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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 6 · p. Seite 501

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 6
Article
Franz Wutz als Psalmenerklärer
Date
1926-01-01
Page
Seite 501 (sequence 2)
Language
German
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501 ,Büffel s i nd.R ah ab und Babel mit ihren Einwohnern, n-Philistaea un d Tyrus Esel, was dort geboren wird. Zu Bion jedoch wird man sagen: lauter Männer sind in :ihr geboren“. soll nämlich ,,Esel,“ arab. tV. und אן?יל ein ״Büffel“ sein, da ja auch דכדא aram. ein ״Widder“ ist. Die LXX ist an dieser Entdeckung ganz unschuldig, sie hat richtig: pAnqoüyjaonav und Xaoc Äithfeöv. AberW. findet die Zusammenstellung vonTyrus mit Aethiopien auffällig, obwohl doch ziemlich klar der Gedanke hervortritt, daß die Fernen und die Nahen sich in Zion neugeboren und heimisch fühlen werden, und dies außerdem auch deutlich Ps 6832 gesagt ist. Allein W. unterstellt zunächst (S. 230),: daß ״der nationale Charakter gerade in den Psalmengebeten stark betont wird.“ Dies mag für Gebetpsalmen zutreffen, die über .Leiden klagen. Aber gerade die frohen, Gott preisenden Gesänge sind meist universalistisch, sie sprechen zu allen Menschen und Völkern. Ich habe a. a: St. (״Le prophöte Isafe,“ S. 51 ־= REJ 80, .161) darauf hingewiesen, wie Ps. 107 es offensichtlich vermeidet — obwohl es nahe liegen würde — Israel oder Zion oder Jerusalem zu erwähnen, und immer wieder nur von Gottes Gnade an den ״Menschenhindern“ (בני אדם) und vom Suchen irgend einer ״bewohnten Stadt“ (v. 4. 7. 36. עיר מושב) spricht, und (״Hatoren,“ Nov. 1924, 195) wie Ps. 33 — welchen auch Kittel als ״Nationales Danklied“ mißversteht — absoLut nichts Nationales enthält und wirklich nur (was katholische und protestantische Erklärer auf Grund ihrer gewohnten dogmatischen Auffassung für unglaublich halten) von den Gerechten und Edelgesinnten überhaupt (v. 1), von der die ganze Welt erfüllenden Gnade Gottes (v. 5 11964; vergl. 369, wo unmittelbar vorher sogar das Vieh einbezogen ist, umsoweniger irgend ein Mensch ausgeschlossen wird) und von seinem Herabschauen von der Himmelshöhe auf alle Bewohnerd; ei*‘Erde (v. 13—14) spricht. Es ist ja ganz unmöglich Ps. 103 anders zu verstehen, der von Gottes Hilfe an־ alle Bedrückten (v. .6), von seiner alle Welten erfüllenden Gnade (v. 17) und der ihm von allen seinen Werken im Weltall (v. 22) daTgebrachten Huldigung spricht; oder den Jubelhymnus auf die. Schöpfung, Ps.. 104, oder die Hallelpsalmen 113 und 117, "oder die Lieder vom gofctesfürchtigen Menschen 34, 94, 112, oder die Gedichte 67, 95—100, 148, 4501. Dasselbe gilt von Ps. 87. Wutz findet aber hier der vorgefaßten Meinung entsprechend ein ,,stolzes Liqdchen von nationaler Färbung.‘‘ ״Vielleicht mag man die Charakterisierung der Nichtisraeliten als Büffel und Esel drastisch finden, sie bewegt sich ganz in der sonstigen Bildersprache der Psalmen.“ Nebenbei wird ליודעי, das nun gar nicht paßt (obwohl von G. ״ioiq ^vdböxooaC ןü** bestätigt) willkürlich in ליושביחן korrigiert. Für diejenigen,, welche mit dem hehr. Sprachgebrauch wirklich vertraut sind, bedarf diese Ungeheuerlichkeit keiner Widerlegung. Es braucht nicht erst darauf hingewiesen zu werden, daß doch wenigstens אזכידים ,עמכושים stehen׳müßte; ferner, daß in den bibl. Schriften 97 Mal der Esel vorkommt, und nirgends, in keiner Epoche einem Autor einfällt, ein anderes Wort als חמור zu gebrauchen. Ausgerechnet in einem Gesänge der Qorahiten, der doch wohl auf Gemeinverständlichkeit Anspruch machte, sollte ein nie gehörtes Aequivalent dafür angewendet werden, oder für ein ״(mächtiges) Tier“ etwas anderes als Löwe, Leopard oder Reöm erdacht sein. Man suche auch im AT ein Beispiel dafür, daß Andere als Tiere im Gegensatz zum eigenen Menschentum bezeichnet werden (nicht etwa als wilde Tiere כפירים im Verhältnis zur eigenen Ohnmacht!). Bekanntlich werden andererseits gerade die Stämme Israels Isachar und Joseph mit diesen Tieren dichterisch verglichen. Aber der ganze unglückliche Grundgedanke unseres Erklärers wäre ihm nicht gekommen, wenn er den Psalm genauer gelesen hätte. Warum werden v. 2 die Pf or te n Zions den Wohnungen Jakobs gegenübergestellt? Wenn ein Parallelismus beabsichtigt wäre, würde (wie Num 24B; Jes 542; Jerem 3038) von Zelten Zions gesprochen werden. Aber• es ist eine das ganze Lied kennzeichnende Arrti t h e s e. Es handelt sich eben um 1 Vergl. ferner meinen Aufsatz über Ps 119 und תורת דר dort. und in Ps 1, ,,liaolam“ 1926, Nr. 2—3.

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