Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Franz Wutz als Psalmenerklärer
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 500 (sequence 1)
- Language
- German
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500 Autor jene Theorie seinen Schülern gegenüber nie 'בפירוש äußerte, außer dem während des zitierten Vorfalles erwähnten Anlasse. Wo der Kritiker das nicht mit Bestimmtheit behaupten konnte, da richtete er an den Tradenten zuerst die Anfrage: בפירוש שמיע ״ לך ■•או מבללא שמיע לךHast du den Lehrsatz ausdrücklich in dieser Form gehört oder hast du ihn erst erschlossen wie in Sabb93b, Erob. 46 a, Jeham 60 b. Endlich sei noch Sabbath 29 a erwähnt, wo der anonyme Kritiker aus 2 Fällen riachzuweisen sucht, daß der von רב יהודה tradierte Ausspruch des Raw מכללא erschlossen ist und nach unseren Texten beide Fälle nicht genügen, um den un~ bedingten Beweis für jenen Ausspruch zu erbringen, woraus auch her vor geht, daß der Kritiker der aus der Schule des Raw stammte und obige Fälle genau kannte, auch genau wußte, daß Raw jenen Ausspruch nie בפירוש aussprach. . : Franz Wetz als Psalmenerklärer. Von A. Kaminkain Wien* Die aufmerksame Beachtung, welche F. Wutz* LXX-Forschung gefunden, und die vielfache berechtigte Anerkennung seiner Arbeiten über die Transj kriptionen lassen es als unvermeidlich erscheinen, daß zu seiner Exegese entschiedener Stellung genommen werde, als es in diesex Zeitschrift (S. 242] durch Wahl des . Ps. 90 als Beispiel geschah. Angesichts des Ernstes und der Gewissenhaftigkeit seiner Untersuchungen zur griech. Version, man mag sich zu den Ergebnissen wie immer stellen1, ist man im vorhinein geneigt, auch seinen Psalmenkommentar als ein Produkt genauer Forschung und tiefen Eindringens in den Sinn der Dicht er worte zu betrachten. Leider erlebt man dabei eine sehr arge Enttäuschung. Es muß bemerkt werden, daß der Kommentar im Wesentlichen überhaupt nicht auf den G־Studien des Verfassers beruht. Er ist ganz unabhängig von den alten Versionen, selbst da, w;0 diese durch Uebereinstimmung mit MT die Unantastbarkeit der Ueberlieferung doch bedeutend erhöhen. W. versucht es ganz selbständig und ohne richtige Prüfung der Wahrscheinlichkeit geistreiche Konjekturen zum hebr^ Text zu bieten, über deren Wert man aus folgendem urteilen möge. Es geschieht dem Verf. kein Unrecht, wenn ich seine Erklärung zti Ps. 87 als warnendes Beispiel hervorhebe, denn auf diese ist er besonders stolz. Er wiederholt sie in der Einleitung (S. XXV) als Beweis dafür, daß man mit geringfügigen Korrekturen an den nach seiner Ansicht verworrenen ' Stellen zum ״Urtext“ gelangen könne. Man höre und staune, was y. 4—5 bedeuten soll: , 1 Ich möchte meinerseits nur kurz bemerken, daß W.s Methode im Allgemeinen n i c ht annehmbar erscheint. Die Korrektur einer süpponiertea Transkription darf durchaus nicht, wie Pleßner (S. 289) meint, ״Anspruch auf wissenschaftliche Beweisbarkeit“ machen. Fehler und unverständliche Uebersetzungen bei G müssen nicht immer auf paläogTaphische Verwechslungen zurückgehen (und auch diese liegen oft im hebr. Wortbild näher^ sondern haben mitunter einen psychologischen, stilistischen oder exegetischen ’Grund, manchmal ,den Gedanken an eine ähnliche Bibelstelle oder an •irgend eine Tradition.' So z. B. Hosea 16 כי נשא אשא להס bei G rätselhaft: dvxvcaa!riavxixdgoyiai wcot<;.. Mir scheint, daß der Uebersetzer sich hier bei I Kön 11?4 Rat geholt hat, wo zwei ähnliche Worte נשיא אשיחכו mit dm- ׳caoooyi&voQ dyx1xd^0|1.aL wiedergegeben sind. Das häufige ד für ר (Gen epjou; .בעבורך st. בעבורך;. Hosea 214 \xapz6pm למד st. ליפר; Ps 308 x(j> xdXkei =להדדי ־'st.: ולהררי oder ב für p (Gen 8,.<h»!np0f1} תשובתך =־ für תשוקתך; Hos 2W aövscjiv תבונה.st. תק1ה) ist doch wohl aus der hebr. Schrift zu erklären. 1' ■ ־־; ■