Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 492 (sequence 17)
- Language
- German
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492 gegründet auf II Kor 129j er sei in die 3 Himmel entrückt), Josua b. Levi, Moses (im späten Midrasch, Wertheimer בית מדרשות IV, 22), Muhammed,. die Mönche Furseus, Diethelm, Kaiser Karl der Dicke, der Irländer Tundal oder Tungdal, der Mönch von Evesham, der Bauer Thurci]l aus Essex, Sankt Patrick, Alberich der Mönch vom Monte Cassino, Elisabeth v. Schönau am Rhein, Hildegard v. Bingen, Mechtild v. Magdeburg, Mechtild v, Hageborn (dreimal im Purgatorium erwähnt). Den Kern des Werkes haben wir in jenen Abschnitten zu suchen, wo die biblischen oder jüdischen Anschauungen über das Jenseits ausgeführt werden. Hier geht Köhler natürlich auf die ersten Quellen zurück, sich oft auf eigene Artikel in der Jewish-Encyclopedia oder in der J QuR berufend. Natürlich wird auch Köhlers großes Werk ,,Grundriß einer systematischen Theologie des Judentums auf geschichtlicher Grundlage“ (Leipzig 1910) gehörig verwertet, wenn auch niemals angeführt. Köhler führt aus, für Dante stehe A. T. und N.. T. auf einer Stufe. Gleich im Eröffnungscanto wird Hochmut, Geiz, Wollust im Anschluß an Jer 56 als Löwe, Wolf und Panther dargestellt. In der Mitte der Könige im Paradies nimmt David den Ehrenplatz ein, ,,der Sänger des Heiligen Geistes“ Salomo sitzt unter den Gottes-, gelehrten. Die Psalmen widerhallen durch das ganze Werk. Die aufsteigenden Seelen singen den Freiheitsgesang: ,,als Israel aus Aegypten zog“, ,,wer steigt den Berg Gottes empor?“ Dante glaubt an die Vieldeutigkeit des Schriftwortes, so kann er nun manche Bibelstelle allegorisch deuten: Rebekkas Zwillinge, die unreinen Tiere, so kann er in Lea und Rachel die vita activa und contemplativa erblicken. Die Heilige Schrift, lehrt Köhler, kenne noch keine Vergeltung im Jenseits. Die mythischen Begriffe בליעל, דומה, שאול entbehren jedes sittlichen Inhaltes: sie setzen keineswegs eine verdiente Strafe voraus. Zur Stätte der Vergeltung wird Tofeth und Gehinnom erst unter dem Einfluß der parsischen Lehre (S. 8, 9, 14). Im ägyptischen Mythos, der Osiris aus einer Sykomore auferstehen läßt, die dem Gott als Wirbelsäule dient, sieht K. die Quelle für die jüdisch-muhammedanische Vorstellung vom לוו, aus dem die Auferstehung ausgeht (S. 24). Das Vorbild für die Legende, welche die Engel um die Seele Mosis streiten läßt, findet K. im parsischen Mythos, der Engel und Dämonen drei Tage lang um die Seele der Verstorbenen kämpfen läßt (S. 34). Besonders reich gestaltet sich das V. Kapitel über Gehinnom und Paradies in der apokalyptischen Literatur des A. T. Köhler führt aus, daß der Uebergang von der hebräischen Bibel zum N. T. nicht in den Apokryphen zu suchen sei, sondern in der apokalyptischen Literatur, von der er das Buch Daniel, die Henochbücher, die Sibyllinen, die Apokalypsen Abrahams, Baruchs, Ezras, — das Testament Levis und Abrahams anführt. Hingegen meint K., daß in der Ässumptio Mosis jene Teile, welche Mosis Reise durch die