Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine unbekannte mystische Schrift des Mose de Leon
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 4)
- Language
- German
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112 zu mystischen Symbolen uriä Gleichnissen verwendet, wird hier in rein natürlichem, experimentellem Zusammenhang mit der Trennung der Elemente erwähnt* 1. 404 alitierter für die Identität von Malkesedek und Sem ein von ihm geplantes Werk Megalle ‘Amuqqoth2. In der Tat hat Samuel Motot ein Buch dieses Namens verfaßt, und in der Tat findet sich nach Steinschneiders oben gegebener Bemerkung auch in Motots Superkommentar zu Ibn Esra eine Bemerkung gleichen Inhalts zu Gen. XIV, 193. : Man darf wohl annehmen, daß dieses Stück einem Jezirakommentar oder dergl; von M o t o t angehört, dessen Geistesart die ganze Bdhandlungsweise in 4 durchaus entspricht. Die Uebersclirüft des ersten Stückes, das zu untersuchen bleibt, gibt Mose ben Nachman als Autor aus, was nach Stil und Inhalt nicht in Betracht kommt. Die Zahl der aus Irrtum oder Pseudepigraphie dem Nachmanides beigelegten mystischen Stücke ist ja groß genug; ich glaube, daß hier ein einfacher Irrtum vorliegt, der gewiß schon in der Vorlage stand, aber noch einen Hinweis auf den wahren Autor enthält. Es wäre dies nicht die einzige Stelle, wo statt Mose ben Nachman vielmehr Mose de Leon einzusetzen ist. So zitiert ja auch Mose Botaril in seinem Jezirakommentar IV, 34 ein fingiertes ם׳ הרמון des Mose ben Nachman, welchem Titel doch wohl das gleichnamige Buch des M. d. L. Pate gestanden hat. Dies Stück nun zeigt einen höchst sonderbaren Stil, wie er sich außer in den Schriften des M. d. L. bei keinem einzigen kabbalistischen Autor findet5. Das Wesentliche dieses Stils, wodurch er sich vor allem von dem seines älteren Zeitgenossen Josef Gikatilia durchaus unterscheidet6, ist vor allem eine ganz unsemitische Syntax, הכוונה לשכל הפועל. Audi im Or zarua des Mose de Leon, das sich von eigen tlicher Sephirasymbolik fernhält — ספירה heißt dort stets nur Zahl - ist der שכל הפועל als die höchste Emanation: ,,das Siegel des Königs“, gefaßt, God. Pococke 296 f. 197 b, sowie als das Symbol der ersten Zahl, ibid. f. 199 b כי תמצא הספירה הראשונה שהיא סוד השכל הפועל הוא ספירת בלימה כי כלום הוא ־ . ♦לפניו יתב' ■ 1 398: וכן ינסו להוציא האש מן המים בכלי זכוכית טהור שממלאים. אותו כמים צלולים ונויתנין אותו לשמש ונראים הכצוצות יוצאיים מן הכלי ובוערים כמוץ, cf. Anm. 44, 8 לכן נהנה נהחכמה] לאברהם אבינו ולא לשם הנקרא מלכי צדק כמו שיתבאר במקומו במגלה עמוקות כעזרת השם, woraus hervorzugehen scheint, daß er damals dieses Werk erst projektiert oder begonnen hatte. 3 Die erhaltene Hs. des מגלה עמוקות (Uri 92, cf. Steinschneider Cat. Bodl. eol. 2456) enthält nur einen Kommentar zu Exodus. Aus diesen Worten ginge dann hervor, daß das Werk auch die Genesis kommentierte. 4 Ed. Mantua 1562; Bl. 78b. 6 Der Stil M. d. L.’s läßt sich aus den ihm sicher angehörenden Schriften eindeutig und sicher bestimmen. Außer den beiden eingangs erwähnten gedruckten Schriften, von denen besonders der Sprachgebrauch des Scheqel haqodesch dem unserer Hs. bis ins Kleinste gleicht, geben auch die in Berlin und München befindlichen Hss., besonders die des MischJcän ha-'eduth, einen klaren Begriff davon. Das in Venedig 1601 gedruckte ס4 * היכל השם, das Steinschneider nach dem Zeugnis von Hss. dem M. d. L. zuspfach, wird hier nicht benutzt, da es ihm zweifellos nicht angehört, cf. meinen Aufsatz in קריה ספר!, Jerusalem 1924 p. 45—52. 6 G. hat sicher großen Einfluß auf M. d. L. und seine Schreibweise geübt. Daß M. d. L. ihn gekannt hat, ist literarisch durch dm Zitate aus seinem שערי אודה in M. d. L.s Mischkan ha-’eduth sichergestellt, cf.• hierzu und für die Bedeutung dieses Sachverhalts für die Zöharfrage מדעי היהדות I p. 27 —28. Die Scka!äve9ora verraten eine so. gründliche Be kann ts chaf tmi t den I drasi m Zohar (cf. Ed. i 714 f. 66b, 82a/b, 104a), daß man an Jellineks Theorie stutzig werden muß.