bei der dritten Regel ab. Mit diesen Deutungen scheint das Buch geschlossen zu haben, das ganz wie der scheqel ha-qodesch in ausführliche Erörterungen über die Mysterien und Symbole des ייחוד, der Einheit Gottes, ausläuft. Wir haben hier also ein Gegenstück zu dem in gleicher Weise, nur nach der entgegengesetzten Sephirothordnung, angelegten scheqel ha-qodesch vor uns. Auch inhaltlich verrät es denselben Standpunkt. Es entwickelt in bezug auf den ״Urpunkt“ die gleiche Theorie wie dieses Buch3, und stellt überhaupt die Emanationslehre in derselben Weise dar4. Die Urquelle allen Seins ist die Sephira Kether, über der nichts mehr steht5. Die Sphären Nezach und Hod scheinen auch hier in der theosophischen Topographie anders lokalisiert als bei den übrigen Kabbalisten der Zeit6. Die Spekulationen über die 1 340 (über Chessed), 347b (Bina, mit den in ihr wurzelnden 13 Ordnungen der Busse), 360a (Chokhma), 365a (Kether). a 340 בסוד השער האחרון נפרש סוד השעי הזה בעניין הייחוד, was im 10. Kapitel in der Tat der Fall ist. 8 vegl. 334, 371b u. ö. mit Scheqel ha-qodesch p. 7. 25 u. ö.. In letzterem Buch wird die Theorie ausführlicher entwickelt; cf. auch Margoliouth 10c. cit. p. 855 ff. 4 Die Sephirasymbolik ist, soweit ich sehe, ganz die gleiche. Die Auseinandersetzung und Zuordnung dieser Symbole stimmt durchaus nicht bei allen Autoren überein, im Gegenteil: oft bildet sie ein sehr wichtiges materielles Kriterium. Besonders gilt dies für die Symbolik der höchsten Sephira Kether, und der untersten 'Malkhuth. 5 Mose de Leon steht völlig (wie auch Gikatilia und der — später mühselig umgedeutete — Hauptteil des Zohar) auf dem Standpunkt, daß En Soph und Kether identisch sind, im Gegensatz zu den Kabalisten der nachm anidischen Schule, die hierin zum Sieg gelangt ist. En Soph ist (Scheqel haqodesch p. 23) nichts als ein Name von Kether. Die ganze Urpunkttheorie setzt diese Identifikation übrigens durchaus voraus: der Urpunkt ist die e r s t e Emanation, wird aber der zweiten Sephira zugeordnet. Das hat nur Sinn, wenn die erste der absolute Ursprung ist. Unser Fragment erwähnt und braucht den Terminus En Soph überhaupt nicht, in dessen Gebrauch M. d. L. überhaupt im Gegensatz zu Gikatilia recht sparsam ist. Auch auf den 1600 Seiten des eigentlichen Zohar findet er sich übrigens an kaum 40 Stellen, von denen mehr als die Hälfte in Rücksicht auf den Gebrauch als wirklichen Terminus technicus zweifelhaft sind. 6 Dies wird, da die Ausführungen über diese beiden Sphären fehlen, nicht direkt ausgesprochen, geht aber deutlich aus 340 hervor, wo über den ״Ort” des Mose in der theosophischen Welt gehandelt wird: ומשה מצד ימין אף על פי שהוא באמצע בענין סוד אמרו מוליך לימין משת זאמנם התבונן הסוד בהיות הימין כולל לשמאל העיקר הוא בימין וזהו סוד אמרו ותקרא שמו משה כימן המי״ם משי־תיהו וזהו מוליך לימין משה זרוע תפארתו. הוא הזרוע הנקרא שמאל. נמצא משה בין ימין וכין שמאל ובדוכו׳ 8»