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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 84

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Schriften zur Bibelwissenschaft [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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Verfasser am Schluß ja auch meint. — Die Einbeziehung des Menschenbrandopfers in den Kreis der Betrachtung wäre besser unterblieben; denn daß es jemals eine legitime Einrichtung der Jhv-Religion war, daß vollends die tatsächliche Darbringung von Kindern nicht aus ethischen Gründen, sondern lediglich aus dem Moment der Absonderung heraus, um die israelitische Religion von den Kulten der Naturgottheiten zu trennen, verboten v^urde, ist gewiß nicht so hinreichend gesichert, daß wir damit wie mit einer Tatsache rechnen dürften. Daß das Menschenopfer vollkommen aus dem Gedankenkreise herausfällt, in welchem die Lebenswerte der jahvistischen Religion erwachsen sind, wird von Quell selber nicht übersehen. — In der Untersuchung über die Gräberfunde ,wird mit Recht betont, daß es schwierig ist festzustellen, ob es sich um israelitische oder andere Leichen gehandelt hat, die in den Gräbern ruhten. Wie aber aus dem ־ Charakter der Beigaben geschlossen werden kann, daß das Dasein für den regulär zu seinen-Vätern Versammelten als relativ befriedigend betrachtet wurde, vermag man nicht recht einzusehen. Gerade hier muß die Beurteilung dqch vorsichtig zwischen wirklich noch geübtem Brauch und der ursprünglich zu seiner Entstehung führenden Vorstellung scheiden; zumal sonst der Aufenthalt iih Scheol nicht gerade als ein Zustand angesehen wird, der einer befriedigenden Fortsetzung der persönlichen Existenz nach dem Tode ähnlich sieht. — Bei der Erörterung der Scheolvorstellung wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß dieser Name einst eine Unterweltsgöttin bezeichnet habe. Das soll der stets artikellose und feminine Gebrauch des Wortes nahe legen. Indessen wird auch btt die Welt artikellos gebraucht, und es sieht doch eher so aus, als ob beide Worte die großen Bezirke der Wirklichkeit bezeichnen sollen. Den Ausgang der Schrift bildet eine gedrängte Darlegung der eschatologischen Vorstellungen der Spätzeit. Einen recht interessanten Ueberblick über die alttestamentliehe Auffassung eines wichtigen religiösen Problems bietet die sehr gut zu lesende Schrift von Hans Schmidt, Gott und das Le id i m A11 e n Te s t a m e n t (Vorträge der theologischen Konferenz zu Gießen, Töpelmann 1926). Die Untersuchung will in die dunklen Untergründe der religiösen Seele hinableuchten, wo Furcht und Schauer zuhause sind. Aber man wird die Prägung פחד ד«׳ der entsetzliche Jhv (,,dieses Wort ist für die Religion des A. T. fast so bezeichnend wie unser ״der liebe Gott“ für die unsrige“) (S. 9) nicht als glücklich bezeichnen können. Um so ־weniger, da der Verfasser selbst das Unheimliche und fatumhaft, Unausweichbare und Unberechenbare im Wesen Gottes nur als eins von verschiedenen Momenten betrachtet, in denen uns der Gedanke des Leides entgegentritt. Ein andres ist die sittliche Auffassung des Leides als Folge der Schuld und seine pädagogische Betrachtung. Indem so das Leid in einen tiefen Sinnbezug zur Gesamtheit des Erlebens, zumal des religiösen, tritt, wird doch das Gefühl dumpfer Hilflosigkeit aus dem Ganzen des israelitischen Bewußtseins wieder ausgesehmölzen und so erst die Möglichkeit zu einer‘heroischen Auffassung des Leidens geschaffen. ]Der Verfasser führt :als wichtigen Beleg hierfür das 38. Kapitel des Buches Hiob an, das er in schönen

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